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Wladimir Klitschko – Comeback oder weiter im Ruhestand?

In den vergangenen Tagen und Wochen gab es immer wieder Meldungen und teilweise auch wilde Spekulationen über ein Comeback von Wladimir Klitschko. Der ehemalige Schwergewichtschamp sollte angeblich von DAZN.com mit einem Batzen Geld davon überzeugt werden, noch einmal in den Ring zurück zu kehren. Sogleich sprangen einige Leute auf den Zug auf und sind jetzt voller Erwartung, wie Klitschko sich entscheiden wird. Dass sowohl unter den Fans, als auch unter den Boxern, die sich dafür geeignet halten, einen Kampf gegen Klitschko zu machen.

Der jüngere der beiden Klitschko-Brüder war 1996 Olympiasieger, wechselte zu den Profis und war in den Jahren 2000 bis 2003 und 2006 bis 2015 Weltmeister im Profibereich. Er dominierte diese Gewichtsklasse fast ein ganzes Jahrzehnt lang, weil solche Gegenspieler in der Preisklasse wie Fury, Wilder oder Joshua einfach nicht vorhanden waren. Seine Kämpfe wurden zunehmend langweilig und es verging den Fans schon das Hören und Sehen, wenn Klitschko seine zum verlieren eingekauften Gegner einen nach dem anderen abfertigte. Diese WM-Kämpfe gingen oft genug auch einher mit einem teilweise recht unfairen Boxstil, den sich andere Boxer kaum erlauben durften. Eine Kampfbilanz von 64(53)-5(4)-0 steht seit seinem letzten Kampf im April 2017 zu Buche.

Im November 2015 fand die Erfolgsserie von Klitschko ein jähes Ende, als er vom Briten Tyson Fury regelrecht vorgeführt wurde und in Düsseldorf gegen den „Gipsy-King“ klar nach Punkten verlor. Diese Niederlage wollte er nicht auf sich sitzen lassen und forderte ein Rematch. Zuvor hatte Klitschko noch in Interviews behauptet, er würde nur 30% seiner Leistungsfähigkeit brauchen, um jeden Gegner zu besiegen. Das ihn der Brite derart austricksen konnte, war eine Sensation. Zu einem Rematch kam es nicht, weil Fury angeblich unter Depressionen litt und vorerst in die Partywelt abtauchte.

Hier noch einmal dieser denkwürdige Kampf, bei dem Klitschko alt und einfallslos aussah:

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In der Zwischenzeit wurden Fury die Gürtel aberkannt und ein anderer Brite machte von sich reden: Anthony Joshua. Er holte sich den IBF-Titel und kämpfte 2017 gegen Wladimir Klitschko. Um ehrlich zu sein: Das war vielleicht der beste Kampf, den man jemals vom Ukrainer gesehen hatte. Er war „top vorbereitet und nahm seinen Gegner ernst“, Floskeln die er immer zu gerne gebrauchte, auch wenn er gegen schwache Gegner kämpfte. Auch diesmal sollte es nicht für einen Sieg reichen. Im Gegenteil: Klitschko ging in Runde 5 zu Boden, schaffte es Joshua in Runde 6 auf die Bretter zu befördern und wurde dann in Runde 11 KO geschlagen, weil er Joshua schon zu früh als besiegt ansah. Auch hier noch einmal zur Erinnerung der ganze Kampf:

Auch nach diesem Kampf wurde heiß über ein Rematch diskutiert. Klitschko ließ sich Zeit und überlegte gut. Er entschloss sich dann, seine Karriere zu beenden und es bei diesen beiden Niederlagen zu belassen, auch wenn das gewiss nicht das Ziel seiner Karriereträume war.

Jetzt versucht der Sportkanal DAZN.com, die Karriere von Wladimir Klitschko noch einmal aufleben zu lassen. Immerhn ist der Haupteigentümer von DAZN.com, Len Blavatni, ein ukrainischer Milliardär, der hinter dieser ganzen Sache steht. Klitschko wurden 40 Millionen geboten, dann wurde auf 80 Millionen verdoppelt, wenn er in einen Vertrag einwilligt, nach dem er noch 3 Kämpfe absolvieren soll. Einen Kampf gegen einen Top 10 Boxer, einen gegen Fury und einen gegen Joshua. Zuletzt war sogar davon die Rede, das Angebot würde jetzt bei 92 Millionen Pfund Sterling liegen, wenn Klitschko auf den Deal eingeht. Die Internetseite „thesun“ behauptet sogar, dass Klitschko eingewilligt habe und der erste Kampf für den 25. Mai in Kiew geplant wäre. (Klick

Es sollte verzeihlich sein, wenn selbst ein finanziell unabhängiger Ex-Boxer wie Wladimir Klitschko bei einer solchen Summe schwach werden würde. Immerhin sind es über 100 Millionen Euro, die auf dem Spiele stehen. Aber wird Klischko darauf eingehen? Verkauft er seinen Namen mit „Sack und Seele“ für dieses Geld, egal ob er siegt oder unterliegt? Was meinen die Boxen.de – Fans? Kommt Klitschko noch einmal zurück oder bleibt er im Ruhestand?

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5 Kommentare

  1. 5. April 2019 at 10:47 —

    Ja, bei 100 Millionen könnte man schon mal schwach werden, dennoch sollte Klitschko da bleiben wo er ist….in Boxrente!
    W.Klitschko ist jetzt 42 Jahre alt, hat knapp 2 Jahre nicht mehr im Ring gestanden, besser wird er sicherlich nicht geworden sein, eher im Gegenteil!
    Und ob sich tatsächlich Kämpfe gegen Fury und Joshua relativ kurzfristig auf die Beine stellen lassen wage ich auch mal zu bezweifeln……auch hier läuft ihm die Zeit davon!

    Und mal ehrlich, welcher Boxfan hofft denn auf ein Comeback eines so langweiligen Boxers?

  2. 5. April 2019 at 11:52 —

    Für 100 MIO gegen 3 top Favoriten wird er wohl in dem Alter nicht machen, aber 2 schwächere und dann als Abschluß Joshua wäre denkbar.

  3. 5. April 2019 at 12:38 —

    Wenn man, wie Wladimir und Vitali, mit Boxen viele Millionen verdient hat, dass man diese ohnehin in diesem Leben nicht mehr ausgeben kann, wozu dann im fortgeschrittenen Alter nochmal seine Gesundheit aufs Spiel setzten?
    Was will man dann eigentlich mit 70 Millionen mehr oder weniger?

    • 6. April 2019 at 21:52 —

      … nur weil Du 50 Mio EUR nicht ausgeben kannst, heisst das nicht, dass andere das nicht können. Nen gutes Boot kann schon locker 100 Mio EUR kosten, dafür muss man sich nicht mal Mühe geben. Dann fehlen immer noch Wohnungen, Häuser, ein eigenes Flugzeug.
      Klitschko lebt mit Leuten zusammen, wo es sich mit nem 911 Jahreswagen von der Gebrauchtwagenscheune um die Ecke recht schwer punkten läßt.

  4. 5. April 2019 at 13:35 —

    Kann er sich endlich an diesem „fiesen Stalker“ Shannon Briggs rächen!

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