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Zurück in den Ring: Wer feiert 2020 sein Comeback? (Teil 1)

Nach bereits wochenlang anhaltenden Spekulationen und Diskussionen über ein Comeback von ehemaligen Weltklasse-Boxern wie Mike Tyson und Evander Holyfield gibt es noch andere Boxer, die in diesem Jahr in den Ring zurückkehren wollen. Die Rede ist von Ruslan Provodnikov und Sergio Martinez, die im Gegensatz zu Tyson und Holyfield nicht zu Showkämpfen antreten, sondern noch einmal „oben angreifen“ wollen.

Ruslan „Sibirian Rocky“ Provodnikov (25(18)-5-0) beendete 2016 nach einer Niederlage gegen John Molina jr seine Karriere. Zuvor hatte der Russe bereits einige harte Ringschlachten abgeliefert, in denen er zum Teil schwer gezeichnet wurde. Er hatte einfach zu viel Schläge mit seinen ungeschützten Eisenschädel genommen. Man sah das Resultat dann regelmäßig in seinem Gesicht eingemeißelt, wenn die Kämpfe vorüber waren.

Der jetzt 36-jährige Provodnikov war ab 2006 für 10 Jahre im Profiboxen unterwegs. Er schaffte es immerhin im Oktober 2013 WBO-Weltmeister im Superleichtgewicht zu werden. Allerdings verlor er diesen Titel bereits wieder im Juni 2014 bei der ersten Verteidigung gegen Chris Algieri. Danach kamen noch 4 Kämpfe (Siege und 2 Niederlagen). Gegen Matthysse gab es eine knappe Punktniederlage. In diesem und auch in seinem letzten Kampf gegen John Molina jr sah man, dass Provodnikov nicht mehr so sehr für das Boxen brannte wie in früheren Kämpfen. Irgendwie schienen die Motivation und der unbedingte Siegeswille abhanden gekommen zu sein. Dass dann mit 32 Jahren Schluss sein sollte, wollte man damals kaum glauben.

Bereits Ende April gab der russische Boxmanager Vadim Kornilov gegenüber der Nachrichtenagentur TASS bekannt, dass Provodnikov im Herbst 2020 in den Ring steigen will. Die Vorbereitungen dafür laufen schon seit Ende 2019. Provodnikov trainiert wieder und reduziert sein Gewicht. Ob er im Halbwelter- oder Weltergewicht kämpfen wird, ist noch unbekannt. Genau so im nebeligen Bereich liegt die Frage der möglichen Gegnerschaft.

Allein Vadim Kornilov hat davon konkrete Vorstellungen: „Wir hatten einen Vorschlag (um die Boxkarriere wieder aufzunehmen) und dieser Vorschlag wird als potenzieller Kampf Ende des Jahres angesehen. Wir sind jedoch noch nicht bereit, Einzelheiten dazu anzugeben.” Das hört sich schon so an, als wäre das Comeback bereits in „Sack und Tüten“. Interessante Gegner gäbe es für Provodnikov in jeder Menge und „Preisklasse“. Ob er wirklich noch einmal unbedingt um einen Gürtel kämpfen muss, sei mal dahingestellt. Er hätte es gegen die jetzige Elite im Weltergewicht gegen Boxer wie Spence jr, Crawford oder Pacquiao gewiss schwer. Bei einem sorgfältig geplanten Comeback sollte nicht unbedingt gleich eine Niederlage vorprogrammiert sein. 

Ähnliches dachte man im vorigen Jahr auch von Marcos Maidana, der erst großartig ein Comeback verkündete und wieder zu trainieren begann. Es gab sogar schon einen Gegner. Letztendlich zog Maidana dann aber doch die Reißleine und gab sein Training in Las Vegas auf. Boxen.de hat damals darüber berichtet. (Klick) Mittlerweile trainiert Maidana nun doch wieder. Ein Comeback-Kampf zwischen Provodnikov und Maidana wäre bestimmt auch nicht die schlechteste Idee.

Seit seinem vorläufigen Karriereende hat sich Provodnikov als Politiker betätigt. Er sitzt im Parlament des autonomen Gebiets Khanty-Mansi in Westsibirien. Was ihn jetzt dazu bewegt, wieder in den Ring steigen zu wollen, ist ungewiss. Vielleicht hat er doch noch nicht ganz mit dem Boxen abgeschlossen oder sieht die Möglichkeit, mit ein paar guten Börsen seine Altersversorgung sicher zu machen. Warten wir mal ab, was da kommt.

Hier noch einmal ein paar Eindrücke aus Provodnikovs letztem Kampf:

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