Top News

Wochenendvorschau 05.-06.02.2010

Der größte Kampf des Wochenendes findet im Leichtgewicht statt. Der vielleicht größte Puncher des Sports derzeit, Edwin Valero, trifft auf seinen vielleicht bisher besten Gegner Antonio DeMarco. Ansonsten versucht Tomasz Adamek sein Glück weiter im Schwergewicht und im Halbschwergewicht gibt es einen viel versprechenden Titeleliminator. Außerdem steht ein Titelkampf im Superfedergewicht auf dem Programm…

  • Edwin Valero – Antonio DeMarco
  • Yusaf Mack – Glen Johnson
  • Tomasz Adamek – Jason Estrada
  • Likar Ramos – Jorge Solis

  • Edwin Valero – Antonio DeMarco

    Wenn man davon ausgeht, dass Juan Manuel Marquez nicht ins Leichtgewicht zurückkehren wird, gibt es wohl realistisch gesehen drei Boxer, die gute Chancen haben sich die vakante Krone der 135-Pfunder zu schnappen. Im Moment ragt kein einzelner Boxer im Leichtgewicht so wirklich heraus, doch Ali Funeka, der im letzten großen Leichtgewichtskampf gegen Joan Guzman um den Sieg betrogen wurde, Humberto Soto, der als wohl bester Superfedergewichtler ins Leichtgewicht hochgegangen ist, und KO-Künstler Edwin Valero sind die heißesten Kandidaten in naher Zukunft als Alleinherrscher der Gewichtsklasse dazustehen.
    Valero kann am Samstag einen Schritt in die richtige Richtung machen. Als regulärer Weltmeister der WBC trifft er auf Antonio DeMarco, Interimsweltmeister der WBC. DeMarco sicherte sich diesen Titel durch einen TKO-Sieg gegen Jose Alfaro im Oktober letzten Jahres. Einer Niederlage früh in seiner Karriere stehen 23 Siege, davon 17 vorzeitig, und ein Unentschieden gegenüber. Er hatte es in seiner Karriere nie so leicht, wie manch andere Boxer, die von Anfang an als zukünftiger Weltmeister gesehen wurden und mit leichten Gegnern gefüttert wurden. DeMarco musste sich durchbeißen, nachdem er mit 18 Jahren und nach nur 20 Amateurkämpfen ins Profilager wechselte. Heute ist er 24 und als Boxer deutlich gereift. Er könnte Valeros bisher schwerster Gegner werden.
    Der venezuelanische KO-Künstler Valero ist zwar bereits in einer zweiten Gewichtsklasse Weltmeister und hat sieben WM-Kämpfe in Folge bestritten, doch seine Gegnerschaft ließ doch meist zu wünschen übrig. Als er im August 2006 in seinen ersten Titelkampf ging, hatte er in 19 Profikämpfen 19 KO-Siege erzielt, davon die ersten 18 in der ersten Runde, während sein letzter in die zweite Runde hereingereicht hatte. Für Titelträger Mosquera brauchte er 10 Runden, und seitdem hat niemand mehr so lange mit Valero im Ring gestanden. 26 Siege, alle durch KO, stehen im Moment in seinem Kampfrekord. Doch frei von Kritik ist er nicht.
    Dass Edwin Valero so gut zulangen kann wie kaum jemand zurzeit, steht außer Frage, jedoch wirkte er in einigen seiner Kämpfe wild und technisch schlampig. Es sah oft so aus, als verließe er sich zu sehr auf seine überragende Schlagkraft und vernachlässigte dementsprechend seine boxerischen Fähigkeiten. Das sollte er gegen DeMarco tunlichst vermeiden.
    Denn DeMarco ist ein technisch sehr solider Boxer, der als der klar größerer Mann mit der größeren Reichweite körperliche Vorteile gegenüber Valero besitzt. Sein Ziel wird und muss es sein diese auszunutzen. Beide Boxer sind Rechtsausleger und DeMarco könnte das entgegen kommen, da es ihm so leichter fallen dürfte den Kampf mittels des Jabs auf Distanz zu halten, als es gegen einen Normalausleger der Fall wäre. Als Rechtshänder, der früh seine Auslage gewechselt hat, ist seine rechte Hand auch seine starke, so dass neben des Jabs vor allem die rechten Haken als Konter Erfolg versprechend sein dürften.
    Während DeMarco stets die Distanz wahren muss, muss Valero eben versuchen sie geschickt zu überbrücken. Das Wichtigste dabei ist es, sich aufs Boxerische zu berufen und nicht wild drauf los zu schwingen. Mit guten Kopfbewegungen und hinter dem Jab sollte er sich in die Halbdistanz heranpirschen, um dann seine Bomben zu landen. Gelingt es dabei Valero längere Zeit in der Halbdistanz zu bleiben oder DeMarco sogar an den Seilen zu stellen, kann der Kampf praktisch bei jedem Volltreffer zu Ende sein.
    Doch solange sich DeMarco an einen intelligenten Kampfplan hält und sich von außen mobil boxend von Valeros Power fernhält, könnte es durchaus frustrierend für Valero werden, der es gewöhnt ist seine Gegner früh zur Strecke zu bringen. Jedoch scheint es in DeMarcos mexikanischer Natur zu liegen sich irgendwann in ein offenes Gefecht ziehen zu lassen, wie es in den meisten seiner Kämpfe der Fall war. Ein offenes Gefecht mit Valero kann er allerdings nicht gewinnen und wird für ihn mit einem Besuch des Ringbodens enden.
    So denke ich auch, dass Antonio DeMarco es durchaus schafft mit Valero in die mittleren bis späten Runden zu gehen, nachdem er am Anfang einiges an Probleme zu bewältigen haben wird, er sich aber irgendwann dem Kampf stellen wird und dann KO gehen wird. Valero muss als Favorit gelten, und zwar per KO-Sieg, doch sollte DeMarco sich in der Lage zeigen einen disziplinierten Kampf 12 Runden lang durchzuziehen und Valero sich etwas wild präsentieren, ist hier durchaus die Überraschung, sprich ein Punktsieg des Mexikaners, möglich.


    Yusaf Mack – Glen Johnson

    Sky - Wählen Sie Ihr Lieblingsprogramm!

    Am Freitagabend gibt es in Fort Lauderdale einen Leckerbissen im Halbschwergewicht zu sehen, wenn Yusaf Mack und Glen Johnson einen Eliminator der IBF, deren Champ der junge ungeschlagene Tavoris Cloud ist, ausboxen. Besonders für den bereits 41-jährigen Glen Johnson ist es ein richtungweisender Kampf.
    Der „road warrior“ Glen Johnson hat seine letzten drei Titelkämpfe allesamt verloren, zuletzt zweimal gegen Chad Dawson, davor gegen Clinton Woods. Sollte er am Freitag verlieren, wird er vermutlich keine weitere Chance mehr auf einen Titel bekommen. Der ehemalige Supermittelgewichts- und Halbschwergewichtsweltmeister ist trotz seines fortgeschrittenen Alters immer noch ein unangenehmer Gegner für jeden Boxer der Gewichtsklasse, und so bereitete er selbst Dawson im ersten Aufeinandertreffen einige Probleme, und hatte Pech auf den Punktkarten recht klar zu verlieren, wenn ein Unentschieden durchaus möglich gewesen wäre. Im zweiten Kampf jedoch war der Unterschied schon deutlicher, auch wenn zwei Punktrichter den Kampf dieses Mal enger sahen. Johnson hat durchaus nachgelassen in den letzten Jahren, aber seine große Erfahrung, seine körperliche Härte und auch sein durchaus vorhandenes boxerisches Können lassen ihn noch längst nicht komplett im Stich.
    Yusaf Mack hat in den letzten zwei Jahren seine Karriere wieder in die richtige Richtung gelenkt, als er nach Niederlagen gegen Alejandro Berrio und Librado Andrade ins Halbschwergewicht aufgestiegen ist. Vor ziemlich genau einem Jahr gelang ihm dort sein wohl bester Sieg gegen Chris Henry. Nun kann er sich seine erste Titelchance sichern.
    Und zwar in einem Kampf, der verspricht sehr interessant zu werden. Glen Johnson mit seinem offensiven, immer Druck ausübenden Stil sorgt konsequent für gute Kämpfe, und Yusaf Mack ist vermutlich nicht gut genug sich dem Druck konstant zu entziehen, aber gut genug, um den Kampf ausgeglichen zu gestalten. Es dürfte ein intensiver, actiongeladener, in der Nahdistanz geführter Kampf werden, der vor allem über die mentale Stärke und körperliche Fitness entschieden werden dürfte, und genau da ist Glen Johnson schwer zu schlagen. Ich denke, dass Johnson vor immer mehr Probleme stellen wird, je länger der Kampf dauert, und am Ende als Sieger einer engen Punktentscheidung da stehen wird.


    Tomasz Adamek – Jason Estrada

    In New Jersey wird Ex-Halbschwer- und Cruisergewichtschamp Tomasz Adamek seinen zweiten Schwergewichtskampf bestreiten. Sein Gegner dabei ist der US-Amerikaner Jason Estrada.
    Estradas bisher größter Kampf kam letztes Jahr als er in Deutschland Alexander Povetkin nach Punkten unterlag. Seitdem gelang ihm ein eher ungewichtiger Sieg gegen den alternden Zuri Lawrence, doch ein Sieg gegen Adamek, dem ja durchaus etwas im Schwergewicht zugetraut wird, könnte ihn wieder ein wenig ins Rampenlicht rücken. Estrada mag zwar als Außenseiter in das Duell gehen, doch chancenlos ist er keinesfalls. Er ist boxerisch stark und besitzt flinke Fäuste. Estrada ist mit Sicherheit eine Klasse höher einzuschätzen als die Version von Andrew Golota, die Adamek zuletzt im Oktober besiegte. Von daher ist er durchaus ein guter nächster Schritt für den Polen, jedoch auch eine Hürde, an der er scheitern könnte.
    Adamek wird es bei weitem schwieriger haben seinen Gegner zu stellen und seine Hände ins Ziel zu bringen und Estrada ist durchaus in der Lage Adamek über weite Strecken auszuboxen. Jedoch gehe ich eben nicht davon aus, dass er dazu 12 Runden lang in der Lage ist. Tomasz Adamek besitzt ebenfalls sehr schnelle Hände und legt auch im Schwergewicht mit seiner zugelegten Masse einiges an Kraft in die Schläge. Daher gehe ich von einem Sieg für Adamek so um die neunte Runde herum aus.


    Likar Ramos – Jorge Solis

    Der Interimstitel der WBA im Superfedergewicht steht am Samstagabend in Mexiko auf dem Spiel, wenn Likar Ramos und Jorge Solis in den Ring steigen.
    Ramos gewann den Papiertitel im November letzten Jahres in einer Ansetzung, die es nun wirklich nicht verdiente, um einen „Weltmeister“-titel zu gehen. In seinen 23 Kämpfen (2 Niederlagen) ist er noch nicht wirklich aufgefallen, und hat noch keine echten Topgegner vor den Fäusten gehabt. Solis hingegen ist gerade aus seinen zwei Niederlagen gegen Manny Pacquiao und Cristobal Cruz bekannt, aber er hat auch schon die deutlich besseren Gegner bezwungen.
    Solis ist eigentlich ein sehr guter Boxer, der Weltmeister Cruz zuletzt auch knapp vor einer Niederlage hatte, aber schließlich knapp nach Punkten unterlag. Er sollte als Favorit gegen den unerfahreneren Ramos sein. Doch auch Ramos kann durchaus boxen und sollte für einen interessanten Kampf sorgen. Am Ende sehe ich jedoch Jorge Solis leicht vorne und als Sieger einer einstimmigen Punktentscheidung.

    Voriger Artikel

    Universum trennt sich von Dsindsiruk: Neuer Vertrag mit Gary Shaw

    Nächster Artikel

    Bute gegen Miranda am 17. April: Explosiver Kampf abseits des Super-Six-Turniers

    Keine Kommentare

    Antwort schreiben