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Yordan besiegt eisenharten Tseveenpurev nach Punkten

Am Freitagnachmittag verteidigte IBO-Federgewichtsweltmeister Daud Cino Yordan in Singapur seinen Titel gegen den aus England boxenden Mongolen Choi Tseveenpurev erfolgreich. Der 16 Jahre ältere Herausforderer setzte seinem technisch überlegenen Gegner zwar enormen Kampfwillen und ein unglaubliches Kinn entgegen, was jedoch nicht genügte um Yordan, der ebenfalls Kampfgeist neben seinem boxerischen Können demonstrierte, zu bezwingen.Der 25-jährige Indonesier siegte verdient über die Punkte nach 12 unterhaltsamen Runden.

Vom ersten Moment an suchte der Herausforderer den Weg nach vorne und drängte Yordan in den ersten Sekunden zurück. Der 25-Jährige aus Indonesien kontrollierte den Kampf jedoch früh mit seinem guten linken Jab, mit dem er seine Größen- und Reichweitenvorteile ausspielte. Schon bald befand sich Yordan im Vorwärtsgang, während Tseveenpurev darauf wartete, dass er wilde Rechten aus der näheren Distanz ins Ziel bringen konnte. So hatte der Mongole seine Momente in der ersten Runde, als er kurzzeitig Yordan an den Seilen stellen und bearbeiten konnte. Hauptsächlich jedoch war es Yordans überlegenes boxerisches Können, das die Eröffnungsrunde diktierte, bis in den letzten fünf Sekunden sich beide einem kurzen offenen Schlagabtausch hingaben und jeweils gute Treffer setzten, die jedoch noch keine Spuren hinterließen.

Früh im zweiten Durchgang tauschten die beiden Boxer wieder in der Ringmitte Schläge aus, was dem Publikum in Singapur hörbar gefiel. Yordan ging jedoch bald darauf wieder zu seinem Distanzboxen zurück und punktete konstant mit dem Jab und bereitete härtere Schläge mit ihm vor. Eine halbe Minute vor Schluss konterte Tseveenpurev dann mit einer harten Rechten, die Yordan etwas durchschüttelte. Das Problem des 41-jährigen Mongolen blieb es jedoch, dass er sich zu lange Auszeiten in jeder Runde nahm und nur sporadisch für einige Sekunden seine Fäuste fliegen ließ. Yordan hingegen hielt das Tempo stets über die drei Minuten der Runde hoch und entschied so eine enge dritte Runde wahrscheinlich eher wieder für sich.

Tseveenpurev wurde jedoch in dieser Phase zunehmend aktiver und landete zumeist die härteren Schläge, auch wenn sie oft wild und telegrafiert wirkten. In der vierten Runde, die erneut zuschauerfreundlich und actionreich war, verzeichnete er so leichte Vorteile. Doch Yordan zog das Tempo in der folgenden Runde ein wenig an und ließ nun seinem guten Jab noch häufiger die rechte Gerade zum Kopf folgen und wirkte generell variabler, da auch sein linker Haken und hin und wieder der Aufwärtshaken erfolgreich einschlugen. Tseveenpurev konnte sich jedoch auf sein bekanntermaßen gutes Kinn verlassen, und nahm die teils sehr harten Treffer gut hin. Erst in der letzten Minute kam der Mongole dann seinerseits mit guten Treffern zurück, als Yordan es wieder etwas langsamer angehen ließ.

Auch in der sechsten Runde kamen die Zuschauer weiter auf ihre Kosten, da beide Boxer Treffer zuhauf landeten und ein mörderisches Tempo gingen. Yordan blieb jedoch weiterhin der bessere Mann im Ring und punktete dank seiner überlegenen Technik konstanter und sauberer. In den letzten Sekunden akzentuierte er seine gute Runde mit einer harten Rechten, die so manch einen Gegner mit schlechterem Kinn zu Boden geschickt hätte. Sowieso kontrollierte Yordan jetzt das Geschehen mehr als noch in den Runden zuvor, auch wenn Tseveenpurev weiter bemüht wirkte und zu keiner Sekunde zurückwich. Das Tempo ließ jedoch merkbar nach, was vor allem daran lag, dass Tseveenpurev nicht mehr so frisch wie zu Beginn wirkte.

Nach acht Runden lag der Mongole damit deutlich nach Punkten zurück und brauchte einen guten Schlussspurt um noch eine Chance zu haben. Doch in einer wieder actionreicheren neunten Runde war es weiterhin Yordan, der die besseren Treffer setzte, Tseveenpurev damit jedoch kaum beeindrucken konnte. Der Mongole fand in der ausgeglichenen zehnten Runde wieder besser in den Kampf, doch konnte auch diese nicht klar gewinnen. Inzwischen waren die Augen beider Boxer angeschwollen und das hohe Tempo hinterließ langsam seine Spuren. Yordan musste jedoch nur noch die letzten beiden Runden überstehen um den Ring als Sieger zu verlassen, was ihm dann auch relativ problemlos gelang. Die beiden Boxer bekämpften sich auf Augenhöhe und mit viel Kampfgeist bis zur letzten Sekunde, auch wenn inzwischen die Präzision bei beiden deutlich nachgelassen hatte.

Als der Schlussgong schließlich erklang, umarmten sich beide Boxer voller Respekt voreinander. Die Punktrichter brauchten nicht lange um das Urteil verkünden zu lassen, was mit einem einstimmigen 117-111, 119-110 und 118-110 für den verteidigenden Weltmeister aus Indonesien gerecht ausfiel.

Für Daud Cino Yordan war es der dreißigste Profisieg und die erste erfolgreiche Titelverteidigung des IBO-Gürtels. Tseveenpurev, der seine sechste Niederlage kassierte, zwang ihn jedoch als erster unterlegener Gegner seit über vier Jahren über die Runden zu gehen, nachdem Yordan seine letzten sieben Siege alle vorzeitig hatte feiern können.

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5 Kommentare

  1. Norman
    9. November 2012 at 16:25 —

    na dann mal ab über den Yordan

  2. Carlos2012
    9. November 2012 at 17:03 —

    Upps.Soviel Text für einen Boxer den man kaum kennt.Uiiiiii

  3. HamburgBuam
    9. November 2012 at 19:59 —

    Tja Carlos… Es soll auch Leute geben, die über den Horizont schauen und die leichten Gewichtklassen für sich entdecken. Und das ist gut so, weil dort eh mehr los ist. 😉

  4. Ferenc H
    9. November 2012 at 21:38 —

    “Und das ist gut so, weil dort eh mehr los ist.” genau mein denken wenn man Action sehen will immer nach “unten” schauen 😉

  5. Markus
    10. November 2012 at 13:30 —

    Wirklich ein toller Kampf, Yordan ist sowohl ein guter Boxer als auch ein starker Puncher. Aber auch Tseveenpurevs Leistung verdient Respekt, ein sehr willenstarker Fighter mit einem enormen Kinn, der seine Chancen sucht und niemals aufgibt. Ein wirklicher Test für jeden Federgewichtler auf dem Weg nach oben.

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