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Wochenendrückschau 11.09-12.09.2009

Ein spannendes Boxwochenende, in dem vor allem die niedrigeren Gewichtsklassen im Spotlight standen, bot fast alles, was das Boxen so ausmacht: Großartige Kämpfe, Überraschungen und Kontroversen.
Die beiden Super-Six-Teilnehmer Mikkel Kessler und Andre Ward blieben dabei auf Kurs und gewannen ihre Kämpfe klar, während zwei Rückkampfe im Halbfliegen- und Bantamgewicht sich nicht all zu sehr von den ersten Kämpfen unterschieden.

Der Rückkampf zwischen Ivan Calderon und Rodel Mayol zeigte nicht ganz unerwartete Parallelen zum ersten Aufeinandertreffen, als der Kampf nach 7 Runden aufgrund eines unabsichtlichen Kopfstoßes gestoppt wurde und es zu den Scorecards ging.
Nachdem der letzte Kampf noch unentschieden endete, sahen die Punktrichter dieses Mal den Puerto Ricaner und ungeschlagenen Weltmeister Calderon uneinheitlich vorne.
Alle drei Punktrichter hatten es 68-65, zwei für Calderon, einer für Mayol.
Die Entscheidung ging in Ordnung, da Calderon sich mit seiner guten Defensive und seiner Technik als der etwas bessere Mann präsentierte.
Dass seine Kämpfe vorzeitig wegen unabsichtlichen Kopfstößen gestoppt werden, wird währenddessen langsam zur Routine.

Zuvor hatte auf der selben Verantstaltung WBO Superfedergewichtsweltmeister Ramon Martinez kaum Zweifel aufkommen lassen, dass er seinem Gegner Feider Viloria, der kurzfristig für den ursprünglichen Gegner Vincente Rodriguez, der kein Visa bekam, einsprang, überlegen war.
Er war 9 Runden lang der bessere Mann bis er sich den KO nach einer Vielzahl von Treffern sichern konnte.

In einem weiteren Rückkampf besiegte Nehomar Cermeno erneut Cristian Mijares nach Punkten im Kampf um den Interimstitel der WBA im Bantamgewicht.
Wie schon im ersten Kampf war es äußerst knapp und das Ergebnis schien in beide Richtungen gehen zu können, doch während im März noch zumindest ein Punktrichter Mijares vorne sah, hatten dieses Mal alle drei Punktrichter den Venezuelaner Cermeno recht deutlich vorne mit 117-111, 116-112 und 116-112.
Für Cristian Mijares, dessen Stil scheinbar nie wirklich beliebt war bei den Punktrichtern, könnte das bereits das Ende seiner Karriere bedeuten, die noch vor kurzem so vielversprechend erschien.
Cermeno gehört unterdessen dank der Bestätigung des Sieges im ersten Kampf nun zu den Topleuten im Bantamgewicht.

Supermittelgewichtsweltmeister der WBA Mikkel Kessler brauchte 4 Runden, um mit seinem Pflichtherausforderer Gusmyr Perdomo fertig zu werden.
Nachdem er die ersten zwei Runden zwar gewann, aber noch etwas Ringrost zeigte, schlug Kessler Perdomo in der dritten Runde mit einer rechten Geraden als Konter zu Boden.
Ein schönes 1-2 in der vierten Runde brachte dann Perdomo in allerlei Kalamitäten, und als Kessler entschlossen nachsetzte, sah sich der Ringrichter gezwungen den Kampf abzubrechen, während Perdomo in dem Moment erneut zu Boden fiel.

Super-Six-Teilnehmer Andre Ward ebenfalls machte kurzen Prozess mit seinem überforderten Gegner Shelby Pudwill und stoppte ihn in der dritten Runde.
Nachdem er ihn bereits am Boden gehabt hatte, sicherte er sich Momente später den Abbruchsieg, der sein Aufeinandertreffen mit WBA-Weltmeister Mikkel Kessler im Turnier nun endgültig sicherte.

Auf der gleichen Veranstaltung gelang James Toney ein TKO-Sieg in zwei Runden gegen Matthew Greer.

Im ersten übertragenen Kampf auf einer TopRank-Veranstaltung aus Mexiko schlug Z Gorres den Mexikaner Cruz Carbajal relativ problemlos.
5 Runden lang war er der etwas besser Mann, der geschickt boxte, während Carbajal relativ offen immer gerade in den Gegner reinlief.
Carbajal kam nicht zur sechsten Runde heraus, da er anscheinend seinen linken Arm verletzt hatte.

Daraufhin kam es im Minimumgewicht zum Titelkampf zwischen Donnie Nietes und Manuel Vargas, den Nietes per Split Decision gewinnen konnte.
Vargas ging die kompletten 12 Runden nach vorne und war der aktivere Mann, während Nietes eine exzellente Defensive zeigte und die klareren Treffer anbringen konnte. So waren sich auch die Punktrichter uneinig, welcher der beiden Stile nun belohnt werden sollte, entschieden sich aber meiner Meinung nach zu Recht für den verteidigenden Weltmeister Nietes. Das mexikanische Publikum buhte jedoch nach der Verkündung des Urteils.
Die Scores waren 118-110, 116-110 und 112-116.

Kurios ging es im Kampf zwischen Fernando Montiel und Alejandro Valdez zu, in dem es nicht um Montiels Bantamgewicht-Titel ging.
In der ersten Runde schlug der Favorit Montiel Valdez mit einem linken Uppercut nieder, zog sich allerdings auch einen bösen Cut über dem linken Auge zu, der, wie später in den Wiederholungen zu erkennen war, von einem Jab von Valdez stammte.
Bereits in der zweiten Runde sah Montiel nur noch aus einem Auge und ging nach einem harten rechten Uppercut angeschlagen zu Boden.
Nach einer dritten Runde, die Valdez für sich entscheiden konnte, wurde der Kampf wegen des Cuts abgebrochen. Es herrschte Verwirrung, ob der Cut von einem unabsichtlichen Kopfstoß stammte, was zu einem technischen Unentschieden führen würde, oder von einem Schlag, in welchem Fall Valdez zum Sieger erklärt werden müsste.
Nach etwas Hin und Her erklärte der Ringsprecher schließlich ein technisches Unentschieden. Kurze Zeit später jubelte jedoch Alejandro Valdez im Ring und das Publikum wurde auf Spanisch von einem Mitglied der Kommission aufgeklärt, dass das Ergebnis nun doch ein TKO-Sieg für Valdez nach 3 Runden sei.
Allerdings erklärte am Sonntag inzwischen der Commissioner der WBO Luis Perez den Kampf erneut zu einem technischen Unentschieden. Als Begründung hierzu nannte er, dass Montiel sich den Cut vor der vierten Runde zuzog. Ob diese Regelung jedoch bestehen bleibt, bleibt abzuwarten, da sie an sich nicht durch die Regularien legitimierbar scheint.

Der Hauptkampf in Mexiko dauerte keine 3 Minuten, als Julio Cesar Chavez Jr. den perfekten Schlag erwischte und Jason Le Houllier mit einem als Konter geschlagenen linken Haken zu Boden schickte.
LeHoullier konnte zwar wieder aufstehen, war aber auf wackligen Beinen, währen Chavez Jr. nachsetzte und den Ringrichter so noch in der ersten Runde zum Abbruch zwang.
Zuvor hatte LeHoullier etwas besser ausgesehen, doch der erste Schlag den Chavez Jr. landen konnte, entschied den Kampf direkt.

Eine unschöne Seite des Sports personifizierte am Freitag in England Ringrichter Terry O’Connor, der als einziger Punktrichter den favorisierten Tyson Fury gegen John McDermott in einem britischen Schwergewichtskampf groteskerweise mit 98-92 vorne sah.
McDermott hatte den Kampf klar beherrscht und überraschend viele Jabs und rechte Geraden gegen den deutlich größeren Fury gelandet. Ein Ergebnis von 97-93 für McDermott schien richtiger zu sein, doch Fury bekam die vielleicht lächerlichste Entscheidung des Jahres zugesprochen.

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