Top News

Wochenendvorschau 11.09.-12.09.2009

Das kommende Boxwochenende steht hauptsächlich im Zeichen der niedrigeren Gewichtsklassen mit Titelkämpfen im Minimum-, Halbfliegen-, Bantam- (2x), Superfeder-, aber auch Mittelgewicht.
So stehen folgende 9 Kämpfe im Fokus:

  • Ivan Calderon – Rodel Mayol
  • Nehomar Cermeno – Cristian Mijares
  • Fernando Montiel – Alejandro Valdez
  • Mikkel Kessler – Gusmyr Perdomo
  • Donnie Nietes – Manuel Vargas
  • Roman Martinez – Vicente Martin Rodriguez
  • Andre Ward – Shelby Pudwill
  • Julio Cesar Chavez Jr. – Jason LeHoullier
  • John McDermott – Tyson Fury

  • Ivan Calderon – Rodel Mayol

    Ivan Calderon ist einer der besten puren Boxer der letzten Jahre und besitzt seit langer Zeit eine der besten Defensiven im Sport. Aber auch an ihm scheint in letzter Zeit das Alter nicht spurlos vorüber zu gehen.
    In seiner Zeit als Weltmeister im Minimumgewicht schien er lange Zeit beinahe konkurrenzlos zu sein und hatte im Grunde erst in seinem letzten Kampf bei den 105-Pfundern, als er per SD gegen Ronald Barrera gewann, das erste mal ernsthaft Probleme.
    Seit mehr als 2 Jahren ist er nun ebenfalls im Halbfliegen Weltmeister der WBO und des Ring Magazines, und das, obwohl er seinen Gegnern in dieser Gewichtsklasse als Boxer, der selbst für das Minimumgewicht schon immer klein war, physisch immer deutlich unterlegen ist.
    Das machte der ungeschlagene Puerto Ricaner aber meistens durch seine Technik und exzellente Defensive wett.
    Während er allerdings bereits im August 2008 im Rematch gegen Hugo Fidel Cazares, von dem er ein Jahr zuvor den WBO und Ring-Titel gewonnen hatte, einige Probleme hatte, und mit einer technischen Entscheidung nach 7 Runden davonkam, gewann er vor drei Monaten zum ersten Mal in seiner Profikarriere einen Kampf nicht, als er sich nach 6 Runden mit einem technischen Unentschieden begnügen musste. Der Gegner hieß damals wie heute Rodel Mayol.
    Der sechs Jahre jüngere Philippino Mayol boxt am Samstag bereits zum vierten Mal um einen WM-Titel. Gewinnen konnte er ihn noch nie.
    2006 und 2007 scheiterte er noch an Eagle Den Yunlaphan und Ulisses Solis, bis er dann überraschend Calderon zuletzt ein technisches Unentschieden abverlangen konnte.
    Calderon, dessen letzter Kampf davor bereits wegen eines unabsichtlichen Kopfstoßes frühzeitig abgebrochen werden musste, zog sich in der vierten Runde, nachdem beide Boxer bereits in Runde 3 mit den Köpfen zusammengestoßen waren, eine üble Wunde an der Stirn zu wegen der der Kampf mitten in Runde 6 zu Ende war. Der Kampf hatte sich vorher schon zu einer unansehnlichen Rauferei entwickelt, geprägt von wiederholten unabsichtlichen Kopfstößen und Unsauberkeiten von beiden Seiten.
    Calderon schien nach Punkten knapp vorne zu liegen, doch die Auswertung der Punktkarten ergab ein ebenfalls gerechtes Unentschieden.
    Die Voraussetzungen für einen erneuten Abbruch wegen unabsichtlicher Kopfstöße sind definitiv gegeben. Dass Calderon Rechts- und Mayol Normalausleger ist, trägt ebenso dazu bei wie Mayols deutliche Reichweitenvorteile, die Calderon dazu zwingen schnell in die Nahdistanz zu gehen, um Treffer zu landen, was schnell Kopfstöße zur Folge haben kann.
    Sollte dies der Fall sein, kommt es stark darauf an, wie Calderon mit der zu erwartenden anfänglichen Aggressivität Mayols umzugehen vermag.
    Mayol muss, um zu gewinnen, seine Reichweitenvorteile konsequent nutzen und den physisch unterlegenen Calderon von außen mit geraden Schlägen bombardieren.
    Calderon hingegen muss bereits früh im Kampf seine Schnelligkeitsvorteile ausnutzen und seine exzellente Defensive und Beinarbeit nutzen, um in Position zu kommen, Mayol abzukontern. Ein paar geschickte Schritte zur Seite könnten Wunder wirken gegen den aggressiven Mayol.
    Sollte dies Calderon gelingen, müsste eine mehr oder weniger deutliche Punktentscheidung für ihn drin sein. Obwohl Mayol nicht das allerbeste Kinn zu haben scheint, scheint ein KO für Calderon bei dessen Schlagkraft eher utopisch und wäre auch untypisch für seinen Boxstil.
    Mayols Chance wiederum könnte darin bestehen, dass Calderon in den letzten Jahren ein wenig nachgelassen zu haben scheint und nicht mehr so unschlagbar scheint wie noch zuvor. Mit 34 Jahren ist er für die unteren Gewichtsklassen schon ziemlich alt und so langsam scheint sich eine Wachablösung anzukündigen.
    Trotzdem muss für mich Calderon hier noch als Favorit gelten. Er sollte aus den Schwierigkeiten, die er im ersten Kampf hatte, gelernt haben, und sich im Rückkampf besser auf seinen Gegner eingestellt präsentieren können.
    Ich erwarte eine mehr oder wenige klassische Calderon-Vorstellung, in der er als Konterboxer die klarereren Treffer setzt und Mayol das eine ums andere Mal ins Leere laufen lässt auf dem Weg zu einer Punktentscheidung im 116-112 Bereich.


    Nehomar Cermeno – Cristian Mijares

    Cristian Mijares sucht weiterhin den Weg zurück an die Spitze des Sports. Dort stand er vor einem Jahr noch, als er Superfliegengewichtsweltmeister der WBA und WBC war, als Dauergast in sämtlichen Pound For Pound Top 10s stand und von vielen Experten als vielleicht technisch bester Boxer der Welt hochgejubelt wurde.
    Die Titel sind inzwischen weg, die Lobhymnen verstummt, und an ihre Stelle ist ein großes Fragezeichen getreten, was mit dem so hoch gehandelten Mexikaner schief gelaufen ist.
    Als er letzten November den dritten Titel im Superfliegen erobern wollte und gegen Vic Darchinyan antrat, war Mijares seit über 6 Jahren ungeschlagen und hatte in letzter Zeit Spitzenleute wie Alexander Munoz, Jose Navarro oder Jorge Arce klar beherrscht und ging als Favorit in den Kampf gegen den unorthodoxen Armenier. Rückblickend bleibt zu vermuten, dass er sich selbst zu sicher sein schien und Darchinyan nicht genügend ernst zu nehmen schien. Er fand kein richtiges Rezept gegen ihn und wurde nach 9 Runden erstmals in seiner Karriere ausgeknockt.
    Der Kampf gegen den eher nunbekannten ungeschlagenen Venezuelaner Nehomar Cermeno im März dieses Jahres sollte als Aufbaukampf für Mijares gelten, um ihn wieder an größere Aufgaben heran zu führen, und war gleichzeitig sein erster Kampf im Bantamgewicht, bei dem nebenbei der Interimsgürtel der WBA herausspringen sollte. Doch Mijares schien nicht aus seinen Fehlern gelernt zu haben und nahm Cermeno ebenso auf die leichte Schulter, um am Ende auf der falschen Seite einer Split Decision nach 12 Runden zu stehen.
    Wie Mijares selbst zugibt, braucht er unbedingt einen Sieg im Rückkampf gegen Cermeno, um seine Karriere am Leben zu halten. Ganz leicht wird dies jedoch nicht, da Cermeno, der zuvor noch nie auf der großen Bühne aufgetreten war, gegen Mijares zeigte, dass auch er boxen kann.
    Es scheint fast alles dafür zu sprechen, dass der Kampf ähnlich ablaufen wird, wie das erste Aufeinandertreffen der Beiden. Ausschlaggebend dabei wird allerdings sein, wie sehr Mijares mental für den Kampf gerüstet ist. Er hat definitiv das Zeug Cermeno deutlich zu besiegen, wenn er zu alter Form zurückfindet, jedoch zeigt die Geschichte eher mehr Beispiele für Boxer, die nach einer Niederlage der Art, wie Mijares sie gegen Darchinyan erlitten hat, nicht wieder zurück in die Spur finden als umgekehrt.
    Vor allem wird Mijares wohl mehr agieren müssen und schlicht und ergreifend aktiver sein, um am Ende als Sieger dazustehen. Ich glaube, dass ihm das so gerade gelingen wird und er nach einem ähnlich knappen Kampf dieses Mal am Ende durch eine hauchdünne Punktentscheidung gewinnt. Sollte dies jedoch nicht der Fall sein, dürfte die noch vor kurzem so viel versprechende Karriere des Mexikaners frühzeitig ein Ende finden.


    Fernando Montiel – Alejandro Valdez

    Fernando Montiel ist möglicherweise einer der am meisten unterschätzten Boxer der letzten Jahre. Seit ca. 9 Jahren bewegt er sich an der Spitze der unteren Gewichtsklassen und hatte dabei 17 Titelkämpfe. Er wurde Weltmeister im Fliegengewicht, Superfliegengewicht und Bantamgewicht und verlor in seiner Profikarriere nur zwei Mal gegen absolute Spitzenleute in Mark „Too Sharp“ Johnson und Jhonny Gonzalez, beide Male hauchdünn nach Punkten.
    Zuletzt verließ der 30-jährige Mexikaner zum zweiten Mal das Superfliegengewicht und sicherte sich gegen einen überforderten Diego Oscar Silva in 3 Runden den Interimsgürtel der WBO im Bantamgewicht.
    Da Gerry Penalosa der reguläre WBO-Titel im April abgenommen wurde, da er Juan Manuel Lopez im Superbantam herausforderte anstatt den Titel zu verteidigen, geht es für Alejandro Valdez im Kampf gegen Montiel um den regulären WBO-Gürtel und nicht nur den Interimstitel.
    Valdez scheiterte in seinem bisher einzigen Versuch Weltmeister zu werden, an dem starken japanischen Bantamgewichtsweltmeister der WBC Hozumi Hasegawa, der ihn in zwei Runden stoppte. Trotzdem ist Valdez nicht zu unterschätzen. In seinen vorherigen Kämpfen sah der 25-jährige Mexikaner gegen solide Gegner gut aus. Er besitzt für gewöhnlich eine gute Workrate und recht schnelle Hände. Selbst gegen Hasegawa, wahrscheinlich der beste Bantamgewichtler der Welt zur Zeit, sah er nicht schlecht aus, bis eine gute Kombination ihn zu Boden schickte, und der Kampf kurze Zeit später etwas verfrüht abgebrochen wurde.
    Valdez besitzt mehr als eine Außenseiterchance, aber Montiel sah in seinen letzten Kämpfen bestechend aus. Valdez scheint eine Tendenz zu haben, sich in seine Schläge etwas zu weit hereinzulehnen, was ihm für die exzellenten Konter Montiels verwundbar machen könnte. Allerdings muss Montiel auch erstmal mit seinem deutlich größeren Gegner zurecht kommen, der dank 13cm Reichweitenvorteil versuchen sollte Montiel auf Distanz zu halten.
    So könnte sich ein extrem spannender Kampf entwickeln, bei dem alles offen ist. Trotzdem halte ich Montiel für den besseren, schnelleren und erfahreneren Mann, der nach Punkten gewinnen sollte. Auch ein KO-Sieg für ihn scheint nicht unmöglich, sollte Valdez sich bei seinen Angriffen zu offen zeigen, und Montiel ihn mit seinen Kontern hart treffen.


    Mikkel Kessler – Gusmyr Perdomo

    Mikkel Kessler wird in Gedanken schon halb bei seinem Auftaktmatch im Super Six-Turnier sein, wenn er am Samstag in Dänemark noch einmal zum Aufwärmen seine Pflichtverteidigung boxt. Warum Gusmyr Perdomo nun gerade auf Platz 1 der Rangliste steht, nachdem er noch keinen wirklich guten Mann schlagen konnte, und in seinem drittletzten Kampf noch von Dimitri Sartison geschlagen wurde, der wiederum kurze Zeit später von Kessler vorgeführt und ausgeknockt wurde, wird wohl das Geheimnis der WBA bleiben.
    Zumindest zeigt bereits der Quervergleich wohl wie es um die Kräfteverhältnisse in diesem Kampf bestellt ist.
    Während Mikkel Kessler bei den meisten Experten als bester Boxer des Supermittelgewichts gilt, seitdem Joe Calzaghe die Gewichtsklasse verlassen hat, ist der 33-jährige Venezuelaner Perdomo eher in der zweiten oder dritten Reihe einzuordnen.
    Es ist ein sehr einseitiger Kampf zu erwarten, den Kessler nach Belieben bestimmen wird, und so lange harte rechte Geraden landen wird bis Perdomo genug hat oder ausgezählt wird. Alles andere wäre mehr als eine Überraschung.

    Sky - Wählen Sie Ihr Lieblingsprogramm!


    Donnie Nietes – Manuel Vargas

    Es soll die dritte erfolgreiche Titelverteidigung von Donnie Nietes werden, wenn er am Samstag seinen WBO-Titel im Minimumgewicht gegen Manuel Vargas aufs Spiel setzt. Vargas hatte im Dezember letzten Jahres die Interimsversion von Nietes Gürtel gewonnen, als er Daniel Reyes in vier Runden ausknockte. Nun gilt es endlich den wahren WBO-Weltmeister ausfindig zu machen, nachdem der Kampf in den letzten Monaten das eine oder andere Mal verschoben worden war.
    Vargas hat drei Niederlagen auf seinem Kampfrekord stehen, jedoch stammen zwei davon aus seinen ersten drei Profikämpfen und die andere war eine äußerst knappe Punktentscheidung gegen den sehr guten und physisch sehr starken Fliegengewichtler Rayonta Whitfield, die durchaus auch zugunsten von Vargas hätte ausfallen können.
    Nietes gielt hier für mich als leichter Favorit, da er der etwas komplettere Boxer zu sein scheint, aber ein Selbstläufer ist dieser Kampf sicherlich nicht. Nietes sollte auch den besseren Punch in diesem Kampf besitzen, jedoch glaube ich nicht an einen KO-Sieg für ihn, da Vargas defensiv gut steht.
    Ich tippe auf einen engen Kampf, den Nietes nach Punkten knapp gewinnen sollte. Jedoch könnte der Heimvorteil Vargas in Mexiko gegen den Philippino Nietes auch zu Gute kommen, so dass er letztlich als Sieger aus dem Kampf hervorgeht.


    Roman Martinez – Vicente Martin Rodriguez

    Auch im Superfedergewicht steht am Samstag ein Titel auf dem Spiel, wenn der ungeschlagene puertoricanische Weltmeister Roman Martinez auf den Argentinier Vicente Rodriguez trifft.
    Martinez hatte im März für einige Experten etwas überraschend den Briten Nicky Cook in vier Runden gestoppt und damit seinen ersten Weltmeistertitel gewonnen. Sein bester Sieg vorher kam wohl gegen Francisco Lorenzo, der einen Sieg über Nate Campbell erzielen konnte, und später mit Humberto Soto in einem Rematch über die Runden ging, nachdem er den ersten Kampf per Disqualifikation gewonnen hatte.
    Für Rodriguez ist Martinez der mit Abstand stärkste Gegner seiner Karriere, in der 25 Siege 2 Niederlagen gegenüberstehen. Des Weiteren ist es erst das zweite Mal, dass er außerhalb Argentiniens boxt, nachdem er vor einem Jahr in Australien gegen William Kickett klar verlor.
    Rodriguez reist im Grunde nur zum Verlieren nach Puerto Rico, da es nicht so aussieht, als hätte er dem Weltmeister irgendetwas entgegenzusetzen. Martinez ist beileibe kein Überboxer, jedoch besitzt er eine ordentliche Technik gepaart mit einem ordentlichen Punch und zudem recht schnelle Hände. Für Rodriguez sollte es allemal zuviel sein. Ich rechne mit einem Abbruchsieg für Martinez in den hinteren Runden.


    Andre Ward – Shelby Pudwill

    Andre Ward ist endlich auf der großen Bühne des Profiboxens angekommen. Zu verdanken hat er das seiner Teilnahme am Super-Six-Turnier im Supermittelgewicht, in dem er, vermutlich am 7. November, auf den von vielen Experten als Favoriten gehandelten Mikkel Kessler, seines Zeichens Weltmeister der WBA, treffen wird.
    Für Ausrufezeichen hatte Ward bereits im Mai diesen Jahres gesorgt, als er in seinem auf dem Papier bisher schwersten Test ohne Probleme den schlagstarken Kolumbianer Edison Miranda deutlich auspunktete.
    Bevor der junge Amerikaner und Goldmedaillengewinner der olympischen Spiele 2004 allerdings auf Kessler treffen wird, steht für ihn am Samstag noch ein Warm-Up-Kampf an.
    Shelby Pudwill dürfte den wenigsten Boxfans ein Begriff sein. Seinen bekanntesten Gegner hatte der 34-jährige Amerikaner vor dreieinhalb Jahren in dem damals hoch gehandelten Iren John Duddy, der ihn in weniger als 2 Minuten ausknockte. Pudwill war gegen Duddy drei Mal am Boden und hatte ihm nichts entgegenzusetzen.
    Nun ist Ward im Gegensatz zu Duddy eher der klassische Boxer, aber dafür auch boxerisch mindestens eine Klasse über den jungen Iren, der zuletzt seine erste Profiniederlage hinnehmen musste.
    Daher wird Ward möglicherweise nicht ganz so schnellen Prozess mit Pudwell machen wie Duddy, aber er sollte den Kampf, so lange er auch gehen mag, problemlos und klar beherrschen und schließlich auch nach zwei, drei Runden per KO gewinnen.


    Julio Cesar Chavez Jr. – Jason LeHoullier

    Julio Cesar Chavez Jr., Sohn der mexikanischen Ringlegende, bestreitet seinen 41 Profikampf und begnügt sich weiterhin mit Gegnern aus der zweiten bis dritten Reihe. Der ungeschlagene Halbmittelgewichtler, der trotz bisher schwacher Gegnerschaft weiterhin lukrative Kämpfe anhäuft und in den Ranglisten der Verbände weit oben zu finden ist, trifft am Samstag in Tijuana, Mexiko auf Jason LeHoullier, der zuletzt gegen Ronald Hearns-Bezwinger Harry Joe Yorgey nach Punkten verlor. Das ist jedoch auch schon wieder über ein Jahr her.
    Trotzdem könnte LeHoullier das Rüstzeug dazu besitzen Chavez zu schlagen. Er ist möglicherweise sein bisher bester Gegner und Chavez Jr. hat noch nicht bewiesen, dass er selber in die Nähe der besten Leute seiner Gewichtsklasse gehört.
    LeHoullier besitzt ein gutes Kinn, wenig Punch, aber eine hohe Workrate. Chavez selber ist eher ein mittelmäßiger Puncher und besitzt vermutllich einfach zu wenig Klasse, um LeHoullier auszuknocken. Auch LeHoullier wird Chavez Jr. wohl eher nicht stoppen können, so dass es mit großer Wahrscheinlichkeit die vollen 10 Runden gehen sollte. Es liegt an Chavez die klareren Treffer zu setzen, um den schlachterprobten, sehr aktiven Amerikaner auspunkten zu können.
    Mein Gefühl sagt mir, dass dies sehr schwer für Chavez werden wird. Allerdings wäre es auch nicht das erste Mal, dass Chavez in seiner Profikarriere durch eine etwas zweifelhafte Entscheidung einen Kampf gewinnt. Ich tippe dennoch auf eine kleine Überraschung und einen knappen Punktsieg von LeHoullier.


    John McDermott – Tyson Fury

    Auch wenn er sein boxerisches Können noch nicht einwandfrei unter Beweis gestellt hat, so hat er doch eine Sache schon eindrucksvoll bewiesen: Tyson Fury fehlt es nicht an Selbstvertrauen. Man kommt beim Lesen diverser Boxportale kaum umher täglich neue Bekundigungen des großmäuligen Engländers wahrzunehmen, in denen wir darüber informiert werden, wie gefürchtet er ist, und die Auferstehung welcher Ringlegende er heute ist.
    Noch kann er sich all das erlauben, solange er ungeschlagen ist. Seine sieben Kämpfe hat er allesamt vorzeitig gewinnen können, allerdings auch gegen nicht erwähnenswerte Opposition. Im Kampf um den englischen Schwergewichtstitel hat er gegen John McDermott zumindest mal die Chance auf eine kleinere Standortbestimmung.
    McDermott verlor zwar zuletzt zwei Mal hintereinander gegen Danny Williams, ist aber trotzdem zumindest gehobene britische Klasse.
    Tyson Fury sah zwar bisher nach allem anderem als einer großen Gefahr für die Schwergewichtsweltmeister aus, aber für McDermott sollte es klar reichen. McDermott ist zu langsam und statisch um Fury viel entgegensetzen zu können. Ich gehe von einem einseitigen Kampf aus, bei dem die Frage bleibt, ob Fury auch zum achten Mal einen KO einstreichen kann.

    Voriger Artikel

    Culcay-Keth als erster Deutscher im WM-Halbfinale

    Nächster Artikel

    Auch Ronny Beblik im Halbfinale von Mailand

    1 Kommentar

    1. […] Calderon und Rodel Mayol sowie Roman Martinez und Vicente Martin Rodriguez. Eine ausführliche Prognose für die beiden Kämpfe hatten wir bereits aufgestellt. Eine Video-Vorschau reichen wir an dieser Stelle […]

    Antwort schreiben