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Yesica Bopp verteidigt erstmals den WBA Super-Worldchamp Titel

So manche Entscheidung des Weltverbandes WBA sorgt für Erstaunen. Entgegen den vollmundigen Ankündigungen die Titelflut eindämmen zu wollen, werden durch den Verband alle Möglichkeiten genutzt, an den bestehenden Titeln festzuhalten und sogar durch neue Titel (Gold) zu ergänzen. Allein schon die seltsame Einteilung in „regulärer Champ“ und „Super-World Champ“ dient scheinbar nur dem Gelderwerb. Was früher ein WBA-Champ war, ist heute nur noch ein WBA-Weltmeister 2. Klasse. Der Kölner Manuel Charr ist, bzw. war das beste Beispiel dafür.

Die 37-jährige Argentinierin Yesica Bopp (36(16)-2-0) kämpfte 2008 zum ersten Mal um den WBA-Interimstitel im Halbfliegengewicht. Im Juni 2009 holte sie den vakanten Gürtel durch einen TKO 2 Sieg gegen die Kolumbianerin Paulina Cardona. Bopp steht mit der langen Weltmeisterschaft im Frauenboxen sogar im Guiness-Buch der Rekorde. Diese Weltmeisterschaft wurde in Frage gestellt, nachdem Bopp den Wunsch hatte, an den Olympischen Spielen 2020 in Tokyo teilnehmen zu wollen. Sie verteidigte ihren Profi-Titel im Juni 2019 zum letzten Mal. Die Qualifikation für die Olympischen Spiele bedeutete für Bopp eine Umstellung auf das Amateurboxen. Diese Umstellung gelang ihr nicht besonders gut und sie schied bei der vorolympischen Qualifikation in Kolumbien mit 2 Niederlagen aus.

Über diese Niederlagen machte Bopp sich lustig. Offenbar wollte sie sich nicht anmerken lassen, wie sehr sie das Versagen als Amateur “gewurmt” hat. Sie bezeichnete Kopfschutz und große Handschuhe als “Rückkehr zum Dilettantismus” und sah das Ganze ihrem reden nach als “Party”.

Der WBA-Titel im Halbfliegengewicht wurde in dieser Zeit für vakant erklärt. Die Mexikanerin Maria Guadelupe Bautista ist sein Dezember 2020 ihr neuer Besitzer. Wer jetzt glaubt, Yesica Bopp würde deswegen boxerisch vor dem „Aus“ sehen, muss sich eines Besseren belehren lassen.

Die Mexikanerin jetzt gegen Bopp kämpfen zu lassen, wäre vielleicht eine gute Option gewesen. Allerdings: Die WBA, in Person ihres umtriebigen Präsidenten Gilbert Mendoza, hatte eine “bessere” Idee. Yesica Bopp wurde (wann auch immer) aufgrund ihrer langen Weltmeisterschaft und 22 Titelverteidigungen zum WBA-Super World Champ erklärt.

Nach über 2 Jahren absolvierte Bopp im September einen Testkampf über 6 Runden. Zum ersten Mal gab es wieder einen offiziellen Fight im Profi-Ring, der allerdings nicht mit großer Ankündigung in Buenos Aires, sondern irgendwo in der argentinischen Provinz stattfand. Bopp verlor nach Punkten. Den Super-World-Titel behielt sie trotzdem und wird ihn am 22. Oktober in Kolumbien gegen die Venezuelanerin Johanna Zuniga verteidigen. Die 29-jährige hat einen glasklar gepimpten Kampfrekord von 16(9)-0-0. Sie stand bisher nur mit schwachen Gegnerinnen im Ring, von denen nicht eine einzige einen positiven Kampfrekord hatte. Wer den Ring als Siegerin verlassen wird, sollte klar sein: Yesica „Tuti“ Bopp. Offiziell heißt es, sie wolle „ihren“ Titel zurück nach Argentinien holen. Das ist eine verkürzte Aussage. Aber welchem normalen Fan sollte man auch sonst die ganzen Zusammenhänge und die verschwurbelte Sachlage erklären, ohne dass ihm schwindelig wird?

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