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Wochenendrückschau 31.07 – 01.08.2009

Im Mittelpunkt des vergangenen Boxwochenendes stand die Gewichtsklasse bis 140 Pfund, das Halbwelter. Am Samstagabend gab es auf Showtime gleich zwei Titelkämpfe in der vielleicht zurzeit am stärksten besetzten Gewichtsklasse zu sehen. Leider waren beide Kämpfe schneller beendet als man es sich als Zuschauer gewünscht hätte und brachten ein durchaus kontroverses Ende mit sich.

Mit dem ungeschlagenen Timothy Bradley verteidigte die Nr. 1 im Halbwelter laut Ring Magazine (hinter Ring-Champion Manny Pacquiao) zum ersten Mal seinen WBO-Gürtel, den er zuletzt im Titelvereinigungskampf gegen Kendall Holt gewonnen hatte, gegen Nate Campbell.
Bradley zeigte sich in den ersten beiden Runden schneller als der Oldie Campbell, der zum ersten Mal im Halbwelter antrat, nachdem er zuletzt seine 3 Gürtel im Leichtgewicht verlor, als er das Gewicht nicht bringen konnte. Die dritte Runde sollte dann die Entscheidung bringen: Bradley, der bereits in den ersten beiden Runden sowie in vorherigen Kämpfen dadurch auffiel, dass er oft mit dem Kopf voran in den Gegner ging, traf Campbell unabsichtlich mit einem Kopfstoß am linken Auge. Campbell fasste sich direkt an den Cut, aus dem nur Momente später auch bereits Blut floss und konnte sich des anstürmenden Bradleys kaum mehr erwehren. Beinahe den kompletten Rest der Runde verbrachte Campbell an den Seilen und ließ sich von Bradley mit Schlägen eindecken bis der Gong zum Ende der Runde erklang.
Direkt als Campbell zur Ecke zurückkehrte beschwerte er sich, dass er nichts mehr sehen konnte, und auch, als sein Cutman ihm das Blut aus den Augen wischte und den Blutfluss stillte, beharrte Campbell darauf, dass er nicht richtig sehen könne und schwarze Flecken im Gesichtsfeld habe. Dem Ringarzt, der anscheinend auch Blut hinter Campbells linkem Auge entdeckte, blieb nichts weiter übrig, als den Kampf abzubrechen. Da Ringrichter David Mendoza allerdings einen Schlag als Ursache des Cuts gesehen zu haben glaubte, wurde nach dem Abbruch Timothy Bradley zum Unmut von Nate Campbell und seinem Promoter Don King ein TKO-Sieg zugesprochen. Die TV-Bilder jedoch zeigten deutlich, dass der Kopfstoß ursächlich war, so dass der Kampf als No Decision hätte gelten müssen.
Das Team von Campbell, der nach dem Kampf ins Krankenhaus zur ärztlichen Untersuchung musste, hat bereits Einspruch gegen die Wertung des Kampfes eingelegt.

Im Vorkampf ging es auf Showtime um den vakanten WBC-Titel im Halbwelter, den Timothy Bradley nach seinem Kampf mit Kendall Holt niedergelegt hatte. Ex-Titelträger Junior Witter aus England trat gegen den ungeschlagenen 22-jährigen Amerikaner Devon Alexander an.
8 relative enge Runden gab es zu sehen, in denen Alexander 6 und Witter 2 zu gewinnen schien. In der zweiten Runde konnte Alexander Witter mit einem kurzen rechten Haken etwas beeindrucken und in der fünften Runde hatte er Witter nach einer klasse linken Gerade beinahe am Boden. Ansonsten schien der Kampf trotz Vorteile für Alexander weiterhin zumindest einigermaßen offen bis Junior Witter in der Pause zwischen Runde 8 und Runde 9 in Absprache mit seiner Ecke aufgab und Devon Alexander zum neuen Weltmeister gekürt wurde.
Im Interview nach dem Kampf führte Junior Witter eine Verletzung seines rechten Ellbogens an, wegen der er scheinbar nicht mehr weiter kämpfen konnte.
Die Punktrichter hatten zur Zeit des Abbruchs Alexander mit 79-73, 79-73 und 80-72 vorne.

Des Weiteren stand in Connecticut der vakante IBF-Titel im Weltergewicht auf dem Spiel, den Joshua Clottey niedergelegt hatte, um gegen Miguel Cotto im letzten Monat zu boxen. Gegenüber standen sich Isaac Hlatshwayo aus Südafrika und Delvin Rodriguez aus der dominikanische Republik, die bereits vor weniger als einem Jahr aufeinander getroffen waren und sich damals mit einem Unentschieden begnügen mussten.
Auch dieses Mal war es knapp, doch am Ende stieg Isaac Hlatshwayo als Sieger per Split Decision und als neuer Weltmeister aus dem Ring. Die Punktrichter hatten es 116-112 und 116-113 für Hlatshwayo sowie 115-113 für Delvin Rodriguez.

In der Überraschung der Woche bezwang Leichtgewicht Tyrone Harris den stärker eingeschätzten Marvin Quintero per TKO nach 8 Runden. Der Ringrichter sah sich gezwungen abzubrechen nachdem Quintero nach zwei linken Geraden und einem rechten Haken in die Ecke stolperte und dort von Tyrone Harris mit Schlägen eingedeckt wurde.

Weiterhin im Auge behalten sollte man wohl den 2008-Olympioniken Demetrius Andrade, der auch seinen sechsten Profikampf gewinnen konnte. Aufbaugegner Chad Greenleaf konnte er in der zweiten Runde durch einen Körpertreffer KO schlagen.

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