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Wochenendrückschau 14.08 – 15.08.2009

Einige interessante Begegnungen hatte das vergangene Wochenende den Boxfans zu bieten. Dabei stand möglicherweise ein Kampf, bei dem es um keinen Titel ging, im Zentrum des Interesses und stellte so manch einen interessanten Titelkampf in den Schatten:

Roy Jones Jr. und Jeff Lacy trafen sich im Halbschwergewicht in einem Duell zweier Ex-Weltmeister.
Lacy, der sich seit seiner überdeutlichen Niederlage gegen Joe Calzaghe vor über 3 Jahren auf dem absteigenden Ast befindet, war überfordert mit dem ehemaligen Mittel-, Supermittel-, Halbschwer- und Schwergewichtsweltmeister Roy Jones Jr., der Jeff Lacy seine erste vorzeitige Niederlage beibringen konnte.
Nach 10 einseitigen Runden entschied sich die Ecke von Lacy dazu den Kampf abzubrechen, da der ehemalige Supermittelgewichtsweltmeister der IBF nach Punkten deutlich zurücklag und seine Augen beide deutlich zu geschwollen waren.
Während dem 32-jährigen Lacy nun das Karriereende oder zumindest das Versinken ins Unbedeutende droht, hat der acht Jahre ältere Jones Jr. bereits seinen nächsten Kampf geplant.
Im Cruisergewicht will er am 21.11. in Australien gegen Danny Green antreten, der auf der Undercard Julio Cesar Dominguez in 5 Runden stoppen konnte.

Am gleichen Abend gaben sich zwei Weltmeister in Las Vegas die Ehre:
IBF-Weltmeister im Fliegengewicht Nonito Donaire versuchte sich nach drei Jahren das erste Mal wieder im Superfliegen und gewann durch eine einstimmige Punktentscheidung gegen Rafael Concepcion dort den vakanten Interimsgürtel der WBA. Die Punktrichter sahen den Kampf 117-111, 115-113 und 116-112 für den Mann von den Philippinen, den Ring Magazine als siebtbesten Boxer der Welt Pound for Pound sieht. Concecpion hingegen konnte schon bevor der Kampf begonnen hatte den Titel nicht mehr gewinnen, da er mit viereinhalb Pfund zu viel einwog.
Im Vorkampf verteidigte Steven Luevano seinen WBO-Titel im Federgewicht. Sein schlagstarker und stets gefährlicher Gegner Bernabe Concepcion schlug Luevano mit einer Rechten nach dem Ende der siebten Runde zu Boden. Luevano blieb für mehrere Minuten liegen, und Concepcion wurde für den Schlag nach dem Gong disqualifiziert. Bis dahin war der Kampf, in dem sich Luevano aufs Kontern verlagerte, nach Punkten eng gewesen. Zwei Punktrichter sahen Luevano mit 67-66 vorne, während der dritte Concepcion mit 67-66 gewinnen sah.
Ebenfalls in Las Vegas konnte das viel versprechende amerikanische Talent Anthony Peterson einmal mehr einen Sieg einfahren. Er gewann gegen Luis Antonio Arceo nach 10 Runden recht deutlich nach Punkten und hat nun 29 Siege in 29 Kämpfen mit 19 KOs.

Als Überraschung wurde in der Boxwelt weitestgehend die erfolgreiche Titelverteidigung vom Halbschwergewichtsweltmeister der WBA Gabriel Campillo gewertet. Der Spanier, der vor zwei Monaten überraschend den Titel von Hugo Hernan Garay gewonnen hatte, traf auf den schnell aufsteigenden Kasachen Beibut Shumenov, der gegen Campillo bereits in seinem neunten Profikampf Weltmeister werden wollte.
Shumenov hatte zuvor bereits große Namen wie Byron Mitchell oder Montell Griffin bezwungen und galt vielerorts als Favorit gegen den als Übergangsweltmeister angesehenen Campillo.
Doch Campillo setzte sich in Kasachstan nach 12 Runden über die Punkte durch und fügte Shumenov so seine erste Niederlage zu.

Am Freitag bereits siegten in Arizona auf einer Karte von ESPN2 drei hoch gehandelte Talente gegen überforderte Gegner und blieben ungeschlagen.
Die beiden Schwergewichtstalente Deontay Wilder und Seth Mitchell brauchten jeweils nur eine Runde für ihre Gegner, während Weltergewichtler Keith Thurman zwei Runden benötigte.
Besonders Wilder, der zwar technisch noch zu wünschen übrig lässt, aber mit seiner enormen Schlagkraft und seinem Trainer Mark Breland, der ihm die technischen Aspekte beibringen können sollte, noch einiges erreichen könnte, sollte man weiterhin beobachten. Wilder hatte schon als Amateur für Aufsehen gesorgt, als er ganz überraschend die National Golden Gloves und die US-Meisterschaften gewann, ohne vorher viel Amateurerfahrung gesammelt zu haben. Er gewann außerdem als einziger US-amerikanischer Boxer bei den olympischen Spielen 2008 eine Medaille.

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