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Yoan Pablo Hernandez: KO-Niederlage gegen ‚Kingpin‘

Yoan Pablo Hernandez: KO-Niederlage gegen ‚Kingpin‘

Dass nicht jeder Comebackversuch von Erfolg gekrönt ist, damit müssen sich die Fans des ehemaligen IBF-Cruisergewichtweltmeisters Yoan Pablo Hernandez nun anfreunden. Hernandez trat – nach rund sechs Jahren Ringabstinenz – bei der SES-Fightnight auf der Seebühne Elbauenpark in Magdeburg gegen den „in vielen Titelkämpfen gestählten US-Amerikaner Kevin Johnson“ (so die SES-Pressemitteilung) an.

Doch der als Aufbaugegner vorgesehene ‚Kingpin‘ erwies sich als Problem für ‚Iron Man‘ Hernandez. Schon in Runde 2 gelang es Johnson, seinen Gegner an den Ringseilen zu stellen und mit einer Schlagserie einzudecken. Der ein oder andere Zuschauer hat sich vermutlich gefragt, warum SES-Boxer Hernandez seine Deckung völlig vernachlässigt.

Bis zur dritten Runde konnte Hernandez trotzdem gegen den plattfüßig durch den Ring watschelnden Johnson Akzente setzen. Hernandez` Schlaghärte allerdings schien den mittlerweile in Gelsenkirchen lebenden US-Amerikaner aber zu keiner Zeit zu beeindrucken. Während Hernandez im weiteren Verlauf immer hektischer wurde, gelangen Johnson die besseren Treffer.

„Mach das jetzt für uns!“ forderte Coach Christoph Schlender in der Ecke von Hernandez vor dem Gongschlag zur vierten Runde. Doch vergeblich. Stattdessen musste der Boxer aus Stendal zum ersten Mal angezählt werden, verlor danach jegliche Kontrolle über den Fight und versuchte sich mit Johnson im offenen Schlagabtausch. Nicht schön und nicht schön anzuschauen. Wo ist der Boxer geblieben, der 2011 und 2012 gegen Steve Cunningham gewann, der 2013 Alexander Alekseev KO schlug?

Das Ende kam in Runde 7, als Johnson gegen seinen auch konditionell abbauenden Gegner den Sack zumachte. „Die Härte fürs Schwergewicht ist nicht da!“ diagnostizierte Halbschwergewichtsweltmeister und MDR-Experte Dominic Bösel. Hernandez‘ Trainer fand trotzdem lobende Worte: „Eine Niederlage macht nichts aus. Nach einer Niederlage kann man ruhig weitermachen!”

Kevin Johnson kann nach fünf verlorenen Kämpfen in Folge nun einen vermutlich unerwarteten Sieg verzeichnen. Die Folge: dem 40-jährigen winkt jetzt ein Fight in Russland, verbunden mit einer Börse in Höhe von 100.000 US-Dollar. Darüber hinaus kann Johnson sich auf eine Urlaubsreise freuen: mit seinem Trainer Christian Hiller wettete er über den Kampfausgang. Jetzt muss Hiller einen Urlaub in der Dominikanischen Republik spendieren.

Hier der Link zum Kampf:

https://www.mdr.de/sport/sport-im-osten/video-boxen-yoan-pablo-hernandez-kevin-johnson-100.html

In einem weiteren Kampf der Veranstaltung konnte sich Halbschwergewichtler Tom Dzemski zum neuen Junioren-Weltmeister der IBF krönen. Der 23-jährige setzte knapp nach Punkten gegen seinen Gegner Michael Eifert durch.

Robin Krasniqi hat seinen Comebackkampf nach 15 Monaten Ringpause gewonnen. Ringrichter Oliver Brien beendete den Kampf gegen den Tschechen Stanislav Eschner nach 2:46 Minuten in der sechsten Runde.

Schwergewichtler Peter Kadiru besiegte seinen Kontrahenten Ali Durmaz in Runde 2. Der 23-jährige Hamburger konnte seinen Gegner in der Ecke stellen, Durmaz musste zu Boden gehen und wurde ausgezählt.

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12 Kommentare

  1. 23. August 2020 at 11:42 —

    Ich denke, eine Niederlage gegen einen so erfahrenen, in vielen Titelkämpfen gestählten Gegner wie Johnson darf man nicht überbewerten…
    Ich bin der festen Überzeugung, dass Hernandez im Schwergewicht noch richtig viel reißen wird… 😀

    • 23. August 2020 at 11:47 —

      Klar.. gegen einen Puncher wie Johnson kann das schon mal passieren.. Wichtig ist halt, dass er daraus die richtigen Schlüsse zieht und NOCH stärker zurück kommt.. 😉

      • 23. August 2020 at 12:03 —

        Sehe ich auch so: Noch 2, 3 Aufbaukämpfe, um den restlichen Ringrost abzuschütteln, dann kann er auch im Schwergewicht ganz oben angreifen…! 😉

    • 23. August 2020 at 12:00 —

      …ich meine, nich umsonst durfte er im Schmeling-Film Joe Louis darstellen…!

      Naja, wobei die Linke im in den ersten Runden eig. wirklich schön gekommen ist – nur halt leider wohl mit zu wenig Power…

      Krass, der Ringsprecher hat mit mir zusammen Abi gemacht… 😀

  2. 23. August 2020 at 12:08 —

    Hui … einer unserer User hat Abi! Das wertet die Seite natürlich auf! 🙂
    Ich habe mich gefragt, was Hernandez mit seinen “Püfferchen” erreichen wollte. Er hat sich ohne Sinn und Verstand da was zusammen”geboxt”. Ganz schwache Vorstellung. Ob da noch was kommt … (?)

    • 23. August 2020 at 12:22 —

      Äh, ich dachte, das ginge schon ganz klar aus der Qualität meiner Kommentare hervor…! 😀 😀 😀

      Habe eigentlich nicht daran gezweifelt, dass PP-Hernandez im HW sang- und klanglos untergehen wird, aber ich bin davon ausgegangen, dass man wenigstens clever genug gewesen wäre, Johnson vorher zu bestechen… 😉

      Nein, als ich hörte, dass Johnson der erste Gegner im Schwergewicht sein würde, hatte ich schon damit gerechnet, dass YPH gegen einen inaktiven Johnson vllt. noch einen knappen Punktsieg einfahren könnte…

      …aber die Aussicht auf einen ordentlichen Zahltag und einen Gratis-Urlaub in Verbindung mit Hernandez’ “überschaubarer” Schlaghärte haben den alten Johnson wohl doch nochmal richtig aktiv werden lassen… 😉

  3. 23. August 2020 at 12:25 —

    @ HWFan
    Da bekommt die Bezeichung “Journeyman” ja gleich eine ganz andere Bedeutung! 🙂

  4. 25. August 2020 at 10:19 —

    Typisches Cruiser-Debakel im Schwergewicht, gepaart mit zuviel vorangehender Inaktivität!

    Der Kingpin ist nur noch ein Journeyman, aber er ist nunmal ein richtiger Schwergewichtler. Meines Erachtens war er noch nie auf dem Boden, obwohl er Leute wie Vitali Klitschko, Anthony Joshua. Filip Hrogovic und Daniel Dubois im Kampfrekord hat.

    Hernandez hätte sich bewusst sein müssen, dass er 12 Runden lang gegen eine Wand schlagen muss und dabei nicht wirklich etwas erreichen kann. Hernandez war/ist ein guter Techniker, aber selbst im Cruiser hat er nur eine KO-Rate von 45%. Johnson wird das ziemlich früh gemerkt haben, dass er bis auf eine Punkteniederlage absolut nichts zu verlieren hat. So konnte er ganz geduldig seine Gewichtsvorteile ausspielen und Hernandez mit einem gemütlichen Vorwärtsgang Stück für Stück die Kondition rauben. Am Ende war es dann auch für ihn ein “Leichtes”, denn Sack einfach zu zu machen!

    In keiner Gewichtsklasse ist der der Sprung zur nächst höheren entscheidener und gefährlicher, als vom Cruiser- zum Schwergewicht!

    • 25. August 2020 at 15:22 —

      der kampf war doch nur auf 8 runden angesetzt. ob johnson schon mal am boden war weiß ich auch nicht. er hat 3 mal durch tko verloren aber ob er vorher am boden war kann ich nicht sagen.

      • 25. August 2020 at 18:38 —

        Na dann musste Hernandez wohl nur 8 Runden lang gegen eine Wand schlagen! Das macht aber in diesem Falle keinen wirklichen Unterschied.

  5. 25. August 2020 at 23:34 —

    AJ hat Kingpin tatsächlich durch (T)KO besiegt und ihn am Boden gehabt. Auch beispielsweise der hochgelobte Daniel Dubois hat dies nicht geschafft. Den Kampf gegen Martin Bakole hat Johnson ebenfalls durch TKO verloren, ich hab das allerdings nicht gesehen. Alle anderen Niederlagen waren Decisions.

    Normalerweise lässt sich Johnson locker besiegen, da er einfach keine Lust hat, sich für seine Börse übermäßig zu schinden – so zum Beispiel gegen Charr, Chisora, Hrgovic, Gorman, Wach oder ähnliche, denen er boxerisch eigentlich haushoch überlegen ist. Dann steht er an den Seilen und lässt sich (leicht) treffen und schlägt selbst so gut wie nie, gegen harte Treffer schützt er sich mit seinen immer noch sehr guten Meidbewegungen und seiner Doppeldeckung. Danach fährt er zurück nach Georgia und kümmert sich um seine Frau und Kinder, von denen er meines Wissens einige besitzt. Und weiß genau: früher oder später meldet sich eine neue „Schwergewichtshoffnung“ á la Hernandez und bucht ihn mal wieder für ein paar harte Runden. Ich denke, wir werden ihn auch in den nächsten zehn Jahren als Edeljourneyman des öfteren in den Boxringen des Globus bewundern dürfen. Er ist ein sehr netter, umgänglicher Typ, hat witzige Sprüche drauf und immer noch Spaß an seinem Job, weswegen er auch gerne als Sparringspartner gebucht wird.

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