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Zhan Kossobutskiy weiterhin unbesiegt

Zhan Kossobutskiy weiterhin unbesiegt

Eines vorab: solche Veranstaltungen muss man mögen. Das, was man beim Universum-Event am Samstagabend zu sehen und zu hören bekam, war teilweise schon jenseits der Trash-Schmerzgrenze. Zugegeben: ich bin kein Freund von „Gangsta-Rappern“, die ihre Rivalitäten in den Ring verlagern und frage mich auch, warum Y-Promis wie „Reality-TV-Star Claudia Obert“ im Rahmen solcher Veranstaltungen interviewt werden müssen, aber das Ganze scheint sich ja finanziell zu lohnen.

Schön wäre allerdings etwas Kompetenz am Ring. Und auch schon beim Wiegen sollten nicht unbedingt „Moderations-Graupen“ zum Einsatz kommen, die nicht wissen, wie die Namen der Kämpfer ausgesprochen werden und deren meistgenutztes Wort „Sooo“ lautet.

Aber nun zum Hauptkampf des Abends. Erwartungsgemäß hatte Heavyweight Zhan Kossobutskiy keine großen Probleme mit seinem Gegner Johann Duhaupas. Fans des französischen Schwergewichts halten Johann Duhaupas zugute, dass er nie vor Herausforderungen zurückgeschreckt sei. Das mag stimmen. Aber die Kämpfe gegen Deontay Wilder, Alexander Povetkin, Jarrell Miller und Tony Yoka verlor Duhaupas. Andererseits fuhr das ‚Reptil‘ 2016 noch einen Sieg über Robert Helenius ein.

Doch mittlerweile ist Duhaupas 41 Jahre alt und Kossobutskiy ein schlagstarker Kontrahent mit einer Bilanz von 17-0-0 bei 16 Siegen durch KO. Und so war zu erwarten, dass die Begegnung nicht über die vollen 10 angesetzten Runden laufen würde.

Zum Kampfauftakt ließen dann beide Boxer locker ein bisschen ihre Hände „spielen“ und es langsam angehen. Gegen Ende der Runde dann die ersten härteren Schläge von KO-ssobutzkiy.

Nach rund 45 Sekunden der zweiten Runde der erste Wirkungstreffer des Kasachen, der Duhaupas in die Seile schickte. Eigentlich hätte Ringrichter Massimo Barrovecchio hier den Franzosen schon anzählen müssen. Duhaupas danach vorwiegend im Rückwärtsgang.

Vermutlich gab es in der Pause zum dritten Durchgang ein paar Ermahnungen von der Ecke, Johann Duhaupas mit etwas mehr Engagement bei der Sache, die Runde dürfte trotzdem an Kossobutzkiy gegangen sein.

In Runde 4 fand Kossobutskiy nicht viele Lücken in der Deckung von Duhaupas, der bekam aber zusehends Probleme mit seinem linken Auge, das langsam zu schwoll.

Nicht sonderlich spektakulär auch der fünfte Durchgang. Kossobutskiy wirkte eher gelangweilt, variierte seine Schlaghärte gut und konnte einen harten Körpertreffer setzen, den Duhaupas gespürt haben dürfte. Kossobutskiy setzte aber nicht nach und Duhaupas überstand auch diese Runde.

In der Pause zur Runde 6 signalisierte die Ecke des Franzosen: „Wir geben auf!“ Das war`s dann also: Zhan Kossobutskiy holt sich den WBC International Heavyweight Title. Nun sollten langsam bessere Gegner kommen.

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2 Kommentare

  1. 23. Mai 2022 at 17:06 —

    Ja Kossobutsliy hat jede Runde gewonnen, aber irgendwie hatte ich den Eindruck das er mit angezogener Handbremse boxt, zumindest hoffe ich das es so war, denn wenn nicht wird er gegen die 2. Garnitur Probleme bekommen.

    @ Schreiberling

    Ich mag das auch nicht wenn sich irgendwelche Rapper/ Influencer im Ring prügeln, allerdings wenn man mal darauf geachtet hat wieviel sich bei Youtube zugeschaltet haben…bei Kossobutskiy waren es etwas mehr als 196 500, aber als danach die 2 kleinen dicken Männer sich gekloppt haben ist die Zahl ganz schnell auf 281 673 hoch geschossen…solange das so bleibt wird sich das so schnell vermutlich nicht ändern!?

    • 23. Mai 2022 at 18:30 —

      @ Luzifer

      Ja, besonders motiviert sah der Kasache nicht aus. Würde ihn gerne mal gegen bessere Leute sehen. Gegen meinen alten Freund Filip Hrgovic, zum Beispiel. Oder gegen Hughie Fury oder Charles Martin.

      Was die Rapper angeht. Tja, das ist das Jake Paul-Phänomen.
      Macht das Boxen leider kaputt. Die Promoter nehmen die Kohle natürlich gerne mit. Da ist vermutlich kein Ende abzusehen.
      Komisch eigentlich. Das sogenannte Promiboxen vor 10 Jahren hat niemanden interessiert. Aber Hutzelmann und Butzelmann haben heutzutage halt mehr Follower als alle deutschen Profiboxer zusammen. Das bringt Quote. Leider.

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