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Zbik gewinnt Rückkampf gegen Spada klar nach Punkten

In einer Verteidigung seines Interimsgürtels der WBC beherrschte Sebastian Zbik den Italiener Domenico Spada deutlich besser als noch in ihrem ersten Kampf vor neun Monaten und gewann verdient und deutlich nach Punkten.
Beide Boxer arbeiteten zuerst primär mit dem Jab, doch Zbik gelang es auch bereits früh eine gute Kombination ins Ziel zu bringen. Spada ging, wie erwartet, nach vorne, während Zbik aus dem Rückwärtsgang boxte und die erste Runde wohl gewann.
Die zweite Runde lieferte ein ähnliches Bild. Der technisch stärkere Zbik hatte die besseren Aktionen, wenn er sich auf seine boxerischen Fähigkeiten besann. Jedoch begann er auch bereits öfter passiv vor Spada stehen zu bleiben oder, was nach dem ersten Kampf der beiden heftig kritisiert worden war, in der Nahdistanz viel zu klammern. Insgesamt war es eine etwas bessere zweite Runde für Spada, die jedoch vermutlich auch knapp an Zbik ging.
Relativ ereignislos verlief die dritte Runde, doch Spadas aggressiver Stil und seine höhere Workrate könnten ihm möglicherweise seine erste Runde beschert haben.
Der bis dahin eher schwache Kampf drehte in der vierten Runde phasenweise ein wenig auf und lieferte bessere Schlagabtäusche. Zudem sorgte ein unabsichtlicher Kopfstoß zu einer Cutverletzung bei Sebastian Zbik auf der Nase. Die WBC-Regeln verlangten, dass Domenico Spada als unversehrtem Boxer dafür ein Punkt abgezogen wurde.
Folglich schien Zbik langsam nach Punkten davon zu ziehen. Das Open Scoring der WBC zeigte, dass die drei Punktrichter ihn mit 40-35, 39-36 und 39-36 vorne sahen. Doch Domenico Spada zeigte Gegenwehr und setzte den Interimsweltmeister weiter unter Druck. Und das in Runde Fünf erfolgreicher als noch zuvor, während Zbik eine schwächere Runde erwischte. Der Kampf war währenddessen immer noch nicht schön anzugucken, da weiterhin reichlich geklammert wurde.
Warum Zbik dies so oft tat, zeigte ein guter Aufwärtshaken von Domenico Spada zu Beginn der sechsten Runde, den Zbiks Halten in anderen Situationen erfolgreich verhinderte. Doch Zbik fand zum Ende der Runde hin wieder besser zu seinem Stil und konnte ein paar boxerische Akzente setzen. Trotzdem schien die Runde aufgrund der besseren ersten Hälfte von Spada an den Italiener zu gehen, der damit langsam nach Punkten aufzuschließen schien.
Doch Zbik konterte mit einer besseren siebten Runde, in der er die klareren Treffer setzte, auch wenn seinen Schlägen oft die Power fehlte, die sein Gegner in seine Schläge legte. Eine schöne Kombination, die Spada etwas aus der Balance brachte, akzentuierte eine weitere Runde für Sebastian Zbik.
Es waren hauptsächlich Zbiks geraderen Schläge, die in der achten Runde für den Unterschied sorgten, da sie schneller und präziser waren als Spadas weiter hergeholten Power Punches, die Zbik meist vermeiden konnte. Der langsam wachsende Punktevorsprung wurde bei einem Blick auf die Karten der Punktrichter deutlich, die Zbik recht klar vorne sahen.
Domenico Spada brauchte damit unbedingt die letzten vier Runden, doch er schien jetzt kein probates Mittel gegen den boxerisch überlegenen Zbik zu finden, und rannte immer wieder relativ offen in den Mann herein. Lediglich in der Nahdistanz gelang es ihm immer wieder gute Treffer anzubringen, doch Zbik erlaubte ihm dies nur selten.
Die technische Klasse Zbiks schien sich immer mehr durchzusetzen, doch Zbik ließ Spada in einzelnen Aktionen immer wieder ein wenig in den Kampf zurückzukommen. Verließ er sich jedoch auf seine Beinarbeit und seine schnelleren Hände boxte er Spada größtenteils aus der Distanz aus.
Der Italiener brauchte bei Beginn der elften Runde nun endgültig den KO, aber es sah nicht so aus, als hätte er eine gute Idee, wie dieser zustande kommen sollte. Mit ähnlich planloser Aggression wie in den vorherigen zehn Runden marschierte er vorwärts und bot dabei ein leichtes Ziel für den inzwischen recht entspannt boxenden Zbik.
Die zwölfte und letzte Runde verlief ohne große Aufreger, und ging wohl erneut an den Titelverteidiger. Spadas Schläge hatten inzwischen völlig ihre Präzision verloren und waren meist nur noch wilde Schwinger, die Zbik vor kaum Probleme stellten. Der Schlussgong erklang und der klare Sieger Sebastian Zbik ging in seine Ecke zurück, während Domenico Spada groteskerweise in Siegerpose seine Hände in die Luft streckte.
Die Punktrichter entschieden auf 117-110, 116-111 und 116-111, was fair und möglicherweise sogar ein wenig zu eng war, und machten Zbik damit zum verdienten Sieger eines eher schwächeren Kampfes, der aber immerhin das grausame erste Aufeinandertreffen der Beiden übertraf.

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