Top News

Wochenendvorschau 18.12.-19.12.2009

Am letzten Wochenende vor Weihnachten finden die letzten wichtigen Boxkämpfe dieses Jahres statt. Zwar kommt es zu keinem absoluten Topkampf, doch stehen in 6 Gewichtklassen 10 Weltmeistergürtel auf dem Spiel. Kelly Pavlik boxt nach zehnmonatiger Pause endlich wieder, und in Deutschland wollen Jürgen Brähmer und Sebastian Zbik ihre Titel verteidigen…

  • Nehomar Cermeno – Alejandro Valdez
  • Cristobal Cruz – Ricardo Castillo II
  • Kelly Pavlik – Miguel Angel Espino
  • Humberto Soto – Jesus Chavez
  • Hozumi Hasegawa – Alvaro Perez
  • Jürgen Brähmer – Dmitry Sukhotsky
  • Sebastian Zbik – Emanuele Della Rossa
  • Juan Carlos Reveco – Ronald Barrera
  • Edwin Valero – Hector Velazquez
  • Cesar Canchila – Johnriel Casimero

  • Nehomar Cermeno – Alejandro Valdez

    Es ist wahrscheinlich die beste und qualitativ hochwertigste Ansetzung des Wochenendes. Zwar wird man selbst in einigen Boxsportzirkeln in viele fragende Gesichter schauen, wenn man die Namen Nehomar Cermeno und Alejandro Valdez erwähnt, doch beide haben sich in letzter Zeit als Topleute bewiesen.
    Cermeno war noch vor kurzer Zeit vollkommen unbekannt, als er als ungeschlagener Mann als Aufbaugegner für den tief gestürzten Cristian Mijares galt. Doch Cermeno besiegte nicht nur in diesem Kampf Mijares überraschend, sondern bestätigte das Ergebnis sogar noch im direkten Rückkampf vor drei Monaten. Alejandro Valdez hingegen galt am gleichen Tag als Cermeno erneut Mijares schlug als klarer Außenseiter gegen Fernando Montiel, seines Zeichens Weltmeister in drei Gewichtsklassen. Nach drei Runden sah sich Valdez um einen Sieg betrogen, als nach einigem Hin und Her ein technisches Unentschieden als Ergebnis fest stand, obwohl Valdez einen TKO-Sieg hätte zugesprochen bekommen müssen.
    Nun treffen beide Boxer, die durch starke Leistungen gegen zwei Weltklasseboxer auf sich aufmerksam machten, aufeinander, und kämpfen untereinander den Interimstitel der WBA im Bantamgewicht aus, den im Moment der Venezuelaner Cermeno hält.
    Valdez boxt in der Rechtsauslage, doch das tat auch Mijares, gegen den Cermenos größten beiden Siegen kamen. Er ist technisch solide und schlägt variabel. Allerdings zeigte er sich sowohl gegen Montiel, der ihn in Runde 1 zu Boden schlug, als auch gegen Hozumi Hasegawa, der ihn in zwei Runden stoppte, als nicht zu schwierig zu treffen. Die schnelle Niederlage gegen Hasegawa, bei der der Ringrichter dazu auch noch etwas früh abbrach, kann man allerdings kaum als Makel sehen, da Hasegawa wohl gegen jeden derzeit im Bantamgewicht als klarer Favorit gelten muss. Sowohl gegen Hasegawa als auch gegen Montiel ging er stets nach vorne und übte Druck aus mit seinen gut platzierten und harten Schlägen.
    Cermeno zeigte sich gegen Mijares als starker Boxer mit gutem Auge und einer hohen Schlagfrequenz. Gegen Valdez wird er vermutlich im Rückwärtsgang boxen und versuchen dessen Lücken in der Deckung auszunutzen. Er kann immer wieder mit guten Kombinationen explodieren, auch wenn er nicht die größte Schlagkraft zu besitzen scheint.
    Beide Boxer scheinen mir etwa auf Augenhöhe zu sein. Cermeno ist möglicherweise boxerisch etwas besser, während Valdez der härtere Hund mit mehr Power sein dürfte. Cermeno ist wohl bei den meisten Experten leichter Favorit, da er bisher noch ungeschlagen ist, und wenige Schwächen offenbart hat, während Valdez bereits drei Niederlagen erlitt und auch in manch anderem Kampf Probleme hatte. Trotzdem tendiere ich hier leicht zu einer kleinen Überraschung und zu einem Punktsieg von Valdez. Cermeno besitzt nicht die Klasse eines Fernando Montiels oder eines Hasegawas und könnte mehr und mehr Probleme mit Valdez bekommen je länger der Kampf dauert. Ich glaube, dass Cermeno die ersten Runden durch gutes Boxen im Rückwärtsgang für sich entscheiden können wird, bis Valdez ihn immer öfter stellen wird. Ich denke, dass der Mexikaner noch stark unterschätzt wird, und sein Druck gepaart mit seinem durchaus vorhandenen technischem Können und seiner Schlagkraft im Endeffekt zu viel sein wird für den guten, aber nicht überragenden Cermeno.


    Cristobal Cruz – Ricardo Castillo II

    In Mexiko kommt es am Samstag zu einem Rückkampf im Federgewicht, in dem der IBF-Titel ausgeboxt wird. Weltmeister Cristobal Cruz trifft dabei auf Ricardo Castillo, den er bereits vor fast 7 Jahren in einem wenig beachteten Achtrunder nach Punkten schlug.
    Sowieso wurde der Karriere von Cristobal Cruz wenig Beachtung geschenkt, nachdem er von Anfang an immer mal wieder Niederlagen kassierte und inzwischen schon 11-mal besiegt wurde. Doch seine letzten fünf Kämpfe, drei davon Titelkämpfe, konnte der ewige Außenseiter allesamt gewinnen. Sein Gegner Ricardo Castillo stieg ebenso hin und wieder als Verlierer aus dem Ring, zwei Mal dabei bereits in seinen beiden Titelkämpfen, wo er Celestino Caballero und Steve Molitor unterlag. Seine letzten drei Kämpfe konnte er zwar allesamt gewinnen, jedoch gegen eher zweifelhafte Opposition.
    Cruz ist kein Filigranboxer. Er ist technisch unterdurchschnittlich und schlägt kaum saubere Geraden. Des Weiteren tendiert er dazu zu parallel zu stehen, greift oft wild an und fällt teilweise in seine Schläge hinein. Trotzdem ist er im Moment sehr erfolgreich und das liegt vor allem an dem Druck, den er ausübt, seinen Nehmerfähigkeiten und seiner Ausdauer. Er ist durchaus auszuboxen, wie zuletzt Jorge Solis phasenweise bewies, doch sein unbarmherziger Druck und seine unorthodoxe Art machen ihn für jeden einen undankbaren Gegner.
    Ricardo Castillo, der jüngere Bruder des ehemaligen Leichtgewichtsweltmeisters Jose Luis Castillo, boxt gar nicht mal so unähnlich. Er übt normalerweise ebenfalls viel Druck aus, arbeitet gut zum Körper, und verlässt sich dabei auf sein exzellentes Kinn. In seinen 45 Kämpfen wurde er nur zwei Mal wirklich gestoppt, wovon das eine Mal, das als Disqualifikation in die Bücher einging, nach einigen einseitigen Runden gegen Topmann Caballero kam.
    Die Ansetzung hat alle Anzeichen für einen tollen Kampf. Beide Boxer werden sich nichts schenken und werden versuchen den Gegner zu zermürben. Beide boxen normalerweise offensiv und sind Garanten für viel Action. Jedoch scheint Cristobal Cruz der etwas bessere Boxer zu sein. Er muss hier einfach als Favorit gelten, was nicht oft in seiner Karriere der Fall war und sollte nach 12 harten Runden eine deutliche Punktentscheidung einfahren können.


    Kelly Pavlik – Miguel Espino

    In einem Wochenende, das von Kämpfen geprägt ist, in denen ein Weltmeister auf einen schwachen Herausforderer trifft, macht Mittelgewichtschamp Kelly Pavlik keine Ausnahme. Nachdem er den anvisierten Kampf gegen Paul Williams absagte, und für ihn Sergio Martinez einsprang, trifft er nun nur zwei Wochen später auf Miguel Espino.
    Espino ist im schwach besetzten Mittelgewicht gerade einmal Durschnitt und bekam in seiner Karriere die meiste Aufmerksamkeit, als er an der TV-Show „The Contender“ teilnahm, in dessen Verlauf er in der ersten Runde bereits an Peter Manfredo Jr. scheiterte. Seitdem hat er elf Siege aneinandergereiht, allerdings gegen unbedeutende Gegner.
    Kelly Pavlik hingegen kommt von seinen Verletzungen zurück und will sich eindrucksvoll zurückmelden. Seitdem er im Oktober letzten Jahres vom 43-jährigen Bernard Hopkins 12 Runden lang vorgeführt wurde, hagelte es viel Kritik am WBO- und WBC-Weltmeister. Seinen nächsten Kampf gewann er zwar souverän gegen Marco Antonio Rubio, konnte dabei aber nicht vollends überzeugen, und seine mysteriösen Verletzungen und die Absage des Kampfes gegen Williams sowie die neue Ansetzung gegen den unbekannten Espino taten ihr Übriges dazu bei, dass viele sich inzwischen fragen, ob Kelly Pavlik nach der Hopkins-Niederlage noch der Alte sei.
    Gegen Espino wird nichts anderes von ihm erwartet werden als eine dominante Vorstellung mit einem KO, der möglichst schnell kommen sollte. Niemand gibt Espino ernsthaft eine Chance, und sollte Pavlik nicht völlig von der Rolle sein, ist das auch zu Recht so. Pavlik ist in allen Belangen überlegen und muss eindrucksvoll gewinnen, um dann im nächsten Kampf endlich wieder einem legitimen Herausforderer im Ring zu begegnen. Ich denke, dass etwa nach fünf Runden Espino genug kassiert haben wird um einen Abbruch zu rechtfertigen.


    Humberto Soto – Jesus Chavez

    Humberto Soto gilt derzeit als bester Superfedergewichtler der Welt. Am Samstag wird der frühere Federgewichts- und derzeitige Superfedergewichtsweltmeister der WBC sich erstmals ins Leichtgewicht wagen um dort gegen Jesus Chavez anzutreten.
    Chavez ist 37 Jahre alt, und inzwischen klar über seinen Zenit hinaus. Der frühere Superfeder- und Leichtgewichtsweltmeister verlor seine letzten beiden Kämpfe gegen Michael Katsidis und David Diaz. Besonders gegen Katsidis sah er dabei nicht besonders gut aus. Für einen Sieg gegen den exzellenten Mexikaner Soto wird es vermutlich bei Chavez nicht mehr genügen.
    Soto boxt aggressiv und baut Druck auf ohne dabei wild zu agieren. Er ist technisch beschlagen und besitzt eine durchaus ordentliche Schlagkraft. Alles Zutaten, die Chavez nicht besonders gefallen dürften. Auch gegen Katsidis wurde er von einem stark und viel punchenden, aggressiven Gegner überwältigt, auch wenn der Australier physisch deutlich stärker ist als Humberto Soto. Dafür ist Soto boxerisch besser als Katsidis und sollte von Anfang an nicht all zu viele Probleme haben Chavez zu stellen, der von Natur aus sowieso eher der Typ Boxer ist, der sich dem Kampf stellt.
    Es ist immer schwer zu sagen, wie sich ein Boxer in einer neuen Gewichtsklasse anstellt, und man weiß nie zu Hundert Prozent, ob er dort auf gleichem Niveau boxen kann wie zuvor, aber wenn nicht alles schief gehen sollte, wird Humberto Soto am Samstagabend als Sieger aus dem Ring steigen. Er ist einfach zu gut für Chavez und dazu noch in sehr guter Form, wenn man seine letzten Kämpfe betrachtet. Chavez ist ausdauernd und sollte einige Runden überstehen, aber Sotos unnachgiebige Angriffe, vor allem auch zum Körper, sollten Chavez bald zermürben. Da der Kampf nur auf 10 Runden angesetzt ist, ist es nicht allzu unwahrscheinlich, dass es über die Punkte geht, aber ich tippe darauf, dass Chavez so um die achte Runde aus dem Kampf genommen wird, um ihn weiteren Schaden zu ersparen.


    Hozumi Hasegawa – Alvaro Perez

    Wenn die Frage auftaucht, wer der beste Bantamgewichtler zur Zeit ist, gibt es eigentlich nur eine Antwort: Der Japaner Hozumi Hasegawa. Bereits seit er im April 2005 Sahaprom den Weltmeistertitel abnahm, boxt der 29-Jährige wunderbar und effektiv, doch seit einiger Zeit scheint er sich noch einmal klar verbessert zu haben und fertigt seine Gegner mittlerweile regelmäßig kurzrundig ab. Für seine letzten vier durchaus akzeptablen Herausforderer brauchte er insgesamt gerade einmal sechs Runden, die letzten beiden fegte er in Runde 1 aus dem Ring. Vorher fuhr Hasegawa nur selten KOs ein, und was auch immer er genau verbessert hat – ob es seine Balance, seine Beinarbeit oder einfach seine Schlagkraft ist – er scheint inzwischen ein kompletter Boxer zu sein, dem im Bestform kaum jemand im Bantamgewicht derzeit gefährlich werden kann.
    Am Freitag will es in Japan Alvaro Perez aus Nicaragua versuchen. Perez ist seit vier Jahren ungeschlagen, hat dabei allerdings niemanden besiegt, der nur ansatzweise das Kaliber von Hasegawa hatte.
    Alles spricht hier für einen weiteren souveränen Sieg des Japaners, der gegen den wohl eher aggressiven Perez seine exzellenten Konter setzen wird und normalerweise deutlich dominieren sollte. Vermutlich wird der Kampf nicht all zu lange dauern, und Hasegawa innerhalb der ersten vier Runden siegen.


    Jürgen Brähmer – Dmitry Sukhotsky

    Nach Zsolt Erdeis Aufstieg ins Cruisergewicht wurde Interimsweltmeister Jürgen Brähmer vor einigen Wochen von der WBO zum regulären Weltmeister im Halbschwergewicht ernannt. Am Samstag verteidigt er zum ersten Mal diesen Titel, wenn er gegen den ungeschlagenen Russen Dmitry Sukhotksy antritt.
    Dieser mag zwar einen lupenreinen Kampfrekord besitzen, ist aber ein völlig unbeschriebenes Blatt. Von seinen 14 Gegnern stechen einzig David Gogiya und Juan Nelongo, der durch Niederlagen gegen Gabriel Campillo, Zsolt Erdei, Danilo Häussler und einige andere bekannt ist, hervor. Was von Sukhotsky zu erwarten ist, ist schwer einzuschätzen. Sein Kampfrekord ist nichts sagend, da richtige Gegner fehlen und Aufzeichnungen seiner Kämpfe kaum zu finden sind. Es ist äußerst fraglich, ob Sukhotsky ein legitimer Herausforderer für einen Weltmeisterschaftskampf ist und es würde mich sehr wundern, wenn er mehr mitbringt, als sein aufgepumpter Kampfrekord vermuten lässt.
    Es sieht ganz so aus, als sollte Brähmer für seine erste Titelverteidigung eine leichte Aufgabe vorgesetzt bekommen. Es ist müßig über den Kampfverlauf zu spekulieren ohne das Können und den Stil Sukhotskys einschätzen zu können, aber ein Sieg Brähmers ist wohl zu erwarten.
    Das ZDF überträgt den Kampf am Samstag.


    Sebastian Zbik – Emanuele Della Rossa

    Ähnlich wie Jürgen Brähmer trifft auch Sebastian Zbik am Samstag in Schwerin auf einen ungeschlagenen, aber ungestesteten Herausforderer. Wenn er gegen Emanuele Della Rossa in den Ring steigt, steht dabei sein Interimsgürtel der WBC im Mittelgewicht auf dem Spiel.
    Della Rossa bestritt bisher alle seine Kämpfe in Italien und vor zweieinhalb Jahren seinen letzten Zwölfrunder. Seine bisherigen Gegner sind allesamt mehr oder weniger namenlos und weit entfernt von einem Niveau, das jemanden auf einen WM-Titel vorbereitet. Um das Kind beim Namen zu nennen: Della Rossa besitzt einen vollkommen aufgeblasenen Kampfrekord, der wohl dazu dienen soll, ihn als Gegner im WM-Kampf zu legitimieren.
    All den Indizien nach zu urteilen, die den schwer einzuschätzenden und unbekannten Della Rossa betreffen, sollte es kein all zu schwerer Kampf für Zbik werden. Zbik, der nicht über die größte Schlagkraft besitzt, sollte hier eine lockere Punktentscheidung einfahren.
    Das ZDF überträgt den Kampf am Samstag.


    Juan Carlos Reveco – Ronald Barrera

    Juan Carlos Reveco konnte zuletzt den Interimstitel der WBA im Halbfliegen ergattern und verteidigt ihn nun gegen den aus dem Minimumgewicht aufsteigenden Kolumbianer Ronald Barrera.
    Barrera besitzt bereits einiges an Erfahrung durch Kämpfe gegen Weltklasseleute wie Carlos Melo, Yutaka Niida, Ivan Calderon oder Raul Garcia. Er ist ein sehr solider Boxer, der über keine großen Stärken oder Schwächen verfügt. Seine größten Kämpfe verlor er bisher immer und ich glaube nicht, dass der Kampf gegen Reveco dabei eine Ausnahme sein wird. Reveco besitzt über einen guten Jab, schnelle Hände und arbeitet gut zum Körper. Alles, was Barrera solide macht, macht Reveco ein Stück besser. Es dürfte sehr schwer für Barrera werden ihm den Titel weg zu nehmen, vor allem vor Revecos Kulisse in Argentinien. Da Barreras einzige vorzeitige Niederlage bisher aufgrund von einer Cutverletzung kam, denke ich, dass er die 12 Runden überstehen wird, aber eindeutig nach Punkten Reveco unterliegen wird.


    Edwin Valero – Hector Velazquez

    Einer der härtesten Puncher der Welt, Edwin Valero, verteidigt am Samstag in Venezuela zum ersten Mal seinen frisch gewonnenen Leichtgewichtstitel. Gegner dabei ist Hector Velazquez, der gegen Valero völlig überfordert sein dürfte.
    Zwei seiner letzten drei Kämpfe verlor Velazquez, der einzige Sieg kam gegen Aufbaugegner Hector Marquez. Noch vor 15 Monaten verlor er zwei Gewichtsklassen tiefer eine einseitige Punktentscheidung in einem Eliminator gegen Elio Rojas, zuletzt unterlag er im Superfedergewicht Joksan Hernandez, der dort höchstens zur zweiten Reihe gehört. Es ist äußerst fragwürdig, was Velazquez dazu qualifiziert nun noch eine Gewichtsklasse höher Edwin Valero um dessen Titel herauszufordern. Des Weiteren ist er mit seinen 34 Jahren nicht mehr der Jüngste, und scheint, nach seinen letzten Kämpfen zu gehen, bereits deutlich nachgelassen zu haben. Trotzdem ist er nicht der schlechteste Boxer, und besitzt jede Menge Erfahrung, nachdem er bereits mit Leuten wie Manny Pacquiao, Rocky Juarez, Robbie Peden, Israel Vasquez und Kevin Kelley im Ring stand.
    Valero hingegen fehlt jene Erfahrung, da er in seinem siebten Titelkampf immer noch keinen Weltklasseboxer als Gegner nimmt. Sein lupenreiner Kampfrekord mit 25 KO-Siegen in 25 Kämpfen sagt von daher auch nicht so viel aus, wie es auf den ersten Blick der Fall zu sein scheint. Wenn Valero sauber trifft, gehen bei dem Gegner meist die Lichter aus, aber er kann ausgeboxt werden. Ein alter, physisch überforderter Velazquez sollte dazu aber kaum in der Lage sein. Valero wird seinen nächsten KO-Sieg einfahren, und das vermutlich eher früh im Kampf als spät. Danach scheint im Übrigen ein Kampf mit Interimsweltmeister Antonio De Marco für Valero auf dem Plan zu stehen, was immerhin eine leichte Steigerung der Gegnerwahl wäre.


    Cesar Canchila – Johnriel Casimero

    Die WBO schreibt im Halbfliegengewicht einen absolut überflüssigen Interimstitel aus, um den die Nr. 2 ihrer Rangliste Cesar Canchila, und der auf Platz 4 rangierende Johnriel Casimero boxen werden. Ivan Calderon hält unterdessen den regulären WBO-Titel.
    In einem der größten Skandalurteile des Jahres verlor Cesar Canchila im März seinen WBA-Titel im Rückkampf gegen Giovanni Segura durch TKO in der vierten Runde. Seitdem feierte er lediglich einen Sieg gegen Aufbaugegner Carlos Campos. Sein Gegner, der Philippine Casimero, ist gerade einmal 19 Jahre alt und in seinen 13 Profikämpfen noch ungeschlagen. Allerdings hatte er dabei auch noch nicht einen Gegner, der ansatzweise das Kaliber von Cesar Canchila besaß.
    Canchila ist ein exzellenter Boxer, der außerhalb seiner zwei Kämpfe mit Segura kaum im Fokus stand. Trotzdem wurde vor allem im ersten Kampf deutlich, dass er zur absoluten Weltklasse zählt, und sich, trotz seiner 22 KOs in 28 Siegen, mehr auf seine boxerischen Fähigkeiten als auf seine Schlagkraft verlässt. Da Casimero eine völlig unbekannte Größe in diesem Kampf ist, ist es schwierig eine Voraussage zu treffen. Es treten immer wieder Boxer ganz überraschend mit einem Kampf auf die Weltbühne, und Berichten zu Folge ist Casimero vor dem Kampf in exzellenter Form und sehr gut vorbereitet. Dazu scheint er Druck ausüben zu wollen, und Canchila hat bereits bewiesen, dass ihm damit beizukommen ist, da er in beiden Kämpfen mit Giovanni Segura sich zwischenzeitlich unkonzentriert zeigte und sich mit weiten Schwingern treffen ließ.
    Trotzdem tendiere ich hier zu Canchila. Er hat immerhin schon seine Weltklasse bewiesen, während Casimero diesen Nachweis noch erbringen muss. Ich denke, dass der Kolumbianer nach Punkten relativ deutlich gewinnen wird.

    Voriger Artikel

    Pavlik gegen Espino an diesem Samstag: Gewinner trifft auf Sebastian Zbik

    Nächster Artikel

    Sturm teilt gegen Kohl und Abraham aus

    Keine Kommentare

    Antwort schreiben