Top News

„Zorn-Übersetzer“ für Manny Pacquiao

Ein Beitrag von FW

„Zorn-Übersetzer“ für Manny Pacquiao

Die Idee ist beileibe nicht neu: schon 2015 hatte der damalige US-Präsident Barack Obama einmal einen dabei: einen „Zorn-Übersetzer“ oder „Wut-Ableiter”, wie die WELT das originale „Anger Translator” seinerzeit recht frei übersetzte. Während Obama beim traditionellen Dinner für die Hauptstadt-Korrespondenten im Weißen Haus eine ruhige Ansprache hielt, starrte sein „Zorn-Übersetzer“ drohend in die Kamera. Dann unterbrach er die Rede von Obama, um die „innere Wut“ des Präsidenten herauszulassen. Obama hatte sich bei der Idee, einen „Zorn-Übersetzer“ einzusetzen, von einer amerikanischen Comedy-Show motivieren lassen.

Nun ist im Internet ein Clip aufgetaucht, in dem auch Manny Pacquiao, der am kommenden Samstag in der MGM Grand Garden Arena in Las Vegas gegen Adrien Broner antritt, einen solchen „Zorn-Übersetzer“ an seiner Seite hat. Es handelt sich hierbei um Michael Blackson, einen Comedian und Schauspieler, der durch seine Rolle als „Angry African Man” in der Komödie „Next Friday“ großen Erfolg hatte.

Sky - Wählen Sie Ihr Lieblingsprogramm!

Die Internetseite tmz.com teilte eine Aufzeichnung des gemeinsamen Interviews. Als Pacquiao gefragt wurde, ob er glaube, dass Broner ihn so wie angekündigt durch KO besiegen würde, antwortete der „Pac Man“: „Das ist leicht zu sagen, aber schwer zu machen.” Blackson als „Ärger-Übersetzer“ antwortete wie folgt: „Wir werden ihn ficken! Ihm in die Augen schlagen! Ihm in die Nüsse treten! Diese kleine Schlampe wird KO gehen!“ Keine Frage: diesen Gossen-Jargon hätte der „Pac Man“ nie benutzt. Allerdings ist Pacquiao wegen anderer  Aussagen auch schon öffentlich in die Kritik geraten.So behauptete er zum Beispiel im Interview mit einem TV-Sender im Februar 2016, Homosexuelle seien „schlimmer als Tiere“. Später entschuldigte sich Pacquiao für diese Äußerung, argumentierte allerdings zwei Tage danach, dass er nur die Wahrheit sage, so wie sie in der Bibel stehe. Der Sportartikelhersteller Nike, der zu dieser Zeit einen Werbevertrag mit Pacquiao hatte, nahm das zum Anlass, die Kooperation mit Manny Pacquiao zu beenden.

Aktuell ist allerdings nur befürchten, dass Broner – bekanntermaßen kein „Kind von Traurigkeit“ – es dem „Pac Man“ mit gleicher Münze heimzahlen wird. Nichtsdestotrotz geht damit die erste Runde schon lange vor dem Eröffnungsgong an den Weltmeister. Bleibt abzuwarten, was sich Broner nun bei seinen öffentlichen Auftritten, beim Pressetraining,  bei TV-Interviews oder beim Weigh-In noch einfallen lässt.

Broner sollte allerdings dabei nicht über sein Ziel hinausschießen, denn zurzeit laufen fünf verschiedene Anklagen gegen ihn. Sollte der US-amerikanische Boxer in allen Fällen verurteilt werden, drohen ihm bis zu neun Jahren Gefängnis. Schon vier Tage nach dem Kampf gegen Pacquiao  muss sich Broner in Florida vor Gericht verantworten. In diesem Fall sitzt er nur wegen der Nichteinhaltung von Verkehrsregeln auf der Anklagebank. Wie Boxen.de berichtete, geht es in einem weiteren Prozess um mehr als 2 Millionen US-Dollar. Ob Broner dann noch so lachen kann, wie er es möglicherweise bei diesem Clip getan hat?

Voriger Artikel

Saul Alvarez – who`s next?

Nächster Artikel

Boxsport – Telegramm 01 / 2019