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Wochenendrückschau 06.10-10.10.2009

Das vergangene Boxwochenende hatte einiges zu bieten mit einem Kampf, der als Kampf des Jahres in die Annalen eingehen könnte und einem Kampf, der zum Upset des Jahres gewählt werden könnte. Doch auch die restlichen Kämpfe hatten es in sich…

In einem Kampf, der definitiv in der engeren Auswahl zum Kampf des Jahres steht, besiegte der hoch favorisierte Juan Manuel Lopez Herausforderer Rogers Mtagwa knapp nach Punkten. Damit verteidigte er seinen WBO-Titel im Superbantamgewicht zum fünften Mal erfolgreich.
Lopez dominierte die erste Hälfte des Kampfes, doch Mtagwa zeigte sich von den etlichen harten Schlägen, die der schlagstarke Puerto Ricaner landete, unbeeindruckt und marschierte konstant nach vorne. Zwar wurde Lopez in Runde 5 ein Niederschlag zugesprochen, doch dieser erschien eher fragwürdig, da Mtagwa nicht aufgrund eines Schlages den Boden zu berühren schien.
Ab der siebten Runde begann das Blatt sich zu wenden und Lopez ließ immer mehr nach, während Mtagwa stärker wurde. In der elften Runde war Lopez dann das erste Mal richtig angeschlagen und überstand die Runde nur mit Mühe.
In der zwölften und letzten Runde wurde von Anfang an deutlich, dass Lopez kaum noch Gas im Tank hatte und lediglich darauf bedacht war, den Kampf im Stehen zu beenden. Mtagwa traf ihn noch einige Male deutlich, während vom Weltmeister nichts mehr zurück kam. Doch Lopez schaffte es bis zum Gong auf seinen Füßen zu bleiben und sicherte sich somit den verdienten Sieg.
Die Punktrichter sahen es mit 114-113, 116-111 und 115-111 allesamt in etwa richtig.
Juan Manuel Lopez, der zuvor noch nie über die zehnte Runde hinaus gegangen war und zuletzt beinahe unschlagbar erschien, zeigte im Grunde zum ersten Mal deutliche Schwächen auf, sorgte damit aber für den vielleicht unterhaltsamsten und spannendsten Boxkampf des Jahres.

Zuvor verteidigte die kubanische Sensation Yuriorkis Gamboa seinen WBA-Titel im Federgewicht erfolgreich gegen Whyber Garcia. In seiner ersten Titelverteidigung siegte er per TKO in der vierten Runde.
Der ungeschlagene Gamboa war deutlich favorisiert gegen Garcia und gewann auch die ersten drei Runden, jedoch ohne dabei zu glänzen. Er boxte weniger sorglos als noch in einigen seiner letzten Kämpfe und benutzte immer wieder seine blitzschnellen Hände um Einzelschläge anzubringen.
In der vierten Runde landete er schließlich eine Rechte, die Garcia zu Boden schlug. Als dieser wieder aufstand, stürzte sich Gamboa auf ihn und deckte ihn mit einem Hagel von Schlägen ein, die viel zu schnell kamen, als dass Garcia darauf hätte antworten können. Da viele dieser Schläge auch klar landeten, und Garcia recht hilflos erschien, brach Ringrichter Steve Smoger den Kampf ab.
Vor dem Kampf gab es von Seiten des Promoters Bob Arum einige Andeutungen, dass es demnächst zum Kampf zwischen Gamboa und Juan Manuel Lopez kommen könnte. Ob dies nach der wackligen Vorstellung von „Juanma“ weiterhin auf dem Programm steht, bleibt abzuwarten.

Der noch ungeschlagene kubanische Schwergewichtler Odlanier Solis sah auf der Undercard von Lopez und Gamboa alles andere als durchtrainiert aus, als er mit 271 Pfund den Ring betrat, um gegen Monte Barrett anzutreten, der kurzerhand als Ersatz für Fres Oquendo eingesprungen war.
Trotzdem brauchte Solis nur 2 Runden um den Kampf für sich zu entscheiden. Nach einer ruhigen ersten Runde erwischte er Barrett mit einem sauberen linken Haken, von dem sich Barrett nicht mehr richtig erholte. Er stand zwar wieder auf, doch ging kurze Zeit später nach weiteren Treffern erneut zu Boden, so dass der Ringrichter sich gezwungen sah den Kampf abzubrechen.

Pound For Pound-Kandidat und Doppelweltmeister im Superbantamgewicht Israel Vasquez bestritt nach anderthalbjähriger Schaffenspause erstmals wieder einen Kampf. Er besiegte Angel Priolo per TKO in Runde 9.
Zwar zeigte Vasquez anfangs noch Ringrost, doch schickte er Priolo in der neunten Runde schließlich drei Mal zu Boden, bevor der Kampf abgebrochen wurde. Die Punktrichter sahen es vor dem Abbruch zwei Mal 76-76 und ein Mal 78-74 für Vasquez.
Israel Vasquez hatte nach drei brutalen und sensationellen Kämpfen gegen die weitere Pound For Pound Größe Rafael Marquez, gegen den er zwei von drei Kämpfen gewann, die lange Pause gebraucht, um sich von einer schweren Augenverletzung und auch von den harten Kämpfen an sich zu erholen. Gespräche über einen vierten Kampf zwischen den beiden schweben weiterhin im Raum.

Am Dienstag bereits war es zum heiß erwarteten Showdown im Fliegengewicht gekommen. Der thailändische Weltmeister der WBA Denkaosan Kaovichit verteidigte seinen Titel gegen den japanischen Jungstar Daiki Kameda in Japan.
Kaovichit gewann in einem sehr engen, aber eher enttäuschenden Kampf durch eine Mehrheitsentscheidung nach Punkten. Die Punktrichter hatten es 115-113, 115-113 und 114-114.
Kaovichit beherrschte vor allem anfangs den Kampf von außerhalb, während Kameda in den späteren Runden mehr machte und den Kampf somit eng gestaltete.
Insgesamt hätte die Entscheidung wohl in beide Richtungen gehen können, doch der Sieg für den Titelverteidiger geht vollends in Ordnung.

Für die Überraschung, nicht nur des Wochenendes, sondern vielleicht des gesamten Jahres sorgte am Samstag in Japan Juan Carlos Salgado.
Als ziemlich unbeschriebenes Blatt bestritt der ungeschlagene Mexikaner einen Titelkampf gegen den hoch gehandelten und ebenfalls ungeschlagenen WBA-Weltmeister im Superfedergewicht Jorge Linares.
Doch er brauchte lediglich 73 Sekunden, um sich den Titel zu schnappen. Nicht mal eine Minute in den Kampf rein landete Salgado einen harten linken Haken, von dem Linares zu Boden ging. Linares schien noch immer angeschlagen, als er wieder aufstand, nur um kurze Zeit später nach weiteren Treffern erneut auf die Bretter geschickt zu werden.
Zwar kam Linares erneut hoch, doch der Ringrichter brach den Kampf ab, und erklärte damit Salgado zum Überraschungssieger und neuen Weltmeister durch TKO in der ersten Runde.

Im Vorkampf des Linares-Salgado-Kampfes verteidigte Toshiaki Nishioka seinen WBC-Titel im Superbantamgewicht gegen Ivan Hernandez.
Nishioka gewann durch einen technischen KO in Runde 3, als Hernandez sich weigerte zur vierten Runde anzutreten, da laut eigener Aussage sein Kiefer gebrochen war.
Nishioka hatte von Anfang an den Kampf bestimmt, und Hernandez gut abgekontert. In der dritten Runde erwischte er dann Hernandez mit einer starken Linken, die anscheinend zu dem Kieferbruch führte.
Nishioka verteidigte damit bereits zum dritten Mal seinen Titel.

In Deutschland bewahrte Schwergewichtshoffnung Denis Boytsov weiterhin seine weiße Weste, indem er den Amerikaner Jason Gavern in 7 Runden stoppte.
Gavern war von Anfang an klar unterlegen und schien sich mehr darauf zu konzentrieren das Publikum durch Slapstickeinlagen zu unterhalten als konzentriert zu boxen.
Boytsov schickte ihn in der ersten, zweiten, sechsten und siebten Runde jeweils zu Boden. Dazu wurde Gavern in Runde 2 und 7 jeweils noch im Stehen angezählt.
So brach der Ringrichter schließlich auch ab, nachdem er Gavern im Stehen angezählt hatte, und dieser ihm den Rücken zudrehte und scheinbar genug hatte. Der Ringrichter zählte ihn dementsprechend aus.

Am Freitag bereits siegte Nathan Cleverly gegen Courtney Fry in London durch einen technischen KO in der achten Runde.
Cleverly, die ungeschlagene britische Halbschwergewichtshoffnung, sah nicht unbedingt beeindruckend aus, doch in der achten Runde legte er schließlich einen Gang zu und zwang den Ringrichter so zum Abbruch.

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1 Kommentar

  1. […] beeindruckt. Der schon als künftige Superstar gefeierte WBO Weltmeister Juan Manuel Lopez musste gegen Mtagwa über die volle Distanz gehen und lief in der zwölften Runde Gefahr, selbst KO geschlagen zu […]

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