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Wochenendvorschau 16.-17.04.2010

Die Augen der Boxwelt sind am Wochenende seit einiger Zeit mal wieder auf das Mittelgewicht gerichtet. Kelly Pavlik verteidigt seine beiden Titel dort gegen Halbmittelgewichtsweltmeister Sergio Martinez. Außerdem tritt Lucian Bute gegen Edison Miranda an. In Magdeburg kommt es zu zwei WM-Kämpfen, die im ZDF übertragen werden…

  • Kelly Pavlik – Sergio Gabriel Martinez
  • Lucian Bute – Edison Miranda
  • Sebastian Zbik – Domenico Spada II
  • Robert Stieglitz – Eduard Gutknecht
  • Drian Francisco – Ricardo Nunez
  • Fernando Guerrero – Michael Walker

  • Kelly Pavlik – Sergio Gabriel Martinez

    Es ist vielleicht der beste Kampf, der derzeit im Mittelgewicht gemacht werden kann. Kelly Pavlik, Weltmeister der WBC und WBO, trifft auf Sergio Martinez, der für den Kampf eine Gewichtsklasse aufsteigt.
    Das Mittelgewicht ist seit längerem dünn besetzt. Für die allgemein anerkannte Nummer Eins Kelly Pavlik schienen nur zwei Topkämpfe in Aussicht zu stehen, gegen Arthur Abraham und Felix Sturm. Doch Abraham verließ bekanntlich die Gewichtsklasse Richtung Supermittel um beim Super Six teilzunehmen, und Felix Sturm befindet sich im Vertragsstreit. 2008 entschloss sich der ungeschlagene Pavlik einen Catchweight-Kampf gegen den 43-jährigen Bernard Hopkins zu wagen, und wurde nach allen Regeln der Kunst vorgeführt. Seitdem hat er zwei vorzeitige Siege gegen überforderte Gegner eingefahren, sah dabei jedoch in den Augen der meisten Fans nicht mehr so zerstörerisch aus wie noch vor dem Hopkins-Kampf. Als großer Gegner sollte Paul Williams, ehemaliger Welter- und Halbmittelgewichtsweltmeister her, doch ein bereits vereinbarter Kampf platzte aufgrund von Verletzungen Pavliks.
    Williams suchte einen guten Ersatzgegner und fand den Argentinier Sergio Martinez. Die beiden lieferten sich einen der besten Kämpfe des letzten Jahres, den Martinez hauchdünn und unglücklich nach Punkten verlor. Für Martinez war es das wohl beste Jahr seiner Profikarriere, auch wenn er offiziell keinen Kampf gewann! Der umstrittenen Niederlage gegen Williams ging ein schlichtweg skandalöses Unentschieden gegen Kermit Cintron voraus. Nachdem Cintron wurde in der siebten Runde von Martinez ausgeknockt und vom Ringrichter ausgezählt, doch der Kampf ging kurze Zeit später weiter, und nach einem sehr merkwürdigen Punktabzug für Martinez und zwei skandalösen Punktkarten stand der Argentinier um seinen doppelt verdienten Sieg betrogen mit einem Unentschieden da. Obwohl er beide Kämpfe nicht gewann, war 2009 doch das Jahr, in dem Martinez endlich auf der ganz großen Bühne ankam. So bescherten ihm die beiden starken Vorstellungen gegen absolute Weltklasseleute wohl auch die Titelchance gegen Kelly Pavlik am Samstag.
    Die große Unbekannte ist in diesem Kampf wohl der Weltmeister selbst. Hat die Niederlage gegen Bernard Hopkins wirklich einen psychischen Knacks bei Pavlik hinterlassen, wie viele Leute vermuten? Ist er wirklich so eindimensional wie ihn Hopkins aussehen ließ, oder hatte er einfach einen schlechten Tag erwischt? Die letzten beiden Kämpfe von Kelly Pavlik konnten diese Fragen nicht beantworten, da die Gegner einfach zu schwach waren, doch mit Sergio Martinez steht er mit einem Boxer im Ring, der ihn bis aufs Äußerste testen könnte. Martinez ist unheimlich schnell, bewegt sich clever, ein unangenehmer Rechtsausleger mit klasse Reflexen, und besitzt unterschätzte Schlagkraft. Könnte man einen Boxer zusammenschrauben, der Pavlik Probleme bereiten soll, würde man ihm diese Attribute verpassen. Zudem liegt der letzte Kampf von Kelly Pavlik gegen einen Rechtsausleger fast vier Jahre zurück. Damals schlug er Bronco McKart, der deutlich über seinen Zenit war und gerade einen ersten recht erfolglosen Comebackversuch startete. In dem Kampf hatte Pavlik zwar nicht all zu große Probleme mit McKarts Rechtsauslage, doch Martinez ist ein ganz anderes Kaliber als der McKart von damals.
    Trotzdem muss Kelly Pavlik als Favorit gelten. Zwar sehen viele Fans im Moment Martinez vorne, doch Pavlik war, mit Ausnahme des Hopkins-Kampfes, in allen seinen Kämpfen äußerst dominant und wird zurzeit vielerorts meiner Meinung nach unterschätzt. Er ist zwar nicht so vielfältig wie manch andere Boxer, doch die eine Dimension, die er zeigt, ist äußerst effektiv. Er nutzt seine Größe und seine Reichweite geschickt aus, und bereitet aus der Distanz mit seinen starken Jabs seine zerstörerischen Schlaghände vor. Doch, während Kelly Pavlik der deutlich größere der beiden Boxer ist, besitzt Sergio Martinez tatsächlich sogar einen kleinen Reichweitenvorteil gegenüber dem Weltmeister, und wenn er schon gegen Paul Williams, dessen Spannweite noch mal 15 Zentimeter größer ist, scheinbar problemlos Schläge anbringen konnte, so liegt der Verdacht nahe, dass es ihm auch gegen Kelly Pavlik gelingen wird.
    Aufpassen muss er dabei vor allem darauf, dass er nicht in harte rechte Geraden von Pavlik hineinläuft, die Martinez durchaus ausknocken könnten. Denn, obwohl Martinez schnell auf den Beinen ist und reaktionsstark ist, ist er nicht gerade unmöglich zu treffen. Oft hat er die Fäuste provozierend tief hängen und boxt komplett ohne Deckung, wozu ihm gegen einen Puncher wie Pavlik nicht zu raten wäre.
    Der Kampf ist äußerst offen und kann eigentlich nur ein Spektakel werden. Pavlik hat mit seiner Physis und seiner Schlagkraft das Potenzial Martinez gefährlich zu werden, und Martinez hat mit seiner Athletik und Schnelligkeit das Potenzial Pavlik gefährlich zu werden. Die Frage ist eigentlich, wessen Vorteile hier überwiegen werden. Den stilistischen Vorteil hat wohl Martinez als Boxer, und obwohl ich mir wirklich jedes Ergebnis vorstellen kann, tendiere ich zu einem Sieg des Argentiniers. Es wird nicht einfach und ganz bestimmt kein einseitiger Kampf, aber ich glaube, dass er genau schnell genug ist um, in Verbindung mit seiner etwas unorthodoxen Art und seiner Rechtsauslage, Pavlik zu verwirren und zu schlagen. Ich lehne mich sogar aus dem Fenster und vertraue meinem Bauchgefühl, dass mir sagt, dass Martinez Pavlik KO schlagen wird, auch wenn die meisten, die auf Martinez tippen, wohl an einen Punktsieg für ihn glauben. Martinez betonte bereits in Interviews in den letzten Wochen, dass er bei seinem Aufstieg ins Mittelgewicht an seiner Schlagkraft gearbeitet habe, und dass diese nicht zu unterschätzen sei, während Pavlik mir einerseits nicht mehr der Selbe zu sein scheint, der er vor dem Hopkins-Kampf war, und andererseits ein wenig über Martinez hinweg zu gucken scheint, wenn er vor dem Kampf bereits über Paul Williams oder Antonio Margarito als seine nächsten Gegner redet, obwohl er sich auf diesen Kampf konzentrieren sollte.
    Daher sollte man als Zuschauer einen absoluten Leckerbissen am Samstag erwarten, und auch nicht zu überrascht sein, wenn Sergio Martinez mit einem KO-Sieg über Kelly Pavlik für ein großes Ausrufezeichen sorgt.


    Lucian Bute – Edison Miranda

    Abseits des Super Six-Turniers sucht IBF-Weltmeister Lucian Bute nach legitimen Gegnern im Supermittelgewicht. Am Samstag darf in Montral Edison Miranda den Rumänen herausfordern. Dabei dürfte die Favoritenrolle klar verteilt sein.
    Der ungeschlagene Bute gilt als absoluter Topmann in der Gewichtsklasse bis 168 Pfund, und die „Bibel des Boxens“, das Ring-Magazine, führt ihn sogar als Nummer Eins. Besonders sein eindrucksvoller KO-Sieg im zweiten Kampf gegen den eisenharten Librado Andrade sorgte zuletzt für Aufsehen. Edison Miranda hat hingegen in den letzten Jahren immer mehr an Ansehen verloren. Als er 2006 als ungeschlagener Puncher auf Arthur Abraham traf und diesem den Kiefer brach, galt er trotz der Punktniederlage als gefährlicher Gegner für jeden Boxer rund ums Mittelgewicht. Es folgten jedoch KO-Niederlagen gegen Kelly Pavlik und gegen Abraham im Rückkampf sowie eine einseitige Niederlage gegen Andre Ward. Er wurde als zu dimensionsloser Puncher entblößt, für den es gegen die wirklichen Topleute nicht reicht.
    Der Kampfausgang scheint vorprogrammiert, doch ein minimaler Funken Spannung kommt aufgrund von Butes drittletztem Kampf auf. Gegen den ebenfalls, wenn auch auf andere Art und Weise, eindimensionalen Librado Andrade entging er im ersten Aufeinandertreffen nur äußerst knapp einer KO-Niederlage in der letzten Runde. Bute ging zum Ende hin die Luft aus, und er zeigte sich zudem unaufmerksam. Zwar überstand er etwas kontrovers die Runde und gewann damit den Kampf sehr deutlich nach Punkten, jedoch kam er in dem Kampf seiner ersten Profiniederlage sehr nah. Miranda ist zwar boxerisch Bute in allen Belangen unterlegen, doch wenn er über eine Qualität besitzt, dann ist es seine Schlagkraft. Die einzige wirkliche Frage des Kampfes ist, ob es Miranda einmal im Kampf gelingt einen entscheidenden Treffer zu landen.
    Bute ist schneller als Miranda, technisch um Klassen besser, und bewegt sich um ein Vielfaches geschickter. Zudem ist er defensiv geschickt, und Mirandas aggressiver Stil sollte ihm als exzellenten Konterboxer genau in die Karten spielen, zudem Miranda selber nicht all zu schwer zu treffen ist. Dazu kommt noch, dass Miranda zwar nicht unbedingt schlechte Nehmerfähigkeiten besitzt, jedoch auch kein Eisenkinn, und schon zweimal schwer KO gegangen ist. Und, dass Bute auch ordentlich zulangen kann, bewies er gegen Andrade zuletzt eindrucksvoll.
    Edison Miranda hat wegen seiner Schlagkraft in beinahe jedem Kampf die Chance durch einen „Lucky Punch“ zu gewinnen, und so auch gegen Lucian Bute, doch ich halte es für äußerst unwahrscheinlich. Bute wird vor allem anfangs vorsichtig sein und Respekt vor Mirandas harten Schlägen zeigen. Er ist defensiv gut genug um die Angriffe des langsameren Kolumbianers zu blocken oder ihnen auszuweichen, und außerdem technisch gut genug ausgebildet um ihn mit präzisen Kontern zu bestrafen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Miranda bedeutsam Treffer landen wird, und das könnte dazu führen, dass er nach einigen Runden frustriert wird und beginnt immer wilder zu attackieren. Bute besitzt das technische Rüstzeug um das zu seinem Vorteil auszunutzen und den offenen Miranda seinerseits mit harten Schlägen einzudecken. Es würde mich überraschen, wenn es Miranda über die Runden schafft. Miranda wirkt wie maßgeschneidert für Bute, der ihn meiner Meinung nach innerhalb der ersten sieben Runden ausknocken wird.


    Sebastian Zbik – Domenico Spada II

    Letzten Juli kam es am Nürburgring zu einem der schwächsten deutschen Kämpfe des letzten Jahres, als Sebastian Zbik gegen Domenico Spada nach Punkten knapp den Interimsgürtel der WBC gewann. Am Samstag kommt es in Magdeburg zum Rückkampf der beiden Mittelgewichtler.
    Im ersten Aufeinandertreffen entwickelte sich der Kampf spätestens ab der zweiten Kampfeshälfte zu einem einzigen Gewürge, in dem mehr gehalten und geklammert wurde als geboxt. Das meiste Klammern ging von Sebastian Zbik aus, der seine Linie immer mehr verlor und auch konditionell nachzulassen schien. Spada fand allerdings auch kein Mittel dagegen. In dem Kampf sei keiner der beiden wie ein Weltmeister – wenn auch nur Interimsweltmeister – aus, doch alle drei Punktrichter sahen am Schluss Zbik mit einem Punkt vorne. Spada beschwerte sich hinterher lautstark über die Entscheidung, und in der Tat hätte das Urteil auch zu seinen Gunsten ausfallen können, wenn auch nicht müssen.
    Da der Kampf also recht ausgeglichen war, ist ein Rückkampf durchaus angebracht, doch es scheint nichts darauf hinzudeuten, dass es am Samstag einen attraktiveren Kampf geben wird als noch vor neun Monaten. Der Kampf dürfte auch erneut eng werden, doch ich sehe Sebastian Zbik erneut als Sieger. Eigentlich ist der Schweriner ein gut ausgebildeter Boxer, der in der Lage sein sollte eine bessere Vorstellung gegen Spada abzuliefern. Spada sollte wieder der aggressivere der beiden Boxer sein, und wenn sich Zbik etwas aktiver zeigt und weniger aufs Klammern fixiert ist, müsste er durch seine technische Überlegenheit eigentlich in der Lage sein Spada sauberer auszuboxen. Ich gehe von einem erneuten Punktsieg Zbiks aus, zumal er in einem engen Kampf vermutlich auch noch auf einen kleinen Heimbonus bauen dürfte.
    Der Kampf wird am Samstagabend im ZDF übertragen.


    Robert Stieglitz – Eduard Gutknecht

    Ebenfalls in Magdeburg verteidigt Supermittelgewichtsweltmeister Robert Stieglitz seinen Titel gegen den Kasachen Eduard Gutknecht.
    Beide Boxer brachten sich ein wenig ins Rampenlicht durch Siege über Ex-Weltmeister Karoly Balzsay. Stieglitz schlug ihn im August letzten Jahres überraschend in der elften Runde KO und gewann von ihm den WBO-Titel, während Gutknecht dreieinhalb Monate später den Ungarn knapp auspunktete. Quervergleiche sind selten aussagekräftig, doch ich finde, dass dieser bereits auf die richtige Spur führt. Stieglitz ist eigentlich der etwas bessere Boxer der beiden, verfügt zudem über mehr Erfahrung und mehr Schlagkraft. Gutknecht ist zwar ein kompetenter Boxer mit guter Technik, doch ich denke, dass er sich ein wenig die Zähne an Stieglitz ausbeißen wird, während dieser seine überlegene Physis zu seinen Gunsten zu nützen wissen wird. Vor allem anfangs sollte Gutknecht auch seine Momente und seine Runden haben, doch ich denke, dass Stieglitz zum Ende hin immer mehr aufkommen wird, und im Endeffekt den Kampf verdient nach Punkten gewinnen wird.
    Der Kampf wird am Samstagabend im ZDF übertragen.


    Drian Francisco – Ricardo Nunez

    Auf den Philippinen treffen am Samstag Drian Francisco und Ricardo Nunez im Superfliegengewicht aufeinander. Der Sieger erwirbt das Recht WBA-Weltmeister Nobuo Nashiro herauszufordern.
    Der Philippine Francisco ist in 19 Kämpfen noch ungeschlagen, bei einem Unentschieden, und feierte in seinem letzten Kampf seinen bisher besten Sieg, als er Ex-Weltmeister Roberto Vasquez in zehn Runden stoppte. Nunez hingegen erlitt in 18 Kämpfen bereits eine Niederlage und war noch mit keinem Gegner vom Kaliber Vasquezs im Ring. Drian Francisco gilt als eines der am besten gehüteten Geheimnisse des Boxsports, und mit seinen 27 Jahren ist es für ihn langsam an der Zeit nach Höherem zu streben. Boxerisch sollte er dem Panamesen Nunez überlegen sein, doch dieser kann sich auf seine Schlagkraft stets verlassen. Von seinen 17 Siegen kamen 15 vorzeitig, sieben davon in der ersten Runde. Tatsächlich kündigten beide Boxer im Vorfeld einen recht kurzen Kampf und einen KO-Sieg an.
    Der Kampf ist relativ ausgeglichen, doch ich gehe stark davon aus, dass Drian Francisco als Sieger hervorgehen wird und möglicherweise eine sehr eindrucksvolle Vorstellung abliefern wird. Er scheint mir das Potenzial zu haben Weltmeister zu werden und möglicherweise sogar ein Star. Ricardo Nunez auf der anderen Seite verfügt zwar über einen harten Punch, hat jedoch auch eine beunruhigende Erstrundenniederlage gegen Journeyman William De Sousa in seinem Kampfrekord, die zumindest Zweifel an seinen Nehmerfähigkeiten aufkommen lässt. Ich gehe davon aus, dass Drian Francisco durch KO gewinnen wird.


    Fernando Guerrero – Michael Walker

    Am Freitagabend findet in Maryland ein Mittelgewichtskampf statt, der einiges an Action verspricht. Der ungeschlagene Fernando Guerrero trifft auf den toughen Michael Walker.
    Guerrero gilt als Mann, der vielleicht einmal um einen Titel boxen kann, doch in seinen letzten Kämpfen offenbarte er einiges an Schwächen gegen durchschnittliche Gegner, obwohl er stets siegreich blieb. Im Februar letzten Jahres ging er gegen Gabriel Rosado zu Boden, im Oktober gewann er nur äußerst knapp nach Punkten, und selbst in seinem letzten Kampf, als er Jessie Nicklow in vier Runden stoppte, konnte er nicht wirklich glänzen. Michael Walker hingegen musste in seinen letzten vier Kämpfen seine einzigen drei Niederlagen hinnehmen und war dabei stets ziemlich chancenlos. Trotzdem ist er gegen Guerrero sicherlich nicht ganz ohne Chance. Guerrero ist stets sehr offensiv und aggressiv und bietet dabei meist reichlich Angriffsfläche. Walker geht normalerweise auch nach vorne und lebt von seiner physischen Stärke. Meines Wissens war er in seiner Profikarriere noch nie am Boden und auch gegen den hoch gehandelten und durchaus hart schlagenden Daniel Jacobs ging er über die Runden ohne im Kampf ernsthaft angeschlagen zu sein. Seine Hoffnung gegen Guerrero besteht darin, alles zu schlucken, was Guerrero austeilt und ihn so möglicherweise frustrieren zu können und hinten heraus niederzuringen. Guerrero sollte gewinnen, doch der Kampf könnte zu einem Charaktertest für ihn werden, den er erstmal bestehen muss. Deshalb tippe ich zwar auf einen Punktsieg für Fernando Guerrero, doch wäre nicht überrascht, wenn Walker ihm in den letzten Runden das Leben schwer macht und möglicherweise für die Überraschung sorgt.

    Benjamin Antemann kann unter benjamin@boxen.de erreicht werden.

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