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Wochenendrückschau 19.-20.03.2010

In Düsseldorf sorgte Wladimir Klitschko gegen Eddie Chambers für ein dramatisches Ende eines weitestgehend einseitigen und wenig zuschauerfreundlichen Kampfes. Sechew Powell besiegte unterdessen Deandre Latimore in einem Rückkampf knapp nach Punkten. Randall Bailey, Odlanier Solis und Jhonny Gonzalez hingegen brauchten jeweils nicht lange für ihre Gegner…

Genau fünf Sekunden vor dem Ende des Kampfes wurde Eddie Chambers ausgezählt. Ein schöner linker Haken von Wladimir Klitschko hatte ihn am Ende der zwölften Runde in die Ringseile befördert und ihn schwer ausgeknockt.
Zuvor beherrschte der ukrainische Weltmeister das Geschehen größtenteils klar. Nur anfangs hatte Eddie Chambers einigermaßen Erfolg. Doch während er die erste Runde noch eng gestalten konnte, hatte er in der zweiten Runde dann Probleme, als er eine harte rechte Gerade schlucken musste. Zuvor hatte Chambers Glück gehabt, dass er keinen Punkt abgezogen bekam, als er Wladimir, der sich auf ihn lehnte, hochhob und zu Boden schmiss.
Ab der dritten Runde fingen die Runden an einander zu ähneln. Wladimir dominierte das Geschehen mit seinem starken Jab, der jedoch auch oft auf die Chambers gute Deckung ging, und drängte Chambers immer wieder zurück. Hin und wieder mischte er auch rechte Gerade und linke Haken unter. Chambers hingegen zeigte sich zu passiv und kam selten zu klaren Treffern.
Im letzten Drittel des Kampfes wurde es deutlich, dass Eddie Chambers müde wurde, und er bekam eine Auszeit, als es vor Beginn der zehnten Runde einige Minuten dauerte seinen rechten Handschuh, der aufgeplatzt war, zu ersetzen. Ein KO lag in den letzten drei Runden in der Luft, als Chambers weiter wenig machte und nur darauf bedacht schien sich möglichst schadlos zu halten, doch es dauerte bis wenige Sekunden vor dem Schlussgong, dass Wladimir Klitschko mit einem schönen, unvorbereiteten linken Haken sauber traf und Eddie Chambers bewusstlos zwischen die Seile fiel. Der US-Amerikaner, der sich später nicht mehr an den KO erinnern konnte, wurde mehrere Minuten behandelt bis es ihm wieder gut ging.

Sechew Powell bekam am Freitag in Oklahoma seine Revanche indem er Deandre Latimore, der ihn 2008 besiegt hatte, nach Punkten schlug. Zwei Punktrichter sahen ihn mit 117-111 bzw. 116-112 vorne, während der dritte den Kampf mit 114-114 unentschieden sah.
Der Kampf nahm den erwarteten Ablauf: Latimore befand sich stets im Vorwärtsgang und zeigte eine höhere Workrate, während Powell eher zu boxerischen Mitteln griff, den Jab viel einsetzte, und größtenteils die klareren Treffer landete. Doch vor allem in den ersten sechs Runden schien Latimore mit seinem Druck die Runden zu gewinnen bis Powell in der zweiten Hälfte des Kampfes stark aufkam. Latimore schien zu dem Zeitpunkt außerdem durch sein angeschwollenes Auge irritiert zu sein, und so sicherte sich Powell in den letzten Runden den Punktsieg, auch wenn er in der elften Runde angeschlagen war nach einer Kombination von Latimore.
Der Kampf schien nach 12 Runden sehr eng auf den Punktkarten zu sein und hätte auch an Latimore gehen können, und so kam das zu deutliche 117-111 von Punktrichter David Sutherland überraschend. Insgesamt gesehen konnte man Powell das Urteil aber durchaus zusprechen.

Wie zu erwarten war der Kampf zwischen Randall Bailey und Jackson Osei Bonsu ein Feuerwerk für die kurze Zeit, die er dauerte. In dem Weltergewichtseliminator der IBF brauchte der hart punchende US-Amerikaner Bailey nur 90 Sekunden, um sich von Bonsu zu entledigen.
Von Anfang an machte er seinem Kampfnamen „The Knock-Out King“ alle Ehre, und schickte Bonsu früh auf die Bretter. Der Ringrichter ließ den Kampf noch weitergehen nachdem der Ghanaer wieder auf den Füßen war, doch Bonsu war noch nicht wieder klar. Nach einem brutalen linken Haken ging er erneut runter und der Ringrichter brach den Kampf völlig zu Recht ab. Randall Bailey hat sich durch den Sieg den zweiten Platz in der Rangliste der IBF verdient.

Schwergewichtshoffnung Odlanier Solis besiegte am Samstagabend in Key West Carl Davis Drumond in drei Runden.
Solis betrat den Ring mit 268 ½ Pfund deutlich über seinem Idealgewicht, doch hatte kaum Probleme mit einem erschreckend schwachen und passiven Drumond, der vor einem Jahr Ruslan Chagaev noch einen guten Kampf um den Titel geliefert hatte. Er beschränkte sich darauf um Solis zu zirkeln, während dieser machen konnte, was er wollte. In der dritten Runde landete der Kubaner einige gute Treffer, die Drumond, der nie zuvor gestoppt worden war, überraschend dazu brachten in der Rundenpause aufzugeben. Die Vorstellung von Drumond war so schwach, dass die Florida Boxing Commission nachher beschloss vorläufig dessen Gage einzubehalten.

In einem Eliminator der WBC im Federgewicht benötigte Jhonny Gonzalez lediglich zwei Runden um Antonio Davis brutal KO zu schlagen. Bereits in der ersten Runde war Davis angeschlagen, und schon früh in der zweiten Runde schickte der ehemalige Bantamgewichtsweltmeister Gonzalez seinen Gegner mit einem starken Aufwärtshaken zu Boden. Davis schaffte es wieder hoch, musste aber bald darauf noch zwei Mal zu Boden. Immer noch stark angeschlagen wurde er von Gonzalez mit einer tollen Kombination zum vierten Mal auf die Bretter geschickt und ging schwer KO. Gonzalez winkt nun ein Kampf mit WBC-Weltmeister Elio Rojas, in dem er aber als Außenseiter gelten muss.

Hassan N’Dam N’Jikam trat am Samstagabend in Frankreich doch nicht gegen Elvin Ayala an, sondern gegen den kurzfristig eingesprungenen Mike Ermis. Für den deutlich schwächeren Ersatzgegner benötigte die kamerunsche Mittelgewichtshoffnung bis zur zehnten und letzten Runde ehe er ihn stoppte.

Benjamin Antemann kann unter benjamin@boxen.de erreicht werden.

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1 Kommentar

  1. kane
    23. März 2010 at 00:56 —

    HALLO KANN MAN ALLE KÄMPFE IHRGET WO SEHEN???

    WILL DENN KAMPF Hassan N’Dam N’Jikam SEHEN

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