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Yoan Pablo Hernandez kommt zurück

Wie bereits einer offiziellen SES-Pressemitteilung zu entnehmen ist, will der gebürtige Kubaner Yoan Pablo Hernandez zurück in den Ring. Es soll für den ehemaligen IBF-Champ im Cruisergewicht demnächst im Schwergewicht weiter gehen. Diese offizielle Ankündigung ist natürlich so gestaltet, dass kein Platz für ein paar kritische Fragen bleibt. Schönfärberisch wie Pressemitteilungen nun mal von Haus aus sind, kann man das auch nicht erwarten.

Hernandez verteidigte seinen Gürtel letztmalig vor fast genau 6 Jahren gegen Firat Arslan. Es war einer der Siege, die nur aufgrund des Wohlwollens der Punktrichter zustande kamen. Yoan Pablo Hernandez kämpfte damals für das Sauerland-Team und es war bekannt, dass knappe Kämpfe fast immer im Sinne des Veranstalters endeten. Selbst wenn es ein Unentschieden gewesen wäre, hätte man damit leben können. Aber ein Sieg des Titelträgers war das nie und nimmer. Die Punktrichter sahen das anders. So sah das offizielle Ergebnis aus: 115:113 (Arslan), 113:115 (Hernandez) und 113:116 (Hernandez). Ein Rematch gab es nie, weil Hernandez danach lange Zeit wegen Verletzungen seiner Hände laborierte und schließlich seine Karriere beendete.

Da Hernandez seinen Gürtel nicht verteidigen konnte, kämpften ausgerechnet Viktor Emilio Ramirez und Ola Afolabi darum. Beide waren Ex-Huck Gegner und hatten schon ihre Erfahrungen mit Sauerland-Punktrichtern gemacht. Neuer IBF-Weltmeister wurde dann Ramirez vor heimischem Publikum. Es sah fast so aus, als hätte man an Ramirez und Afolabi etwas gut machen wollen, was man bei den Niederlagen gegen Huck “verbockt” hatte.

Zurück zu Hernandez. Er lebt mittlerweile in Stendal, unweit von Magdeburg. Seit Februar 2019 war er beim 1. Boxclub Altmark Stendal als Trainer tätig. Seine Verletzungen an den Händen scheinen ausgeheilt zu sein, sonst würde er den Schritt zurück in den Ring nicht wagen. Ob seine Entscheidung ins Schwergewicht zu wechseln, wirklich eine so gute Idee ist? Man kann es zumindest bezweifeln.

Dennoch muss man sagen, dass der Kubaner ein Boxer mit Rang und Namen ist, der sich nicht erst einen Bekanntheitsgrad erarbeiten muss. Nach einem oder zwei Kämpfen gegen machbare Gegner und hauptsächlich gegen den Ringrost sollte er nach einem weiteren Kampf gegen einen guten Gegner wenigstens in den Top 30 bei BoxRec auftauchen. Das könnte innerhalb eines Jahres soweit sein, auch wenn man es behutsam angehen lässt.

Nehmen wir einfach mal an, dass Hernandez einen guten Restart seiner Karriere hinlegen kann. Doch was kommt dann? Er wird wohl kaum noch Aussicht haben, bei einem der vier großen Verbände Weltmeister zu werden. Was er aber (voraus gesetzt es geht alles glatt) kann, ist noch ein paar gut bezahlte Kämpfe für sich und das SES Team zu bekommen. Sein neuer Vertragspartner Ulf Steinforth wird schon dafür sorgen, dass Hernandez auswärts in den Ring steigen kann. SES hat es geschafft, Tom Schwarz in den USA kämpfen zu lassen. Da sollte es mit einem Yoan Pablo Hernandez auch kein Problem sein. Steinforth wird mit Hernandez bestimmt keinen Vertrag gemacht haben, um ihn dann länger als nötig auf irgendwelchen Undercards boxen zu lassen. Drücken wir mal die Daumen, dass Hernandez in den nächsten 2 oder 3 Jahren noch ein paar gute Erfolge feiern und seine finanzielle Zukunft absichern kann. 

 

 

 

 

 

 

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16 Kommentare

  1. 30. Juli 2020 at 23:16 —

    Wieso werden jetzt zum gleichen Thema mehrere Berichte geschrieben?
    Mittlerweile sollte jeder mitbekommen haben, dass YP Hernandez ein Comeback versucht.

    PS: Der Bericht von reineckefuchs ist deutlich neutral-kritischer geschrieben und spiegelt imho auch die Gegebenheiten besser wider.
    Hoffe nur nicht, dass Hernandez das liest. Der ist ja was Kritik anbetrifft sehr empfindlich und hatte damals gesagt, Dass Henry Maske nicht mehr sein Freund ist, als dieser das Urteil bei einem Kampf kritisierte. (war es vs. Ross oder Arslan? Kann mich nicht mehr erinnern…)

  2. 30. Juli 2020 at 23:38 —

    @ El Demo

    Das eine ist die Pressemeldung. Leider werden auf Boxen.de Pressemitteulungen nicht also solche gekennzeichnet, sondern laufen unter “Redaktion”. Das andere ist ein Beitrag, in diesem Fall vom Fuchs.
    Zwar gibt es “Vorgaben” für gute Pressemitteilungen (zB: Pressemitteilung schreiben heißt nicht Werbung machen), aber in der Praxis seht es anders aus: Pressemeldungen sind nicht neutral, sondern schönfärberisch.

  3. 31. Juli 2020 at 01:32 —

    Hernandez gegen Usyk wäre doch was…zwei ausgezeichnete Techniker gegeneinander im Schwergewicht, also ich würde den Kampf begrüßen. Gute Standortbestimmung und die Börse wäre für beide sicherlich auch nicht schlecht. Beide ungeschlagen als Weltmeister im CW zieht bestimmt.

    • 31. Juli 2020 at 15:40 —

      Denke schon, dass Usyk auch gegen Prime-Hernandez klarer Favorit gewesen wäre…
      …Usyk gegen einen Past-Prime-Hernandez wäre sicher ein absolutes Mismatch, zumal ich nicht davon ausgehe, dass Hernandez (in einer höheren Gewichtsklasse) wieder boxt, weil er noch so fit ist, sondern eher, weil er Geld braucht…

      • 1. August 2020 at 14:18 —

        Volle Zustimmung das Usyk klarer Favorit wäre gegen Hernandez in seiner Prime. Denke auch das er nach der langen Pause dadurch bessere Chancen hat gegen Usyk, jedoch würden beide von den skills gut zusammen passen und könnte technisch gesehen ein guter Kampf werden mit dem Sieger Usyk. Mir war Hernandez immer sympathisch und ich mochte seinen Stil, würde im einen ordentliche Zahltag gönnen.

      • 1. August 2020 at 18:03 —

        HWFan.. Absolut richtig..!

  4. 31. Juli 2020 at 03:33 —

    Ob so ein Comeback nach 6 Jahren Pause und in einer höheren Gewichtsklasse so eine gute Idee ist muss sich erst noch zeigen, ich bin da eher skeptisch.

  5. 31. Juli 2020 at 08:05 —

    Ich denke Hernandez kann sehr wohl Weltmeister im Schwergewicht werden. Vielleicht nicht gegen Joshua oder Fury aber gegen den seit drei Jahren ungeschlagenen und regierenden Weltmeister Mahmoud Charr rechne ich ihm gute Chancen aus.
    El Demoledor
    Das mit Henry Maske ist nicht mehr mein Freund kam nicht von Hernandez sondern von Ulli Wegner

    • 31. Juli 2020 at 13:16 —

      Das kam definitiv von Hernandez…
      Die beiden hatten ja zusammen im Film über Max Schmeling gespielt.
      Wegner kritisierte Maske natürlich auch und sprach vo so etwas wie Nestbeschmutzung.

    • 31. Juli 2020 at 15:37 —

      …naja, zumindest waren Hernandez und Charr in etwa beide gleich lang inaktiv… 😉 😉 😉

      • 31. Juli 2020 at 16:30 —

        Nur, dass der eine boxen kann und der andere maximal in der neuen Küche seiner Mutti Hüftspeck anfuttert und darauf wartet endlich ein richtiger Deutscher zu werden. 😉

        • 31. Juli 2020 at 19:14 —

          “Früher” zumindest definitiv…
          …dass er allerdings nach langer Inaktivität und evtl. “mit Übergewicht” ansatzweise an alte Erfolge anknüpfen kann, bezweifle ich eher…

    • 1. August 2020 at 18:00 —

      Da hab ich aber große Zweifel..
      Mal abgesehen von der schön anzusehenden Technik hätte Hernandez schon früher nicht das Zeug fürs HW gehabt..
      Sorry, aber dem hat damals schon im Cruiser die nötige Toughness gefehlt.. Der würde evtl paar Runden ganz gut aussehen und nach den ersten Treffern sang- und klanglos einbrechen, auch bzw sogar vs Charr..

      • 1. August 2020 at 18:16 —

        Bin ganz mit dir. Hernandez war im CW immer was fürs Auge. Ein technisch sehr sauberer Boxer mit einer hohen Schlagvariabilität, aber die nötige härte und der Knockoutinstinkt gingen ihm schon immer ab.

        Gegen Charr könnte es sogar reichen. Der schlägt für das HW auch nicht so dolle und ist sehr sehr steif in der Hüfte. Gespart mit seiner durchschnittlichen Technik und seiner mittlerweile fast 4 jährigen Ringabstinenz könnte es sogar für einen Hernandez m.M.n tatsächlich sogar reichen.

        • 1. August 2020 at 18:26 —

          Naja, Charr ist natürlich sehr limitiert, baut aber im Vorwärtsgang schon sowas ähnliches wie Druck auf.. und das würde mMn für Hernandez nach langer Inaktivität schon reichen..

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