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Zbik schlägt Spada und hofft nun auf “echte” WM: Stieglitz bezwingt Gutknecht in einem harten Kampf

Sebastian Zbik, Domenico Spada ©Eroll Popova.

Sebastian Zbik, Domenico Spada © Eroll Popova.

WBC-Interimsweltmeister Sebastian Zbik hat gegen Domenico Spada seine Rechnung beglichen und den Rückkampf klar nach Punkten gewonnen. Damit kann Zbik weiterhin auf einen “echten” WM-Kampf gegen den regulären Weltmeister Kelly Pavlik hoffen, der in wenigen Stunden seinen Titel gegen den Argentinier Sergio Martinez verteidigen wird. Vor 4000 Zuschauern in der Magdeburger Bordelandhalle lieferte der Deutsche eine bessere Leistung ab als noch vergangenen Juli am Nürburgring, so ganz ging aber sein Konzept nicht auf.

Eigentlich wollte Zbik den Italiener durch seine bessere Technik auf Distanz halten und das Gefecht von dort beherrschen. Das klappte die vier ersten Runden auch ganz gut, doch dann zog sich Zbik durch zwei Kopfstöße von Spada jeweils ein Cut an der Nase und an der Augenbraue zu, was ihn vorübergehend etwas aus dem Konzept brachte. Nach einer starken fünften Runde von Spada fing sich Zbik wieder, da das Bluten nachgelassen hatte und seine Sicht nicht mehr beeinträchtigt war.

Von einer klaren Linie war aber danach oft nur wenig zu erkennen: Zbik wusst sich gegen den ungestüm nach vorne gehenden Römer oft nur mit Klammern zu helfen, zumindest manchmal konnte er aber klare Treffer setzen. So reichte es letztendlich für eine relativ deutliche Punktentscheidung (117:110, 116:111, 116:111), sollte es aber wirklich zum Duell gegen Pavlik kommen, wird aber eine dramatische Leistungssteigerung nötig sein.

Im Ringinterview zeigte sich Zbik selbstkritisch: “Ich hatte mir anfangs viel vorgenommen. Dann kamen aber die Cuts dazwischen, und ich habe meine Linie verloren. Ich möchte mich besonders bei meinen angereisten Fans bedanken.” Auf die Frage nach dem langerwarteten Showdown gegen Pavlik meinte der 28-Jährige: “Man wächst mit seinen Aufgaben. Ich werde mein Bestes geben und lasse mich überraschen.”

Einen mit Sicherheit hochklassigeren Kampf bekam das Publikum zuvor beim deutschen Supermittelgewichts-WM-Duell Stieglitz gegen Gutknecht zu sehen. Die beiden Boxer, die sich noch aus Amateurtagen sehr gut kennen, schenkten sich über zwölf Runden nichts und ließen es des Öfteren zu einem offenen Schlagabtausch kommen.

Dabei wurde klar, dass Gutknecht zwar über die bessere Technik, aber über deutlich weniger Schlagkraft als der WBO Weltmeister Stieglitz verfügte. Gutknecht verkaufte sich trotzdem erstaunlich gut und stellte gegen den harten Schläger Stieglitz auch außergewöhnliche Nehmerfähigkeiten unter Beweis. Erst in den letzten beiden Runden zeigten Stieglitz’ harte Treffer bei Gutknecht sichtbare Wirkung. Die Punktrichter hatten Stieglitz am Ende mit 119:108, 117:111 und 117:110 vorne, wobei viele Zuschauer in der Halle den Abstand als zu deutlich empfanden.

© adrivo Sportpresse GmbH

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