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Wochenendrückschau 11.12.-12.12.2009

Vitali Klitschko hatte wenig Probleme am Wochenende seinen Titel gegen den harmlosen Kevin Johnson zu verteidigen. Ähnlich souverän lösten Timothy Bradley, Vic Darchinyan und Jean Pascal ihre Aufgaben und verteidigten ihre Titel erfolgreich. Des Weiteren holte sich Jan Zaveck einen Titel im Weltergewicht und Paulie Malignaggi bekam seine Revanche…

In einem wenig unterhaltsamen und spannungsarmen Kampf besiegte Vitali Klitschko den amerikanischen Herausforderer Kevin Johnson nach Punkten. Zwei der drei Ringrichter gaben Vitali alle 12 Runden, während der dritte zumindest eine Runde für Johnson fand.
Von der ersten Runde an boxte Kevin Johnson äußerst negativ und schien nur darauf bedacht zu sein möglichst wenig getroffen zu werden. Hin und wieder streckte er den Jab raus, mit dem er Vitali Klitschko ab und zu sogar traf. Der Weltmeister hingegen war deutlich aktiver, hatte jedoch auch seine Schwierigkeiten damit den Amerikaner klar zu treffen, da dieser sich immer wieder an den Seilen komplett aufs Zerstören konzentrierte. Dabei bewegte er zwar seinen Oberkörper und Kopf ganz ansehnlich, konterte aber überhaupt nicht und erzielte damit auch keine Punkte. Vitali setzte die klareren Akzente ohne dabei zu glänzen.
Setzte Johnson seinen Jab schon deutlich weniger ein als Vitali, so verweigerte er es beinahe geradezu mit der rechten Hand zu schlagen. In der ersten Runde kam seine Rechte nicht einmal und im gesamten Kampfverlauf konnte er ganz fünf ungefährliche rechte Geraden landen. Die Anti-Haltung des Amerikaners führte zu einem öden Boxkampf, dessen einzige Spannung um die vierte Runde herum aufkam, als Klitschkos Augen von den wenigen Jabs von Johnson anschwollen und es kurzzeitig so aussah, als könnte er im weiteren Kampfverlauf damit Probleme bekommen. Doch dem war nicht so, und jede Runde ähnelte der Vorherigen, bis der Schlussgong ertönte und Johnson sein scheinbar einziges Ziel erreicht hatte, den Kampf stehend zu überstehen. Es war nicht schwer sich auszumalen, wer den Kampf gewonnen hatte, und es überraschte, dass einer der Punktrichter überhaupt eine Runde für Kevin Johnson gewertet hatte.
Vitali Klitschko war es so gut wie unmöglich gegen den passiven Herausforderer zu brillieren, doch trotzdem schien er ein wenig nachgelassen zu haben im Vergleich zu seinen letzten Kämpfen. Es waren nur Kleinigkeiten, doch er schien etwas langsamer geworden zu sein und er ließ leicht an Explosivität vermissen. Kevin Johnson hingegen verfehlte es auch nur ansatzweise seinen Ankündigungen vor dem Kampf gerecht zu werden und lieferte eine enttäuschende und schwache Leistung ab. Durch seine mutlose Art zu boxen konnte er sich definitiv nicht für eine weitere Titelchance empfehlen.

Den vielleicht besten Kampf des Wochenendes lieferten sich Halbweltergewichtsweltmeister Timothy Bradley und Herausforderer Lamont Peterson. Nach einer explosiven Anfangsphase beherrschte Bradley seinen Landsmann in den mittleren und hinteren Runden boxerisch und gewann durch eine sehr deutliche Punktentscheidung.
Bradley sorgte bereits in der Anfangsrunde für das erste Ausrufezeichen, als er Peterson mit einer kurzen rechten Gerade abkonterte, so dass dieser leicht ins Taumeln geriet. In der zweiten Runde knöpfte er direkt daran an und landete mehrere rechte Geraden, und Peterson schien erneut in Schwierigkeiten zu sein. Trotzdem gestaltete er beide Runden spannend, da er selber auch immer wieder gute Aktionen hatte. Eine rechte Hand, die Peterson in der dritten Runde oben am Kopf traf, schickte diesen auf den Hosenboden. Er war allerdings nicht wirklich angeschlagen und setzte sich in dem Rest der Runde gut zur Wehr und landete vor allem viel zum Körper.
Außerhalb des Ringes Freunde schenkten sich die beiden in der Folgezeit nichts. Doch je länger der Kampf dauerte desto mehr schien sich Bradleys Aktivität, seine Schnelligkeit und seine leichte technische Überlegenheit durchzusetzen. Er boxte souverän im Rückwärtsgang und überzeugte vor allem mit starken Kombinationen, derer sich Peterson selten erwehren konnte. Der Kampf war weiterhin gut, allerdings nicht mehr so spannend wie die Anfangsphase, da Bradley inzwischen zu sehr das Ruder übernommen hatte und klar auf einen Punktsieg zusteuerte.
So lag er auch am Ende deutlich auf den Punktkarten vorne. Die Ringrichter sahen es alle drei mit 120-107, 119-108 und 118-110 genau richtig. Für Bradley, der nun zweifellos als Nummer 1 im Halbweltergewicht gilt, solange man davon ausgeht, dass der lineare Champ Manny Pacquiao in nächster Zeit eher im Weltergewicht aktiv sein wird, könnten als nächstes Kämpfe gegen die beiden Weltmeister der WBA Amir Khan und Marcos Maidana anstehen. Auch ein Kampf mit Victor Ortiz, der zwar im Juni dieses Jahres gegen Maidana verlor, aber dieses Wochenende mit einem vorzeitigen Sieg gegen Antonio Diaz zurück kam, steht im Raum.

Am Freitag kam es bereits im Halbschwergewicht zum Rückkampf zwischen Jean Pascal und Adrian Diaconu. Pascal bestätigte dabei das Ergebnis des ersten Aufeinandertreffens und besiegte Diaconu deutlich nach Punkten.
Der Kampf der beiden vor einem halben Jahr geht als einer der besten des Jahres in die Annalen ein, dieser erhielt seine Dramatik eher durch eine Verletzung von Jean Pascal. Pascal, der erneut seine Schnelligkeits- und Reichweitenvorteile ausspielte, kugelte sich anscheinend im Laufe des Kampfes drei Mal die rechte Schulter aus. Dies wurde besonders deutlich, als er gegen Ende der zehnten Runde mit schmerzverzerrtem Gesicht in seine Ecke flüchtete. Zu seinem Glück war die Runde kurz danach vorüber und in den letzten zwei Runden agierte er fast ausschließlich mit der Linken. Zuvor hatte seine Ecke ihm angeblich bereits zwei Mal zwischen den Runden die Schulter wieder eingerenkt.
Dass Pascal aber auch mit dieser Verletzung einen souveränen Punktsieg einfahren konnte, lag vor allem da dran, dass dem Rumänen Diaconu wenig einfiel, um Pascal gefährlich zu werden. Konstant im Vorwärtsgang hatte er nur zwischenzeitlich in den mittleren Runden wirklich Erfolg, als Pascal sich eine Auszeit zu nehmen schien. Ansonsten landete Pascal immer wieder die besseren Treffer. Gleichzeitig landeten viele von Diaconus Schlägen auf Pascals Deckung oder er entzog sich ihnen komplett.
Es sah so aus, als hätte Diaconu ungefähr drei bis vier Runden gewonnen und die Punktrichter sahen dementsprechend Pascal am Ende auch mit 117-111, 117-111 und 118-110 klar vorne.

Im Halbweltergewichtsrückkampf zwischen Juan Diaz und Paulie Malignaggi gelang dem „Magic Man“ Malignaggi die Revanche gegen den „Baby Bull“. Nachdem er sich im ersten Kampf öffentlich über das Punkturteil gegen ihn beschwert hatte, bekam er dieses Mal nach12 Runden den Sieg recht deutlich zugesprochen.
Der Kampf nahm in etwa wieder das gleiche Schema an wie es bereits der erste Kampf der beiden hatte. Malignaggi kontrollierte das Geschehen von außerhalb mit dem Jab und seiner größeren Reichweite, und Diaz versuchte nahe an seinen Gegner heranzukommen, um ihn dort zu bearbeiten. Der einzige Unterschied zum ersten Kampf war, dass Malignaggi dieses Mal noch mehr Erfolg mit seiner Taktik hatte. Diaz zeigte sich weniger aggressiv und benutzte anfangs kaum den Jab um die Distanz zu überbrücken. So konnte Malignaggi das Kampfgeschehen locker bestimmen.
Erst in der zweiten Kampfeshälfte gelang es Diaz den Kampf enger zu gestalten und, da Malignaggi zum Ende hin mit seinen Jabs oft nur Diaz Deckung oder gar nur die Luft traf, konnte sich Diaz einige der Runden sichern. In Runde 10 bekam Malignaggi, nachdem er Diaz am Hinterkopf schubste, so dass dieser zu Boden stolperte, unberechtigterweise einen Niederschlag zugesprochen. Am Ende schien der Kampf knapp an Malignaggi gegangen zu sein, doch die Punktrichter sahen es etwas deutlicher und hatten es einheitlich 116-111 für Paulie Malignaggi.

Im Vorkampf für Bradley-Peterson verteidigte Superfliegengewichstweltmeister Vic Darchinyan seine zwei Titel erfolgreich und kurzrundig gegen Tomas Rojas. Rojas fing dabei durchaus stark an und gewann vermutlich die erste Runde. Auch in der zweiten Runde gelang es ihm den unorthodoxen Armenier Darchinyan immer wieder zu treffen, doch eine mörderische linke Gerade, die Rojas sauber am Kinn erwischte, beendete den Kampf kurz vorm Ende der zweiten Runde. Rojas ging schwer zu Boden, wurde ausgezählt, und brauchte danach noch einige Zeit um wieder auf die Beine zu kommen.

Jan Zaveck nahm Isaac Hlatshwayo am Freitag seinen Weltergewichtstitel ab. Der leicht favorisierte Hlatshwayo kam gegen den Slowenen von Anfang an nicht in den Kampf und war bereits in Runde eins stark angeschlagen. Zaveck landete beinahe nach Belieben seine harten Treffer und konnte den Südafrikaner schließlich, nachdem er ihn schon vorher auf die Bretter geschickt hatte, in Runde drei stoppen.

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