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Wochenendvorschau 27.11-29.11.2009

Ein Rückkampf im Supermittelgewicht sorgt in Kanada am Wochenende für Aufregen, während in den unteren Gewichtsklassen der japanische Kampf des Jahres steigt, und andere Topkämpfe zwischen eher unbekannten, aber hochklassigen Boxern einiges an Spannung versprechen…

  • Lucian Bute – Librado Andrade II
  • Daisuke Naito – Koki Kameda
  • Joan Guzman – Ali Funeka
  • Oleydong Sithsamerchai – Juan Palacios
  • Raul Garcia – Lorenzo Trejo
  • Luis Concepcion – Roberto Carlos Leyva

  • Lucian Bute – Librado Andrade II

    Am Samstagabend treffen in Quebec City, Kanada die wohl besten beiden Supermittelgewichtler der Welt außerhalb des Super-Six-Turniers aufeinander. Bei dem Kampf zwischen IBF-Weltmeister Lucian Bute und Herausforderer Librado Andrade handelt es sich um einen Rückkampf eines kontroversen Duells, das im Oktober letzten Jahres stattfand.
    Der Rumäne Bute, der aus Kanada boxt, setzte damals seinen Titel und seinen lupenreinen Kampfrekord gegen den Mexikaner Andrade auf das Spiel. Andrade, der zuvor lediglich einmal gegen Mikkel Kessler verloren hatte, galt als Außenseiter aufgrund seines deutlich kruderen Kampfstils, doch als eisenharter Mann mit Punch wurde ihm durchaus eine Chance hinten heraus durch KO eingeräumt. Uns es kam auch zumindest ähnlich wie erwartet.
    Andrade ging konstant nach vorne und blockte die schnellen Kombinationen des Konterboxers Bute hauptsächlich mit seinem Eisenschädel. Der Mexikaner schlug mehr, war dabei aber sehr unpräzise mit seinen meist unvorbereiteten Schlägen, während Bute durch präzise Schläge aus der Distanz im Rückwärtsgang Runde um Runde einfuhr. Lediglich in der vierten und fünften Runde hatte Andrade einigermaßen Erfolg, den Rest der Runden war Bute der klar überlegene Mann. In der zehnten Runde wurde ihm sogar ein Niederschlag zugesprochen, der jedoch eher ein Ausrutscher von Andrade war.
    Somit ging Bute mit einem klaren Punktevorsprung in die zwölfte und letzte Runde, nachdem Andrade elf Runden lang ohne zu wackeln alles geschluckt hatte, was Bute auszuteilen hatte, und nun seine Chance auf einen KO suchen musste. Bute war inzwischen konditionell ziemlich am Ende und taumelte zum Ende der Runde hin, in der Andrade auch einige Hände ins Ziel hatte bringen können, am Rande der Erschöpfung nur noch durch den Ring. Fünf Sekunden vorm Schlussgong fiel Bute, nachdem der Ringrichter beide Boxer aus einem Clinch getrennt hatte, in die Seile zurück, wo Andrade ihn mit einer rechten Gerade sauber am Kinn erwischte. Bute sank zu Boden und sah nicht so aus, als würde er es wieder hoch schaffen. Doch etwa bei `5´ stand er wieder, wenn auch sehr wacklig. Die letzte Runde war längst abgelaufen, doch er konnte laut Regeln nicht durch den Gong gerettet werden. Mitten im Anzählen nahm sich der Ringrichter noch einmal einige Sekunden Zeit, um Librado Andrade in seine Ecke zurückzuschicken, so dass Bute noch mehr Zeit zum Erholen bekam. Schließlich erklärte er Bute, nachdem er bis `9´ weitergezählt hatte, für fit, um weiterzumachen, obwohl dieser glasige Augen hatte, und kaum zu wissen schien, wo er war. Der Gong erklang, und der Kampf war vorüber.
    Trotz der 10-8 Runde am Schluss für Andrade war Bute, wie zu erwarten, auf den Punktkarten weit vorne, doch vor allem das Ende sorgte weiter für Aufsehen, da der Aufschrei groß war, dass der Ringrichter einerseits Bute zu viel Zeit gegeben habe, indem er Andrade mitten im Anzählen noch mal zurückschickte, und andererseits, da Bute nicht wirklich klar genug schien, als dass der Ringrichter ihn wieder hätte frei geben dürften, egal wie wenig Zeit noch zu absolvieren war. Ein Rückkampf schien unausweichlich, und, nachdem beide Boxer Anfang dieses Jahres jeweils noch einen Kampf gewannen, steht dieser uns nun bevor. Und in Kanada wird dem Kampf entgegengefiebert, wie kaum einem anderen Boxsportereignis. 16000 Tickets waren in weniger als einer Stunde verkauft und ganz Quebec, wo Lucian Bute ein absoluter Superstar ist, kann den Kampf kaum erwarten.
    Unterstützung vom Publikum wird der Weltmeister also reichlich haben, doch eigentlich bräuchte er diese gar nicht unbedingt. Sein boxerisches Können sollte es ihm ermöglichen Problemen, wie die, die er im ersten Aufeinandertreffen mit Andrade hatte, aus dem Weg zu gehen. Wenn Bute, wie über weite Strecken des ersten Kampfes, auf Distanz bleibt, von den Seilen weg bleibt, seinen Rechtsausleger-Jab benutzt, blitzschnelle Kombinationen und Konter schlägt und gar nicht darauf aus ist den unverletzbar scheinenden Andrade auszuknocken, sollte es kaum ein Problem sein eine deutliche Punktentscheidung zu gewinnen. Andrades Schläge sind meist zu langsam, als, dass sie Bute, insofern dieser konzentriert ist, klar treffen können sollten, vor allem, wenn sie, wie gewöhnlich, kommen ohne durch den Jab vorbereitet zu werden. Im ersten Kampf landete Andrade gerade einmal 15 Jabs in den 12 Runden, was es ihm schier unmöglich machte die schweren rechten Geraden zu landen.
    Auch konditionell sollte Bute sich dieses Mal besser eingestellt haben, da er sicher nicht darauf aus ist, eine ähnliche zwölfte Runde wie letztes Mal zu erleben. Andrade hingegen hat bereits angekündigt dieses Mal noch früher und noch mehr Druck zu machen, doch ich vermute, dass ihn das nur noch mehr Konter von Bute einbringen wird.
    Insgesamt stehen eigentlich alle Zeichen auf einen ähnlichen Kampf wie im Oktober 2008 – nur ohne Butes Probleme am Schluss. Der verteidigende Weltmeister sollte, dieses Mal gewarnt, seine boxerischen Fähigkeiten 12 Runden lang zur Schau stellen können und am Ende mit dem Titel und einem sehr klaren Punktsieg nach Hause gehen können. Alles andere wäre eine Überraschung. Die einzige Chance für Andrade besteht darin, dass Bute erneut entweder konditionell einbricht oder zu einem Zeitpunkt unkonzentriert agiert. Doch die Chancen sind meiner Meinung nach eher gering.


    Daisuke Naito – Koki Kameda

    Mindestens für ein Land findet der absolute Kampf des Jahres am kommenden Sonntag statt. Denn in Japan ist das Aufeinandertreffen von WBC-Fliegengewichtsweltmeister Daisuke Naito und Herausforderer Koki Kameda kaum an Popularität zu überbieten. Das hat viele Gründe, die sowohl Naitos Vergangenheit anbelangen als auch, und vor allem, die von Koki Kameda.
    Kameda ist ein absoluter Star in Japan, und das bereits seit vielen Jahren. Der ungeschlagene Rechtsausleger, der ein ehemaliger Weltmeister im Halbfliegengewicht ist, ist der älteste von drei boxenden Brüdern, und wurde schon früh, nachdem sein Vater die drei Söhne bereits im Kindesalter trainierte, im Fernsehen bei seinen Amateurkämpfen sowie einem Showkampf mit Profiweltmeister Hiroki Ioka gezeigt. Als er mit 19 Jahren seinen ersten Titel durchaus etwas kontrovers gewann, schalteten 50 Millionen Zuschauer im japanischen Fernsehen ein. Er gewann damals den Titel von Juan Jose Landaeta per Split Decision, obwohl viele Zuschauer den Titelverteidiger vorne hatten. Nach einer Titelverteidigung im Rückkampf, in dem der Sieg deutlicher ausfiel, stieg Kameda dann Anfang 2007 ins Fliegengewicht auf.
    Naito hingegen hat zwar eine sehr illustre boxerische Vergangenheit, doch was ihn für das japanische Publikum für diesen Kampf so interessant macht, ist hauptsächlich ein einziger Kampf. Dabei hat Naito eine grandiose Rivalität mit dem langjährigen Fliegengewichtsweltmeister Pongsaklek Wonjongkam hinter sich, die ihn dazu machte, was er heute ist. 2002 wurde er von dem Thai in einer Runde ausgeknockt, dreieinhalb Jahre später verlor er eine technische Entscheidung. Im Juli 2007 wurde Naito im dritten Kampf mit Wonjongkam endlich Weltmeister, als er ihn knapp über die Punkte schlug, bevor beide sich in ihrem vierten Duell im März 2008 unentschieden trennten. Heute gilt Naito, der seinen Titel inzwischen fünfmal erfolgreich verteidigt hat, fast einstimmig als bester Boxer im Fliegengewicht.
    Doch, dass ein japanischer Boxer, der der beste seiner Gewichtsklasse ist, auf einen japanischen ungeschlagenen Ex-Weltmeister als Herausforderer trifft, der ein Superstar in seinem Land ist, reicht noch nicht aus. Vor seinem bisher finalen Kampf mit Wonjongkam traf Daisuke Naito auf Kokis Bruder Daiki Kameda. Daiki war zu dem Zeitpunkt in zehn Kämpfen ungeschlagen und kämpfte, ebenfalls als Star in Japan, zum ersten Mal um den Titel. Doch Naito zeigte sich als besserer Boxer und beherrschte Daiki Kameda recht deutlich, was dazu führte, dass Daiki sich mit nichts anderem zu helfen wusste, als Naito mit Ellbögen zu attackieren und zu Wrestling-Methoden zu greifen. Nach dem Kampf wurde er dafür für ein Jahr vom Boxen suspendiert. An dem Abend war auch Koki Kameda in der Ecke seines Bruders und die TV-Kameras schnitten mit, wie in einer Rundenpause Koki seinem Bruder dazu aufforderte Naito mit Ellenbögen zu bearbeiten.
    All dies mischt für Sonntag einen explosiven Cocktail, der durch Koki Kamedas Charakter nur noch entzündlicher wird. Er gilt als respektlos, arrogant und auch als unfair im Ring. Er ist äußerst aggressiv im Ring und schlägt ziemlich hart. Als technisch fein kann man ihn nicht unbedingt bezeichnen, aber einigermaßen geschult erscheint er mir schon. Trotzdem konzentriert er sich meist auf hart geschlagene Haken, die er, sobald sein Gegner in Reichweite ist, schlägt. Naito ist ihm gar nicht mal so unähnlich in seiner boxerischen Art und Weise, denn auch er ist ein schlagstarker Mann, der den ein oder anderen technischen Mangel hat, mir aber doch insgesamt der boxerisch bessere Mann zu sein scheint. Zudem hat er deutlich mehr Erfahrung als der immer noch junge Kameda.
    Ich gehe davon aus, dass es ein fantastischer Kampf werden wird, der ähnlich aussehen wird, wie der zwischen Naito und Kokis Bruder Daiki, nur dass ich Koki für etwas stärker halte, so dass es ein engerer Kampf werden wird. Trotzdem favorisiere ich den Weltmeister, da Koki Kameda beispielsweise gegen Landaeta bereits einige Schwächen gezeigt hat, und auch zu Boden musste. Dies könnte ihn gegen den schlachterprobten Naito erneut widerfahren. Vor allem gegen Wonjongkam hat dieser bereits seine Klasse deutlicher unter Beweis gestellt als Kameda in seinen bisherigen Kämpfen, so dass ich an einen Punktsieg des Weltmeisters glaube.


    Joan Guzman – Ali Funeka

    Auf der Undercard des Bute – Andrade Kampfes kommt es zu einem äußerst interessanten Kampf um den vakanten IBF-Titel im Leichtgewicht. Der ungeschlagene Ex-Superbantam- und Superfedergewichtsweltmeister Joan Guzman trifft dabei auf Ali Funeka.
    Funeka war bis Februar dieses Jahres eher unbekannt, da er alle seine 33 Kämpfe in Südafrika bestritten hatte. Doch dann bekam er die Chance gegen Dreifachweltmeister Nate Campbell und boxte sich mit einer guten Leistung mitten in die Spitze des Leichtgewichts. Zwar verlor er äußerst unglücklich eine Mehrheitsentscheidung, die mehr nach einem Unentschieden aussah, gegen Campbell, der nach dem Kampf, für den er bereits das Gewicht nicht bringen konnte, ins Halbwelter wechselte, doch er überzeugte viele Fans und Experten.
    Mit 1,85 m Körpergröße ist Funeka ein äußerst ungewöhnlich großer Leichtgewichtler, der aber nicht nur auf seine physischen Attribute vertraut, sondern auch sehr solide boxerische Fähigkeiten mit in den Ring bringt. Er zeigte gegen Campbell solide Technik, einen guten Jab, gute Beinarbeit und mentale Stärke, als er nach einem Niederschlag in der zweiten Runde in den folgenden Runden gut zurückkam. Doch vor allem bereitete er Campbell mit seiner Aktivität Probleme. Er schlug fast ununterbrochen (938 mal im gesamten Kampfverlauf), was ihm, obwohl eine Vielzahl der Schläge an Campbells guter Deckung hängen blieb, die ein oder andere Runde einbrachte. Sein Kampfrekord deutet zudem an, dass er auch einen sehr ordentlichen Punch besitzt.
    Joan Guzman hingegen ist ein exzellenter Boxer, der phänomenalen Handspeed hat gepaart mit technischer Klasse. Sein wohl bester Sieg gelang ihm Ende 2007, als er Humberto Soto klar nach Punkten schlug. Seitdem bestritt er allerdings erst einen einzigen Kampf. Er sollte zuletzt gegen Nate Campbell im Leichtgewicht antreten, brachte aber das Gewicht nicht, und war, durch das Gewichtmachen zu dehydriert, nicht dazu bereit, den Kampf noch zu bestreiten. Die Frage ist also, ob er inzwischen Ringrost angesetzt hat, oder ob er immer noch so stark ist, wie in seinen vorherigen Kämpfen.
    Für Guzman heißt es seinen Geschwindigkeitsvorteil auszunutzen, um Funekas 13cm Reichweitenvorteil zu annullieren. Ganz einfach sollte dies nicht sein bei Funekas hoher Aktivität, doch die technische Klasse dazu besitzt Joan Guzman. Funekas Plan hingegen sollte es sein Guzman dabei zu erwischen, wenn er versucht in Reichweite zu kommen. Guzmans bester Schlag könnte die Overhand-Right sein, die Nate Campbell gegen Funeka erfolgreich anbringen konnte. Ob ein perfekter Schlag von Guzman allerdings auch für einen Niederschlag reichen wird, ist zumindest anzuzweifeln, da Guzman bei dem Aufstieg durch die Gewichtsklassen etwas seine Schlagkraft verloren zu haben scheint.
    Ich denke, dass Guzman am Anfang durchaus Probleme haben könnte mit Funekas Reichweite und Aktivität, aber dann nach einigen Runde mehr und mehr in den Kampf rein finden wird. Er sollte in der Lage sein Funekas langsameren Schlägen aus dem Weg zu gehen, und so anhand der klareren Treffer die meisten Runden für sich zu entscheiden. Ich rechne mit einer engen, aber verdienten Punktentscheidung für Guzman. Sollte Funeka das Ding gewinnen, wäre ich allerdings auch nicht allzu überrascht, da es eine gute, ausgeglichene Paarung ist.


    Oleydong Sithsamerchai – Juan Palacios

    Das Minimumgewicht ist die zurzeit wohl am wenigsten beachtete Gewichtsklasse. Doch bei den Boxern, die derzeit aktiv sind, ist das unberechtigterweise der Fall. Denn abseits von großen Events kämpfen durchaus fähige Boxer in der niedrigsten Gewichtsklasse, und in Thailand treffen mit Oleydong Sithsamerchai und Juan Palacios am Samstag zwei der absolut Besten aufeinander. Das Ring-Magazine sieht Sithsamerchai als drittbesten und Palacios als achtbesten Boxer der ganz leichten Jungs an, und das nicht zu Unrecht. Beide halten außerdem WBC Titel. Sithsamerchai den regulären, Palacios den Interimstitel. Damit trägt der Kampf auch zur Aufklärung der Lage im Minimumgewicht bei, was vor allem fehlt, um für mehr Attraktivität zu sorgen.
    Der Thai Sithsamerchai ist, wie auch die anderen beiden großen Weltmeister Raul Garcia und Roman Gonzalez, der vielerorts als Nummer 1 gilt, noch ungeschlagen, während der aus Nicaragua stammende Palacios früh in seiner Karriere zwei Niederlagen erlitt. Palacios traf in seinem ersten großen Kampf, nachdem er zuvor in 13 Profikämpfen nur unbekannte Gegner geboxt hatte (11 Siege, 1 Niederlage, 1 No Contest), direkt auf den starken Weltmeister Jose Aguirre und unterlag ihm knapp per Split Decision. Danach fing er wieder an sich langsam Richtung Titelkampf zu manövrieren indem er vier Jahre lang gegen weitere unbekannte Gegner eine Siegesserie aufbaute. Im August 2008 traf er auf den starken Omar Soto, den er eindrucksvoll in 10 Runden stoppte, um den Interimstitel der WBC zu gewinnen. Diesen verteidigte er daraufhin noch zweimal erfolgreich durch vorzeitige Siege gegen Teruo Misawa und Erik Ramirez.
    Der 5 Jahre jüngerer Sithsamerchai hingegen hatte im April 2007 seinen ersten großen Auftritt, als er in einem Eliminator ebenfalls den damals noch ungeschlagenen Omar Soto schlug. Er gewann eine hauchdünne Punktentscheidung, die ihm einen Titelkampf mit einem der besten Boxer der Gewichtsklasse, Eagle Kyowa, einbrachte. Diesen schlug er nach Punkten und verteidigte seitdem seinen Titel dreimal erfolgreich. Doch Palacios könnte möglicherweise sein bester Gegner seit Kyowa werden.
    Palacios ist ein starker Puncher, der gut Druck ausüben kann und Dampf in beiden Fäusten hat. Sithsamerchai hingegen ist ein guter Boxer, der aus der Rechtsauslage heraus aus der Distanz im Rückwärtsgang boxt. Er schlägt hauptsächlich schnelle Jabs und linke Geraden, kann aber nicht viel Power hinter seine Schläge setzen, da er oft die Füße eng beieinander hat, um mobiler zu sein. Sein Ziel muss es sein Palacios 12 Runden lang aus dem Weg zu gehen, auch wenn Sithsamerchai sich durchaus in der Halbdistanz durch schnelle Flurries behaupten kann.
    Der Kampf scheint für mich äußerst ausgeglichen zu sein, vor allem da Palacios in seinen letzten Kämpfen sehr stark aussah. Beide können den Kampf gewinnen, wenn sie sich auf ihre jeweiligen Qualitäten berufen, doch wenn ich mich entscheiden müsste, würde ich knapp auf Sithsamerchai nach Punkten treffen, wenn auch mit einigen Zweifeln. Jedoch denke ich, dass er vor Heimpublikum mit seinen überlegenen boxerischen Mitteln etwas mehr Erfolg haben wird, als der kämpferische Palacios.


    Raul Garcia – Lorenzo Trejo

    Ebenso wie Oleydong Sithsamerchai ist auch der IBF-Weltmeister im Minimumgewicht Raul Garcia noch ungeschlagen, hat aber mit Lorenzo Trejo einen deutlich leichteren Gegner vor den Fäusten als sein thailändischer Kollege. Trejo hat bereits 18 Niederlagen bei 30 Siegen und sollte Garcia klar unterlegen sein.
    All zu viel braucht man hier gar nicht zu analysieren, da Garcia als glasklarer Favorit gelten muss, und alles andere als ein Sieg seinerseits als Überraschung gelten müsste. Zwar ist Trejo nicht ganz so schlecht, wie es sein Kampfrekord vermuten lässt, doch sollte es meiner Meinung nach schon für einen KO-Sieg für Garcia hinten heraus reichen, wenn sich die harten Treffer immer mehr häufen.


    Luis Concepcion – Roberto Carlos Leyva

    Zu guter Letzt trifft noch der Interimsweltmeister der WBA im Fliegengewicht Luis Concepcion auf Herausforderer Roberto Carlos Leyva. Concepcion gewann diesen Titel zuletzt im September gegen Omar Salado, während Leyva neun seiner letzten vierzehn Kämpfe verlor, und das teilweise gegen eher durchschnittliche Gegner. Concepcion, der aggressiv boxt, und gut zulangen kann, sollte mit Leyva normalerweise wenig Probleme haben. Er sollte ihm klar überlegen sein und von Anfang an viel Druck ausüben und klare Hände landen können. Ich kann mir, ehrlich gesagt, nicht vorstellen, dass der Kampf allzu lange dauern wird und tippe auf einen KO-Sieg für Concepcion innerhalb der ersten vier Runden.

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