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Wochenendvorschau 26.-27.03.2010

Für Boxfans steht das bisher mit Abstand beste Wochenende des Jahres an. Über ein Dutzend Topkämpfe gibt es rund um den Globus, angeführt vom Kampf zwischen Arthur Abraham und Andre Dirrell, die die zweite Runde des Super-Six Turniers einläuten. Ansonsten gibt es explosive Topansetzungen zwischen Halbschwergewicht und Minimumgewicht…

  • Arthur Abraham – Andre Dirrell
  • Anselmo Moreno – Nehomar Cermeno
  • Ali Funeka – Joan Guzman II
  • Koki Kameda – Pongsaklek Wonjongkam
  • Raul Garcia – Nkosinathi Joyi
  • Marcos Rene Maidana – Victor Manuel Cayo
  • Yuriorkis Gamboa – Jonathan Victor Barros
  • Oleydong Sithsamerchai – Yasutaka Kuroki
  • Chris Henry – Hugo Hernan Garay
  • Jorge Linares – Francisco Lorenzo
  • Ulises Solis – Bert Batawang II
  • Steve Molitor – Takalani Ndlovu II
  • Giovanni Segura – Ronald Ramos

  • Arthur Abraham – Andre Dirrell

    Arthur Abraham hat eine ideale Ausgangslage zu Beginn der zweiten Runde der Super Six. Als einziger Teilnehmer hat er in der ersten Runde einen KO-Sieg erzielen können und führt damit mit drei Punkten die Wertung an. Andre Dirrell, sein Gegner am Samstag, steht unterdessen nach einer umstrittenen Punktniederlage in England gegen Carl Froch bereits ein wenig mit dem Rücken zur Wand.
    Dirrell landete gegen Froch die deutlicheren Treffer, konnte den Engländer anklingeln, doch bekam am Ende den Sieg nicht zugesprochen. Viele kritisierten später, dass er zu wenig den Kampf initiiert hätte und meist im Rückwärtsgang war, während Froch der aktivere Mann war, auch wenn er meist nur Luft traf. Arthur Abraham hingegen ließ es in Runde 1 gar nicht erst in den Händen der Punktrichter und streckte Jermain Taylor wenige Sekunden vor Ende des Kampfes zum KO nieder. Taylor, dessen Teilnahme von Anfang an kritisiert wurde, stieg wenig später aus dem Turnier aus, und wird nun von Allan Green vertreten. Andre Dirrell ist ähnlich wie Jermain Taylor ein sehr athletischer Boxer, wird aber wohl eine Nummer härter werden als Taylor, den einige bereits vorher als beschädigte Ware bezeichneten.
    Dirrell ist unheimlich schnell mit seinen Händen und besitzt außerordentliche Reflexe. Ähnlich wie sein Landsmann Andre Ward ist er für seine Gegner außerdem schwer auszurechnen, da er sehr häufig und fließend im Kampf zwischen Normal- und Rechtsauslage wechselt.
    Die Stärken von Arthur Abraham sind bekannt. Er besitzt eine wasserdichte Doppeldeckung und einen absoluten Hammer. Zudem ist er sehr diszipliniert und abwartend und jederzeit im Kampf in der Lage einen KO-Schlag abzufeuern. Es sind jedoch seine Schwächen, auf die man schauen muss. Abraham fängt die ersten Runden häufig sehr langsam an und ist generell nicht der aktivste Boxer. Oft verschanzt er sich lange Zeit hinter seiner Doppeldeckung um auf die richtige Gelegenheit zu warten mit seinen Schlägen zu explodieren. Andre Dirrell wird versuchen genau das auszunutzen. Mit seinen acht Zentimeter längeren Armen wird er versuchen stets auf Distanz zu bleiben und sich, im Oberkörper beweglich, um Abraham herum zu bewegen. Dabei wird er mit langen Geraden versuchen einen Weg um Abrahams Deckung zu finden. Dirrell hat auch angekündigt viel zum Körper gehen zu wollen, da Abraham dort offen sei, wenn er seine Deckung so hoch hält. Wenn er dabei schnell genug zur Sache geht und nach den Schlägen wieder außer Reichweite geht, ist dies sicherlich eine gute Idee, jedoch muss er aufpassen, dass er sich nicht eine blitzschnelle rechte Gerade von Abraham als Konter einfängt.
    Abraham hingegen muss gerade auf diese Momente warten. Es ist nicht sein Stil viele Schläge pro Runde zu schlagen und deshalb muss er die, die er schlägt, zählen lassen. Dirrells Reflexe werden es ihm, wie schon zuvor Froch, schwer machen ihn klar zu treffen, aber Abrahams oft passive Art wickelt auch hin und wieder seine Gegner in ein falsches Gefühl von Sicherheit bis er dann plötzlich mit hammerharten Schlgäen überrascht. Ich denke, dass Abraham vor allem versuchen sollte Kombinationen zu schlagen. Andre Dirrell ist sehr beweglich im Oberkörper und lehnt sich reflexartig nach hinten und zu den Seiten weg um den gegnerischen Schlägen zu entgehen. Schlägt Abraham nur einen oder zwei Schläge auf einmal, wird Dirrell wenig Probleme haben diesen auszuweichen. Kommt jedoch nach dem Jab und der rechten Gerade noch ein linker Haken und möglicherweise eine weitere Gerade oder ein Aufwärtshaken hinterher, kann er damit den sich weglehnenden Dirrell unvorbereitet treffen, während dieser keine richtige Balance hat.
    Mit Einzelschlägen wird Dirrell schwer klar zu treffen sein, solange er sich nicht unkonzentriert zeigt, doch der Froch-Kampf hat auch bereits bewiesen, dass Dirrells bewegliche Art nicht unbedingt gut bei den Punktrichtern ankommt. Zwar war der Kampf in England im Hinterhof von Carl Froch, doch auch in Amerika wird traditionell eher für den Aggressor gepunktet als für den defensivstarken Boxer. Daher wird Andre Dirrell etwas risikofreudiger zu Werke gehen müssen als noch gegen Carl Froch, was sicherlich Arthur Abraham wiederum in die Karten spielen wird.
    Die ersten Runden sollten dem schnelleren und agileren Dirrell gehören, wenn Arthur Abraham wie gewohnt in diesen wenig macht. Etwa ab der vierten Runde dreht Abraham dann für gewöhnlich auf und wird die ersten richtig guten Aktionen haben. Dann entscheidet sich wie Dirrell reagiert, wenn er die Power von Abraham zu spüren bekommt. Ich glaube, dass Dirrell insgesamt zu schnell auf den Beinen ist und mit zu guten Reflexen ausgetattet ist, als dass Arthur Abraham ihn KO schlagen wird. Jedoch bin ich mir auch nicht sicher, ob Andre Dirrell aktiv genug sein wird um den Punktsieg vor heimischen Publikum mit zu nehmen. Ich glaube an einen ganz engen Kampf nach Punkten, dessen Ausgang stark von dem Geschmack der Punktrichter abhängt, aber im Endeffekt kontrovers an Arthur Abraham gehen wird. Abraham dürfte einfach die klareren Aktionen bringen und sich so die Runden sichern, während Dirrell viel Pulver auf die Deckung Abrahams verschießen wird und insgesamt zu viel im Rückwärtsgang unterwegs sein wird, als dass er genug Punkte für einen Sieg sammeln wird. Es ist definitiv alles möglich in diesem Kampf und Dirrell hat auch das Zeug dazu Abraham auszupunkten, nur glaube ich nicht, dass er den richtigen Kampfplan so umsetzen wird.


    Anselmo Moreno – Nehomar Cermeno

    Im Bantamgewicht werden derzeit die besten Ansetzungen im ganzen Sport gemacht. Die beiden viel versprechenden Talente Yonnhy Perez, Weltmeister der IBF, und Abner Mares, möglicherweise das größte Talent Mexikos zur Zeit, treffen demnächst aufeinander, und in Japan kommt es zum absoluten Kracher zwischen WBC-Champ Hozumi Hasegawa und WBO-Weltmeister Fernando Montiel. Der letzte der vier Gürtel steht dieses Wochenende in einer weiteren hochklassigen Ansetzung auf dem Spiel. Der reguläre Weltmeister der WBA Anselmo Moreno trifft auf Interimschamp Nehomar Cermeno.
    Für Moreno ist es bereits die sechste Titelverteidigung seitdem er Wladimir Sidorenko den Titel in Deutschland abnahm; ein Ergebnis, das er ein Jahr später im Rückkampf bestätigte. Doch, obwohl Sidorenko ein absoluter Spitzenmann ist, droht Nehomar Cermeno sein wohl bester bisheriger Gegner zu werden. Bis zum März letzten Jahres war der ungeschlagene Venezuelaner noch ein völlig Unbekannter, doch als er Cristian Mijares für den Interimstitel der WBA nach Punkten schlug, in einem Kampf, der als Aufbaukampf für den gefallenen Star Mijares gedacht war, und dann das Ergebnis wenig später im Rückkampf wiederholte, wurden schon viele Experten hellhörig. Als er dann zuletzt einen beeindruckenden KO-Sieg gegen den nicht zu unterschätzenden Alejandro Valdez feierte, waren die meisten überzeugt, dass hier ein neuer Star gefunden sein könnte.
    Cermeno bewegt sich im Ring äußerst gut, boxt vielseitig – mal als Konterboxer, mal als Aggressor – und boxt insgesamt sehr routiniert. Er ist viel schwerer zu treffen als es sein Stil vermuten lassen würde und ist dabei selbst sehr präzise mit seinen Schlägen. Zudem bewies er gegen Valdez, dass er auch durchaus über einiges an Schlagkraft verfügt.
    Der Panamane Moreno ist selber ein technisch sehr starker Boxer, der von seinen schnellen Händen und seinen klasse Kombinationen lebt. Auch er ist defensiv sehr beschlagen und besinnt sich oft auf Kontermöglichkeiten.
    Mit Moreno und Cermeno treffen zwei absolute Topleute der Gewichtsklasse aufeinander, die beide vor allem boxerisch sehr stark sind. Obwohl der Kampf mir sehr ausgeglichen erscheint, bin ich mir nicht sicher, ob er unbedingt sehr zuschauerfreundlich werden wird, da die technische Gangart der beiden wohl eher den Boxästheten gefallen wird als den Fans, die gerne viele klare Treffer sehen. Ich gehe von einem sehr taktischen Gefecht aus, in dem beide versuchen werden den anderen zu locken und abwechselnd die Initiative ergreifen. Mir fällt es sehr schwer einen der beiden zum Favoriten zu machen, doch da Cermeno zuletzt gegen Valdez überragend aussah und dazu noch zu Hause in Venezuela boxt, sehe ich ihn hauchdünn vorne. Beide Boxer können zwar zulangen, wenn nötig, sind aber an sich nicht die größten Puncher und besitzen sehr gute Defensiven, weshalb es mich stark verwundern würde, wenn der Kampf nicht über die volle Distanz gehen würde. Mein Tipp lautet daher auf einen knappen Punktsieg Cermenos in einem sehr disziplinierten Kampf auf höchstem technischen Niveau.


    Ali Funeka – Joan Guzman II

    Es war eine der katastrophalsten Entscheidungen des letzten Jahres, als der Hinkampf zwischen Ali Funeka und Joan Guzman im November zu einem Unentschieden erklärt wurde. Ali Funeka hatte den Kampf definitiv gewonnen und Guzman seine erste Profiniederlage zugefügt, doch die Punktrichter sahen es anders. Am Samstag kommt es nun zum Rückkampf und zur Chance das Ergebnis richtig zu stellen.
    Jedoch ist nicht unbedingt davon auszugehen, dass der Kampf am Samstag den von vor fünf Monaten widerspiegeln wird. Ali Funeka schien den Kampf seines Lebens abzuliefern, während Guzman oft apathisch wirkte. Guzman galt als einer der feinsten Boxer des Sports und als Favorit gegen Funeka, der bereits im Kampf zuvor eine unglückliche Punktniederlage gegen Nate Campbell erlitten hatte. Und Joan Guzman fing auch gut an gegen Funeka und gewann wohl die ersten beiden Runden mit seinen schnelleren Händen und seinen klareren Treffern, doch Guzman brach bald ein und erlaubte dem baumlangen Funeka seine größere Reichweite auszuspielen und aus der Distanz Treffer um Treffer anzubringen. Vor allem seine defensiven Bewegungen schienen nicht mehr das zu sein, was sie einmal gewesen waren und auch seine Schnelligkeit schien abhanden gekommen zu sein. Das einzig Positive für Joan Guzman an dem Abend war, dass die Punktrichter seinen Kopf aus der Schlinge zogen und ihm ein Unentschieden schenkten.
    Am Samstag hat der Dominikaner zu zeigen, ob er nur einen schlechten Tag hatte oder ob er tatsächlich nicht mehr so gut ist wie noch vor einigen Jahren. Ich tendiere eher zum Ersten, doch letzendlich lässt es sich erst mit Sicherheit sagen, wenn der Kampf vorbei ist. Jedenfalls dürfte es Ali Funeka auch einem Joan Guzman in Bestform nicht ganz einfach machen. Funeka ist sehr ausdauernd und tough und hat große körperliche Vorteile als sogar großer Leichtgewichtler gegenüber Guzman, der ursprünglich aus dem Superbantam kommt. Jedoch gelang es Funeka erst diese Vorteile auch wirklich einzusetzen, als Guzman nachließ und sich in Passivität begab. Guzmans Vorteile sind ganz klar seine Schnelligkeit und seine Reflexe, sowie seine technische Klasse, sofern er all das diesmal zeigt oder es überhaupt noch zeigen kann.
    Das große Fragezeichen in diesem Kampf ist und bleibt Guzmans momentane Leistungsfähigkeit. Man weiß wozu Ali Funeka in der Lage ist, und man weiß wozu Joan Guzman zumindest mal instande war. Sollte Guzman sich nicht steigern können im Vergleich zum Hinkampf, werden ihn die Punktrichter dieses Mal wohl kaum retten. Üblicherweise sind die Punktrichter in einem Rückkampf eines Kampfes, nach dem es einen großen Aufschrei über das Urteil gab, sogar eher dem im ersten Kampf Benachteiligten ein wenig zugeneigt. Sollte Joan Guzman sich jedoch in einer Form präsentieren, wie er sie meistens gezeigt hat als er Weltmeister im Superbantam- und Superfedergewicht war, dann hat er definitiv das Zeug dazu Ali Funeka zu besiegen. Nicht vorzeitig, dafür ist Funeka zu hart im Nehmen und dafür schlägt Guzman nicht hart genug, aber zumindest ohne Kontroverse nach Punkten. Es lässt sich nur spekulieren, in welcher Form er sich zeigen wird, aber ich denke, dass er sich verbessert zeigen wird, und einen knappen, aber verdienten Punktsieg gegen einen unangenehnmen Gegner einfahren wird.


    Koki Kameda – Pongsaklek Wonjongkam

    Koki Kameda ist momentan der große Star im Fliegengewicht. Seit seinem Sieg über Daisuke Naito gilt er auch als Nummer Eins der Gewichtsklasse; ein Titel, den Pongsaklek Wonjongkam über weite Strecken des letzten Jahrzehnts innehatte. Am Wochenende treffen beide aufeinander.
    Der Thailänder Pongsaklek wurde 2001 Weltmeister der WBC und verteidigte seinen Titel bis 2007 17-mal erfolgreich, was der absolute Rekord für das Fliegengewicht ist. 2002 stellte er auch einen anderen Rekord auf, als er den schnellsten KO aller Zeiten in einem Titelkampf im Fliegengewicht erzielte. Den bis dahin ungeschlagenen Daisuke Naito stoppte er in 34 Sekunden. 2005 forderte der Japaner Naito ihn erneut heraus. Dieses Mal gewann Pongsaklek durch eine technische Entscheidung nach sieben Runden. Im dritten Aufeinandertreffen schließlich gelang Naito 2007 endlich der Sieg in einer knappen Punktentscheidung. Im Jahr 2008 folgte der vierte Kampf der beiden, der dieses Mal nach 12 Runden unentschieden endete. Bis Ende letzten Jahres war Naito WBC-Weltmeister mit gerade mal zwei Niederlagen im Kampfrekord, die beide aus Kämpfen gegen Wonjongkam kamen. Doch dann traf er Ende November auf Landsmann Koki Kameda, was in Japan eine der am heißesten Veranstaltungen des Jahres war. Kameda setzte sich verdient nach Punkten durch und trifft nun in seiner ersten Titelverteidigung auf den einzigen weiteren Bezwinger Naitos.
    Kameda ist mit seinen 23 Jahren bereits in zwei Gewichtsklassen Weltmeister gewesen und ist in 22 Kämpfen ungeschlagen. In Japan ist er ein absoluter Superstar, der ein sehr extravagantes Auftreten pflegt, vor Arroganz überläuft, und auch schon direkt im Anschluss an seine Kämpfe im Ring in Konzerten seine Gesangskunst für seine Fans unter Beweis gestellt hat. Seine gesamte Familie ist sehr bekannt im Land der aufgehenden Sonne – sein Bruder Daiki ist ebenfalls Fliegengewichtsweltmeister, sein anderer Bruder ein aufstrebender Boxer, und sein Vater der, inzwischen gesperrte, Trainer der drei – doch Koki ist der größte Star der Familie und wohl auch der beste Boxer der drei Brüder.
    Ich muss zugeben, dass ich auf Naito und gegen Koki Kameda getippt habe in ihrem Aufeinandertreffen, doch Kameda lieferte einen sehr cleveren Kampf ab und sah gegen den 12 Jahre älteren Naito wie der reifere Boxer aus. Er ist technisch sehr solide, besitzt eine nicht leicht zu knackende Deckung und kann durchaus hart zulangen, wenn er will. Zudem scheint er mir zuletzt nicht mehr so bedingungslos nach vorne zu gehen wie anfangs in seiner Karriere gegen überforderte Gegner und kann nun auch besser kontern und im Rückwärtsgang boxen. Nach seinen Problemen im ersten Kampf mit Juan Jose Landaeta, in dem er nur sehr knapp nach Punkten gewann und schwer zu Boden ging, hat er sich mehr auf seine boxerischen Fähigkeiten verlassen, und punktete auf diese Art und Weise auch Landaeta im Rückkampf deutlicher aus.
    Pongsaklek Wonjongkam ist für Koki Kameda ein ganz anderer Gegner als es Daisuke Naito war. Pongsaklek ist deutlich gradliniger und technisch stärker. Sein Titelverlust gegen Naito war eine Riesenüberraschung damals und es sah in dem Kampf so aus, als hätte Naito das Allerletzte aus sich heraus geholt, während Pongsaklek nicht den besten Tag erwischt hatte, doch auch im vierten Kampf konnte er sich danach nur ein Unentschieden erkämpfen. Seitdem hat er den Interimstitel der WBC gewonnen, doch er scheint mit seinen 32 Jahren nicht mehr ganz so gut zu sein wie noch zwischen 1996 und 2007, als er 56 Siege in Folge anhäufte. Ein gefährlicher Gegner ist er allemal noch.
    Naito schien mir gewisse Probleme mit Koki Kamedas Rechtauslage zu haben, was jedoch für Pongsaklek, der ebenfalls als Rechtausleger boxt, kein Problem darstellen sollte. Vielmehr dürfte für ihn Kamedas Jugend problematisch werden können. Zwar ist Pongsaklek deutlich erfahrener und ein etwa ebenbürtiger Boxer, doch Koki Kameda reitet auf einer Welle des Erfolgs und ist frisch genug in einem harten Kampf den etwas längeren Atem zu haben. Er wird es merken, wenn es an der Zeit ist einen Gang hoch zu schalten und dürfte das Selbstvertrauen besitzen, dass er mehr Gas im Tank hat als der thailändische Veteran aus 78 Kämpfen.
    Pongsaklek besitzt definitiv die Klasse um noch einmal seinen Legendenstatus zu untermauern und für eine Überraschung zu sorgen, wenn er am Samstagabend in Tokio einen perfekten Abend erwischt, doch ich glaube, dass es nur zu einem eng umkämpften Kampf reichen wird, in dem Koki Kameda, dem die Zukunft gehört, in den hinteren Runden Pongsaklek nach Punkten hinter sich lassen wird.


    Raul Garcia – Nkosinathi Joyi

    Das Minimumgewicht ist zurzeit so stark besetzt wie selten zuvor in seiner kurzen Geschichte, doch leider ist es selten, dass die Besten aufeinander treffen. In Südafrika jedoch boxen am Freitag zwei absolute Topleute gegeneinander. Der ungeschlagene IBF-Weltmeister Raul Garcia gilt dabei als leichter Außenseiter wenn er gegen den ebenfalls ungeschlagenen Herausforderer Nkosinathi Joyi in den Ring steigt.
    Das liegt weniger daran, dass Garcia unbedingt große Schwächen in seinen letzten Kämpfen zeigte, als vielmehr daran, wie stark Joyi sich präsentierte. Zwar ist Videomaterial von seinen Kämpfen, die allesamt in Südafrika stattfanden, schwer zu bekommen, doch sein deutlicher Punktsieg gegen den gefährlichen Florante Condes in einem Eliminator zuletzt, gab es dann doch mancherorts zu sehen. Dort glänzte er 12 Runden lang, während Garcia im Gegenzug 2008 nur eine Split Decision gegen eben jenen Florante Condes gewinnen konnte. Joyi zeigte sich als technisch guter, relativ schneller Boxer-Puncher, der sehr aktiv war und die Kondition besaß ein hohes Tempo 12 Runden lang gehen zu können. Garcia hingegen ist ein grundsolider Mann, der als Rechtsausleger viel mit dem Jab arbeitet. Er besitzt solide, aber nicht großartige Schlagkraft und ist insgesamt ein recht unspektakulärer Boxer mit guter Technik, der trotz einiger guter Gegner immer noch ungeschlagen ist. Jedoch waren darunter auch viele knappe Kämpfe, wie zum Beispiel die zwei knappen Punktsiege und das Unentschieden gegen Sammy Gutierrez, den Joyi im Gegenzug in sieben Runden stoppte. Jedoch nicht ohne in der fünften Runde selber zu Boden zu müssen und beinahe ausgezählt zu werden.
    Doch das waren auch schon die größten Probleme die Joyi in seiner Karriere bisher zu bewältigen hatte. Er ist, obwohl Herausforderer, der Favorit gegen Garcia, da er schneller, präziser und schlagstärker ist. Er hat zudem eine höhere Workrate, vermutlich eine bessere Kondition und hat in Südafrika den Heimvorteil. Eigentlich spricht alles für ihn. Doch Garcia, der noch nie wirklich außerordentlich gut aussah in seinen Kämpfen, hat bisher immer einen Weg gefunden. Die Frage ist, ob ihm das auch am Freitag gelingt.
    Ich kann es mir, ehrlich gesagt, nicht so ganz vorstellen. Es dürfte ein höchstinteressanter Kampf werden, in dem beide gute Aktionen haben, aber die größere Aktivität und die leichte boxerische Überlegeneheit des Südafrikaners dürften im Endeffekt den Ausschlag geben. Möglicherweise ist er sogar in der Lage Garcia hinten heraus zu stoppen, da er auch den toughen Condes in der letzten Runde noch zu Boden schicken konnte, doch da Garcia meines Wissens nach in seiner Profikarriere noch nicht am Boden war, tippe ich eher auf einen relativ klaren Punktsieg für den Südafrikaner und damit auf einen neuen Weltmeister.


    Marcos Rene Maidana – Victor Manuel Cayo

    Eigentlich sollte Marcos Maidana als Interimsweltmeister der WBA auf deren regulären Weltmeister Amir Khan treffen, doch es wurde schnell klar, dass der kinnschwache Khan mit dem schlagstarken Argentinier zu diesem Zeitpunkt nichts zu tun haben wollte, so dass Maidana nun in seiner bereits zweiten Titelverteidigung auf das ungeschlagene dominikanische Talent Victor Cayo trifft.
    Maidana hat bisher in seiner Profilaufbahn eine Spur der Verwüstung zurückgelassen. Von 28 Kämpfen gewann er 27, 26 davon vorzeitig. Nur Ex-Weltmeister Andreas Kotelnik konnte ihn knapp nach Punkten besiegen, doch direkt danach bekam er die Chance gegen den hoch gehandelten Amerikaner Victor Ortiz, den er in einem sensationellen Kampf in sechs Runden KO schlug. Spätestens seitdem ist Marcos Maidana ein bekannter und gefürchteter Name unter Boxfans und Experten. Zuletzt hatte er wenig Probleme mit William Gonzalez, für den er drei Runden brauchte. Der 26-Jährige ist mit Sicherheit einer der größten Puncher der Gewichtsklasse und ist gleichzeitig ein Mann von nicht zu unterschätzenden boxerischen Fähigkeiten und schnellen Händen, der für jeden Gegner eine schwere Aufgabe darstellt.
    Victor Cayo hingegen ist eher unbekannter und den meisten nur soweit ein Begriff, als das er ein recht viel versprechendes Talent ist. In 24 Kämpfen ist er noch ungeschlagen und hat zuletzt auch stetig die Qualität seiner Gegner gesteigert. Besonders Ex-Leichtgewichtsweltmeister Julio Diaz, den er im letzten Juli deutlich auspunktete, macht sich in seinem Kampfrekord sehr gut. Cayo ist ein recht typischer dominikanischer Boxer, der eine gute Technik auf einer großen athletischen Begabung aufbaut. Dabei scheint er mir technisch nicht so gut ausgebildet zu sein wie beispielsweise sein Landsmann Elio Rojas, besitzt aber ähnlich spektakuläre Reflexe, die es ihm erlauben mit oft tief hängenden Händen den Schlägen seines Gegners auszuweichen. Des Weiteren bewegt er sich viel und gut im Ring und ist darauf bedacht von außen zu boxen.
    Marcos Maidana wird derjenige sein, der nach vorne geht und er wird versuchen nahe an den etwas größeren Cayo heran zu kommen. Für Cayo ist es mit Sicherheit eine schlechte Idee gegen Maidana mit tief hängender Deckung zu boxen, da Maidana trügerisch schnell schlägt, und ein Volltreffer von ihm bereits das Ende bedeuten könnte. Außerdem ist mir beim Anschauen der Kämpfe von Victor Cayo aufgefallen, dass er dazu tendiert Aufwärtshaken von zu weit außen zu schlagen, was ihn sehr anfällig für Konter macht. Macht Maidana im richtigen Moment einen Schritt zurück und feuert seine rechte Gerade ab, kann das zu einem frühen Ende führen.
    Sowieso scheint ein frühes Ende eine plausible Möglichkeit für den Ausgang des Kampfes, doch ich sehe auch durchaus die Möglichkeit für eine Überraschung. Maidana ist der Favorit, doch kann Cayo in den Anfangsrunden einiges an Sicherheit tanken indem er Maidanas Schlägen entgeht und seine eigenen ins Ziel bringt, könnte es eine sehr schwere Aufgabe für den Argentinier werden. Cayo ist zwar noch nie die kompletten zwölf Runden gegangen – Maidana schon – doch ich bin überzeugt, dass der athletisch starke Dominikaner die Kondition haben wird sich zwölf Runden lang den Angriffen Maidanas zu entziehen, sofern er dazu in den ersten Runden in der Lage ist. Ich denke, die ersten Runden werden sehr viel sagend sein, und sollte Maidana dort bereits die ersten richtig guten Treffer landen können, gehe ich davon aus, dass sein Druck Cayo zermürben wird, und er ihn früher oder später stoppen wird.
    Doch, wie gesagt: Ich halte den Kampf für relativ offen, wobei ich schon die Vorteile auf Maidanas Seite sehe. Daher tippe ich etwas zögerlich auf einen KO-Sieg für ihn so um die siebte Runde.


    Yuriorkis Gamboa – Jonathan Victor Barros

    Der offizielle Hauptkampf der auf Sat1 übertragenen Veranstaltung aus Hamburg lautet Kretschmann gegen Bakhtov, doch während der Schwergewichtskampf sportlich kaum Wert besitzt, boxen im Vorprogramm Yuriorkis Gamboa und Jonathan Barros gegeneinander. Bei dem Kampf der beiden ungeschlagenen Federgewichtler steht der WBA-Titel auf dem Spiel.
    Gamboa überzeugte zuletzt im Februar gegen den toughen Rogers Mtagwa, den er in zwei Runden stoppte. Gamboas Promoter Bob Arum will langsam auf ein Aufeinandertreffen mit Co-Weltmeister Juan Manuel Lopez, der auch bei Arum im Stall ist, zusteuern, möchte jedoch, dass beide vorher das exzellent besetzte Federgewicht aufräumen, so dass der Kampf der beiden zum absoluten Event wird.
    Der Kampf gegen Barros kann noch nicht wirklich dazu gezählt werden, da Barros zwar ein fähiger Mann ist, aber eher als leichter Gegner ausgesucht wurde, damit Gamboa der seine Profikarriere hier begann, noch einmal in Deutschland vorstellig werden kann. Zu Recht gilt Gamboa als haushoher Favorit. Zwar ist Barros ebenso wie Gamboa noch ungeschlagen und hat dazu noch 29 Profikämpfe gegenüber Gamboas 17 Kämpfen absolviert, doch fehlt ihm nicht nur die Amateurerfahrung des kubanischen Olympiasiegers, auch im Profibereich hatten seine Gegner noch nicht die Klasse wie die des schnell aufgebauten Gamboa. Mit Ausnahme von zwei Kämpfen in Uruguay boxte Barros bisher ausschließlich in Argentinien, und dies zumeist gegen gerade mal durchschnittliche Boxer. Der Kampf gegen Gamboa bedeutet einen Riesenschritt nach vorne in seiner Gegnerschaft.
    Gamboa ist unheimlich schnell, besitzt katzenartige Reflexe, schlägt mit beiden Händen hart und präzise, und hat sich in seinen letzten Kämpfen defensiv verbessert gezeigt und attackierte überlegter als noch am Anfang seiner Profilaufbahn. Barros ist auf der anderen Seite ist ein technisch mittelmäßiger Boxer, der meist aus der Distanz, mit dem Jab führend, boxt und defensiv nicht all zu schlecht ist.
    Doch Gamboa sollte deutlich zu schnell für den jungen Argentinier sein und noch dazu zu clever. Ich kann mir nicht vorstellen, dass dieser Kampf über die Distanz gehen wird, dazu scheint er zu unausgeglichen. Gamboa wird wohl die ersten Runden schauen, was der eher unbekannte Barros so zu bieten hat und dann langsam aber sicher aufdrehen und dem Argentinier durch seine blitzschnellen Hände keine Chance lassen. Am Wahrscheinlichsten scheint mir ein KO-Sieg für Yuriorkis Gamboa irgendwann in den ersten sechs Runden des Kampfes.


    Oleydong Sithsamerchai – Yasutaka Kuroki

    Auf der Undercard des Kampfes zwischen Koki Kameda und Pongsaklek Wonjongkam verteidigt WBC-Minimumgewichtsweltmeister Oleydong Sithsamerchai aus Thailand seinen Titel gegen den eher unbekannten Japaner Yasutaka Kuroki.
    Für Sithsamerchai ist es die fünfte Titelverteidigung seit er 2007 sehr überraschend Eagle Kyowa den Titel abnahm. Zuletzt besiegte er den Top10-Mann Juan Palacios in einer denkbar knappen Punktentscheidung. Er boxte Palacios in der ersten Hälfte des Kampfes stark aus und brach dann in der zweiten Hälfte unter dem Druck seines Gegners ebenso stark ein.
    Über Kuroki, der bisher ausschließlich in Japan boxte, ist hierzulande wenig bekannt. Seine drei Niederlagen holte er sich früh in seiner Karriere ab und ist inzwischen seit 2004 in 18 Kämpfen ungeschlagen. Doch auch die Namen seiner Gegner sagen einem nicht gerade viel. Er geht also als absolutes Überraschungspaket in den Kampf.
    Sithsamerchai wird versuchen dem Japaner seinen Boxstil aufzuzwingen. Der Thai boxt stets aus der Distanz, meist im Rückwärtsgang, und benutzt seinen Rechtsauslegerjab intensiv, während er recht häufig seine linke Gerade mit einmischt. Kommt sein Gegner ihm zu nahe, versucht er mit schnellen Schlagsalven zu antworten, um wieder auf Distanz zu kommen, oder klammert. Er scheint nicht viel Schlagkraft zu besitzen, was wohl hauptsächlich daran liegt, dass er stets darauf achtet beweglich zu bleiben anstatt sich in Position zu bringen um richtig Kraft in seine Schläge zu legen. Sein Problem, welches gegen Palacios deutlich wurde, ist, dass er das Tempo bei intelligentem Druck nicht 12 Runden lang halten kann und dann in den späteren Runden oft Probleme bekommt. Genau da liegt Kurokis Chance.
    Ich kann nicht beurteilen, ob Kuroki gut genug ist um sie zu nutzen, doch gehe eigentlich nicht davon aus, da Sithsamerchai schon einer der absoluten Topleute der Gewichtsklasse ist und es einen weiteren benötigen wird um ihm seine erste Niederlage beizubringen.


    Chris Henry – Hugo Hernan Garay

    Ein Eliminator der WBA im Halbschwergewicht steht am Samstag in Mexiko auf dem Programm. Der ehemalige Titelherausforderer Chris Henry trifft dabei auf den ehemaligen Weltmeister Hugo Hernan Garay.
    Garay gewann den Titel 2008 gegen Yuri Barashain, verteidigte ihn gegen Jürgen Brähmer erfolgreich und verlor dann etwas überraschend gegen den damals unterschätzten Gabriel Campillo. Chris Henry hingegen war 2008 an WBC-Titelträger Adrian Diaconu gescheitert. Nun wollen beide eine neue Chance um einen Titel zu boxen. Henry schlug zuletzt einen passiven Shaun George in sechs Runden TKO, sah in dem Kampf aber oft nicht gut aus. Er war viel zu leicht zu treffen und hatte es im Endeffekt George zu verdanken, dessen Verhalten plötzlich an Arbeitsverweigerung grenzte, dass er schließlich als KO-Sieger da stand.
    Im Grunde ist der Kampf eine recht ausgeglichene Ansetzung, doch Chris Henry scheint mir etwas zu schwach defensiv zu sein gegen den viel, wenn auch nicht besonders hart schlagenden Argentinier. Daher denke ich, dass es zwar ein zuschauerfreundlicher Kampf werden könnte, doch dass Garays Aktivität den Ausschlag geben wird in einem knappen Gefecht, das wohl über die Runden gehen wird.


    Jorge Linares – Francisco Lorenzo

    Es war wahrscheinlich die größte Überraschung, die das letzte Boxjahr zu bieten hatte. Jorge Linares, der als kompletter Boxer angesehen wurde, und als eines der größten offenen Geheimnisse des Sports galt, wurde schockierenderweise in etwas mehr als einer Minute vom unbekannten Juan Carlos Salgado ausgeknockt und verlor seinen Titel und seinen lupenreinen Kampfrekord. Gegen Ex-Weltmeister Francisco Lorenzo will Linares nun wieder auf den richtigen Weg zurückkehren.
    Der 38-jährige Dominikaner Lorenzo wurde 2008 auf sehr kontroverse Art und Weise Weltmeister, als er Humberto Soto klar unterlegen war und nach einem Niederschlag mit einem streifenden Schlag getroffen wurde, als er bereits am Boden war. Soto wurde in einer fragwürdigen Entscheidung disqualifiziert und Lorenzo zum Weltmeister. Im direkten Rückkampf schaffte es Lorenzo zwar über die Runden, verlor aber klar nach Punkten.
    In seinen letzten vier Kämpfen verlor Lorenzo drei Mal und sein Alter scheint ihn so langsam einzuholen, obwohl er immer noch in sehr guter Verfassung für seine 38 Jahre ist.
    Er ist ganz klar aus Aufbaugegner für Jorge Linares gedacht, für den es heißt Selbstvertrauen nach dem Ausrutscher gegen Salgado zu sammeln. Denn genau das war es meiner Meinung nach, ein Ausrutscher. Linares wurde in der ersten Runde kalt erwischt. Er hat in einigen Kämpfen zuvor sein exzellentes Können bewiesen und galt nicht zu Unrecht als eines der größten Talente überhaupt. Mit seinen 24 Jahren ist er noch jung genug um sich weiterzuentwickeln und aus der Niederlage die richtigen Schlüsse zu ziehen, um möglichst schnell wieder Weltmeister zu werden.
    Lorenzo ist ein etwas unorthodoxer Boxer, der immer sehr aktiv ist und stets in Bewegung ist. Normalerweise macht er es seinen Gegnern damit sehr schwer, doch ich könnte mir sogar vorstellen, dass das dem sehr präzisen und schnellen Konterboxer Linares durchaus in die Karten spielt. Mit Oscar Larios stoppte Larios vor gut drei Jahren bereits einen Boxer, der ähnlich wie Lorenzo versucht seine Gegner mit einer hohen Aktivität niederzuringen, aber wohl noch eine Klasse über die heutige Version von Lorenzo anzuordnen ist. Ich denke, Linares sollte auch Lorenzo in dem auf 11 Runden angesetzten Kampf vorzeitig besiegen können, wenn er keinen großen psychischen Schaden aus seiner ersten Niederlage mitgenommen hat, was durchaus schon mal passieren kann.


    Ulises Solis – Bert Batawang II

    Das Ziel von Ulises Solis ist es sich seinen alten Titel zurückzuholen. Von Januar 2006 bis April 2009 war er IBF-Weltmeister im Halbfliegengewicht, bis ihn Brian Viloria in der elften Runde stoppte. Ein Sieg gegen den Philippino Bert Batawang, den er bereits Ende 2007 in einer Titelverteidigung einmal schlug, würde Solis eine neue Titelchance geben. Gegner dann wäre Carlos Tamara, der Brian Viloria unlängst überraschend den Titel direkt wieder abnahm.
    Bert Batawang hat seit seiner Niederlage gegen Solis nicht sonderlich viel gemacht, was ihn für einen weiteren Titelkampf empfehlen würde. Vier Siegen gegen durchschnittliche Gegner steht eine Niederlage gegen den ebenfalls nicht herausragenden Edren Dapudong entgegen. Solis hat seit dem Titelverlust seinerseits auch erst einen Aufbaukampf bestritten, den er souverän nach Punkten gewann.
    Im ersten Aufeinandertreffen hatte der exzellente Boxer Solis schon recht wenig Probleme mit dem eher kruden Batawang, der eigentlich dafür bekannt ist einiges einstecken zu können und gleichzeitig gut austeilen zu können ohne boxerisch all zu raffiniert zu sein. Doch der inzwischen schon 38-jährige Batawang, der in seiner Karriere schon 14 Niederlagen einstecken musste, wovon nur drei vorzeitig waren, kassierte eben diese drei vorzeitigen Niederlagen in seinen letzten drei Niederlagen, unter anderem eben gegen Solis. Obwohl Solis gegen Viloria nicht unbedingt so gut aussah, dürfte er mit seinen 28 Jahren noch immer ziemlich auf der Höhe seines Könnens sein, während Batawang mir schon nachgelassen zu haben scheint.
    Letztes Mal konnte Solis ihn bereits in neun Runden stoppen. Sollte er nicht deutlich nachgelassen haben, denke ich, dass Solis dieses Mal sogar noch weniger Zeit benötigt um sich den Sieg zu sichern. Ich tippe, dass Solis Batawang problemlos ausboxt, und dieser so um die fünfte Runde aus dem Kampf genommen wird.


    Steve Molitor – Takalani Ndlovu II

    Ähnlich wie Ulises Solis in Mexiko versucht es auch Steve Molitor in Kanada sich seinen alten Titel in einem Rückkampf zurück zu ergattern. Für Molitor geht es jedoch bereits in diesem Kampf um den Titel, wenn er Takalani Ndlovu im Ring gegenübersteht.
    Ende 2006 gewann Molitor den vakanten IBF-Titel im Superbantamgewicht, den er zwei Jahre später in einer Titelvereinigung an Celestino Caballero durch KO verlor. Seine erste Titelverteidigung damals kam gegen den Südafrikaner Ndlovu, den er in der neunten Runde KO schlug. Scheinbar verteidigt Caballero den gegen Molitor gewonnenen IBF-Gürtel nicht mehr, so dass Molitor nun erneut um den vakanten Titel kämpfen darf.
    Molitor ist definitiv der talentiertere der beiden Boxer, was er bereits im ersten Kampf unter Beweis stellte. Zudem schein Takalani Ndlovu enorme Probleme mit Rechtsauslegern zu haben, was eben gegen Molitor sowie gegen Fernando Beltran Jr. zu sehen war. Es spricht nicht viel dafür, dass es hier eine Überraschung geben wird. Molitor ist der bessere Boxer, hat das Selbstbewusstsein, das aus dem Sieg im ersten Kampf der beiden kommt, und außerdem den Heimvorteil in Kanada. Ich könnte mir vorstellen, dass Ndlovu, der etwas unglücklich im ersten Kampf KO ging, dieses Mal mit Molitor die Distanz gehen wird, aber nach Punkten deutlich verlieren wird.


    Giovanni Segura – Ronald Ramos

    WBA-Halbfliegengewichtsweltmeister Giovanni Segura gönnt sich am Samstag einen leichten Kampf gegen Durchschnittsmann Ronald Ramos. Da Ramos nicht unter den Top 15 der WBA steht, wird Seguras Titel nicht auf dem Spiel stehen. Der 33-jährige Kolumbianer Ramos, der bereits sieben Niederlagen erlitt, wurde in 38 Kämpfen noch kein Mal gestoppt, doch der hart punchende Segura definitiv dazu in der Lage sein, der erste zu werden, der ihn vorzeitig schlägt.

    Benjamin Antemann kann unter benjamin@boxen.de erreicht werden.

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