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Zeynel Elbir boxt sich nach oben: „Es ist eine Ehre bei Kentikian im Vorprogramm zu boxen!“

Die Boxgala am 2. Oktober in Wilhelmsburger Inselparkhalle von Hamburg wird nicht nur für die Boxweltmeisterin Susi Kentikian eine ganz besondere, sondern auch für den Nachwuchsboxer Zeynel Elbir aus Berlin, der erstmals vor einem größeren Boxpublikum präsentieren wird.                                               

Die „Killer-Queen“ wird ihre Premiere als eigenständige Veranstalterin geben und ihren WBA-Titel gegen die Mexikanerin Susana Cruz Perez verteidigen. Dazu stehen die vakanten Titel der Verbände GBU sowie WIBF im Fliegengewicht auf dem Spiel: „Den WIBF-Gürtel hat Regina Halmich über viele Jahre getragen. Ich hatte ihn dann nach Reginas Karriereende gewonnen und später wieder verloren. Es ist ein besonderer Gürtel. Jetzt will ich ihn zurück nach Deutschland holen – für uns beide.“ Die ehemalige Boxweltmeisterin Regina Halmich beendete im Jahr 2007 ihre Karriere und wird ihre Nachfolgerin live am Ring unterstützen, damit diese weiter Jagd auf die wichtigsten Gürteln im Frauenboxsport machen kann. Schon im nächsten Jahr möchte die gebürtige Armenierin Kentikian um die Titel der WBO und WBC boxen.

Kentikian, Halmich und Mucino haben das Frauenboxen attraktiv gemacht

Persönlich hat der 21-Jährige Zeynel Elbir die Hauptkämpferin noch nicht kennengelernt, aber er fühlt sich geehrt auf einer Veranstaltung von der Weltmeisterin Kentikian boxen zu können. Dazu freut sich der Mittelgewichtler auf das fachkundige Publikum vor Ort, dem er sich vorstellen darf. Vor der Karriere der 28-jährigen Boxerin hat er Respekt: „Kentikian ist nicht nur im Ring eine sehr starke Frau, sondern auch von ihrer Persönlichkeit her. Ihr Lebensweg hat sie positiv geformt. Bisher habe ich nur wenige Boxerinnen verfolgt, aber für mich haben Susi Kentikian, Regina Halmich und Arely Mucino das Frauenboxen attraktiv gemacht, auch optisch. Ich finde es sehr schade, dass Halmich nicht mehr boxt und das Rematch zwischen Kentikian und Mucino würde ich gerne sehen, weil der erste Kampf in der dritten Runde aufgrund eines Kopfstoßes ohne Wertung endete.“

Zeynel Elbir ist die neue Box-Hoffnung aus Berlin

Für seinen dritten Profikampf hat Zeynel Elbir in Berlin geschuftet und sich einer harten Vorbereitung unterzogen. „Boxen hat nicht nur mit der Vorbereitung zu tun, der Kopf muss stimmen, das Team passen und der Körper mitspielen.“ Diesmal lief alles glatt, denn zuvor setzte ihn eine Verletzung für sechs Wochen außer Gefecht. Eine ganze Woche konnte er sich nicht bewegen, weil er sich einen Nerv am Rücken eingeklemmt hatte: „Wenn man müde in ein hartes Training geht, dann verletzt man sich eben eher.“ Elbir arbeitet neben seiner Profiboxkarriere Vollzeit im Sicherheitsdienst von 20 Uhr abends bis 8 Uhr morgens. Eine Stunde später beginnt sein Training, erst danach wird geschlafen. Pro Woche stehen mindestens sieben Trainingseinheiten auf dem Plan. Es ist schon nicht einfach, wenn man seine Kämpfe und alles andere selbst organisieren muss. Trotzdem möchte er sich nicht beschweren und bastelt weiter an seiner Karriere. Denn der Berliner gilt als neue Box-Hoffnung, die den bergigen Aufstieg im Profiboxgeschäft schaffen kann.

Im Oktober letzten Jahres gewann er sein Profidebüt in der ersten Runden gegen Suleyman Dag. Dann folgte sein zweiter Kampf gegen Dzhengis Osmanov und wieder gab es ein frühes Ende mit einem K.o. in Runde eins.             Nun bekommt das junge Talent Yesilat Berkta vor die Fäuste, der nur eine Station auf seinem weiteren Weg nach oben werden soll. Trotzdem wäre es schön, wenn sein Kontrahent dieses Mal etwas länger steht, damit die Zuschauer mehr von dem sympathischen Sportler sehen und er selbst ein besseres Gefühl für den Ring bekommt. In seiner Ecke wird sein Freund Ünsal Arik stehen, der selbst Profiboxer ist und am 12. Dezember in Bielefeld wieder im Ring stehen wird. Übertragen wird die Veranstaltung live ab 0 Uhr auf Sport 1.

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„Maurice Weber würde keine zwölf Runden mit mir durchhalten!“

Auch wenn Elbir siegessicher in seinen Kampf geht, möchte er nicht zu viel versprechen. Denn „Kampf und Sparring kann man nicht vergleichen! Einen K.o. kann ich nicht garantieren, auch wenn ich ihn mir als Ziel setze. Da bleibe ich bescheiden, weil ich weiß, dass ein Boxer nicht unverwundbar ist.“ Weiter sagt er von sich, dass er kein reiner Techniker sein möchte, weil er das zu langweilig findet: „Ich bin ein Fighter, entweder geht mein Gegner zu Boden, oder ich!“ Ganz nach dem Kampf-Motto der mexikanischen Boxer. So überrascht es nicht wirklich, dass er die Boxer nicht nur in seinen Kämpfen auf die Matte befördert, sondern auch im Sparring. Bereits bei den Amateuren und in der Bundesliga wurde ihm eine gute Schlagkraft bestätigt. Dieser würde auch ein Maurice Weber aufgrund seines Boxstils keine zwölf Runden standhalten können, denn Elbir kann über viele Runden ein hohes Tempo gehen. Aber an größere Duelle wie dieses muss er sich erst ran boxen, daher ist sein Ziel im nächsten Jahr unter den Top 100 bei BoxRec zu stehen. Dies geht er mit der nötigen Vorsicht an, weil er nicht nur Positives aus dem Boxgeschäft mitbekommen hat. „Boxen hat viel mit Politik zu tun, es ist ausschlaggebend wer hinter einem steht. Sonst kann man nicht jeden boxen, den man gerne boxen möchte. Selbst wenn du nach Punkten vorne liegst, verlierst du dennoch den Kampf. Das hat man zum Beispiel bei dem Duell zwischen Felix Sturm und Oscar De La Hoya gesehen!“ Daher ist es sehr wichtig, dass er stets eine gute Performance im Ring liefert, um die größeren Veranstalter der Boxszene auf sich aufmerksam zu machen und bald seine Chance zum Durchstarten bekommt. Bis dahin testet er weiter aus, wie weit er mit seiner Selbstständigkeit kommt. „Danach wird sich schon eine Tür öffnen. Ich habe Geduld.“ Ein Freund und Sponsor glaubt schon an eine erfolgreiche Zukunft und unterstützt seine Karriere: „Keyf 1001“.

„In den USA zu boxen wäre mein Traum!“

Irgendwann möchte sich Elbir den Traum erfüllen und in den USA boxen, weil er sich besonders für die amerikanische Boxszene interessiert. Sein internationales Vorbild ist Bernard Hopkins und in Deutschland konnte er sich für Felix Sturm in seiner besten Zeit begeistern. Aber auch den jungen Nachwuchsboxer vom Sauerland Team wie Burak Sahin, Enrico Kölling und Tyron Zeuge gönnt er den Erfolg, weil er diese schon jahrelang kennt. Wenn er einen weiteren Sieg einfahren kann, könnte er sicher bald einen ähnlichen Weg einschlagen…

Foto: Zeynel Elbir

 

 

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2 Kommentare

  1. 27. September 2015 at 20:18 —

    Na dann viel Erfolg Elbir!!!

  2. 28. September 2015 at 15:47 —

    Nun, Zeynel Elbir kenne ich jetzt nicht,aber wenn er wirklich Talent hat hoffe ich für ihn das er den Weg in einen bekannten Boxstall findet!
    Sein Gegner hat einen 4-22-Rekord und ist wohl zum verlieren eingekauft worden,interessant ist das er einen Tag später auf einer anderen Veranstaltung in Deutschland ebenfalls kämpfen soll (zumindest laut BoxRec)!

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