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Wischiwaschi im Schwergewicht

Wischiwaschi im Schwergewicht

Fest steht – zumindest theoretisch – nur eines: irgendwann wird „Tyson Fury-Deontay Wilder III“ kommen. Hoffentlich. Die Frage ist nur: wann?

Nachdem der ‚Gypsy King‘ im Februar Wilder deutlich dominiert und durch TKO 7 gewonnen hatte, stand anfangs der 18. Juli als Datum im Raum. Doch wie so viele andere Sportevents musste dieser Termin wegen Covid-19 auf Eis gelegt werden.

Wilder sei trotzdem in erstaunlicher körperlicher Verfassung, war zwischenzeitlich aus der Gerüchteküche zu hören. Der nigerianische Schwergewichtler Raphael Akpejiori, der mittlerweile in Florida lebt und bei dessen Coach Deontay Wilder ein intensives Geschwindigkeits- und Konditionstraining absolviert hat, wusste zu berichten: „Wenn die Glocke zum dritten Mal läutet, werden Sie im Ring einen völlig anderen Deontay sehen, mental und körperlich. Der einzige, der Deontay jetzt noch schlagen kann, ist Deontay selber!“ Dass das ja in der Vergangenheit wegen eines rund 20 Kilogramm schweren Kostüms beim Walk-in bereits passiert ist, soll hier nicht weiter kommentiert werden.

Aber wann kommt nun die dritte Begegnung der beiden Ausnahmeboxer? Im Juni erklärte Tyson Furys US-Promoter Bob Arum bei „SkySports“: „Wir sprechen mit unseren Freunden in Australien über diesen Kampf (Fury vs Wilder III), wahrscheinlich in Sydney. Das ist eine Möglichkeit.” Auch der Inselstaat Macau war laut Arum ein Anwärter für den Kampf der beiden Schwergewichtler: „In Macau gibt es sechs große Casino-Hotels. Wir haben mit ihnen gesprochen. Und wir warten auf die Mitteilung, ob die Behörden in Macau eine Veranstaltung mit Zuschauern zulassen.“ sagte Arum weiter. Doch dann passierte nichts.

Anfang Juli schien wieder Bewegung in die Angelegenheit zu kommen. Top Rank-Chief Operating Officer Brad Jacobs nannte – wieder bei „SkySports“ – den Dezember als Kampfmonat „Wir konzentrieren uns auf den 19. Dezember und hoffen, dass wir bis dahin wieder zu einer mehr oder weniger normalen Situation zurückgekehrt sind” sagte Jacobs weiter.

Vor ein paar Tagen dann die nächste Terminänderung: bei ESPN erklärte Bob Arum, der dritte Kampf zwischen Tyson Fury und Deontay Wilder könne nun doch nicht am 19. Dezember stattfinden. Der Grund: angeblich belegt Football die Sendeplätze: „Wir müssen verlegen, weil es Meisterschaftsspiele und zwei NFL-Spiele gibt”, begründete Arum: „Wir schauen uns gerade andere Daten an und haben uns mit ESPN und Fox (PBC) beraten. Der Kampf, so Arum weiter, könne „etwas früher im Dezember” über die Bühne gehen.

Furys Promoter Frank Warren hat indes eine ganz andere Version öffentlich gemacht: es sei nicht möglich, einen so großen Kampf ohne Live-Publikum am Ring zu finanzieren.

Ein Hin und Her, mit dem nicht nur die Fans ihre Probleme haben, auch Tyson Fury hat nun verlauten lassen, dass er im Dezember auf jeden Fall kämpfen wolle. Gegen Wilder oder gegen einen anderen Gegner. Im Interview mit „talkSport“ sagte der ‚Gypsy King‘ sinngemäß: „Ich sollte am 19. Dezember in Las Vegas gegen Deontay Wilder antreten, aber alle zwei Tage höre ich eine andere Geschichte. Dass sie versuchen, es eine Woche vorzuziehen oder eine Woche zurückzustellen, was auch immer. Das Einzige, was ich der Welt mitteilen möchte, ist, dass ich im Dezember kämpfen werde, ob es Wilder in Las Vegas oder Joe Bloggs (der britische ‚Otto Normalverbraucher‘) ist. Ich möchte jetzt kämpfen! Ich bin bereit, heute, morgen, nächste Woche oder in den kommenden Monaten. Und ich habe sehr deutlich gemacht, dass ich, wenn wir in Amerika nicht kämpfen können, nach Großbritannien zurückkehren und dort boxen möchte!“

Hall of Fame-Promoter Frank Warren ist ganz auf Furys Seite: „Es geht ihm nicht nur um das Geld. Es geht darum, wieder da draußen zu sein. Jeder weiß, welche Probleme er (Tyson Fury) hatte und dass das Boxen seine Rettung war! Wenn wir den Wilder-Kampf nicht schaffen können, müssen wir uns auf etwas anders konzentrieren.“ Man darf gespannt sein!

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8 Kommentare

  1. 5. Oktober 2020 at 18:17 —

    Ich denke mal das viele Kampfansetzungen noch irgendwie in der Schwebe hängen!?
    Ein 3. Kampf Wilder vs Fury ist ja nun nicht gerade eine Kleinringveranstaltung…da geht es neben Prestig vor allen Dingen um sehr viel Geld.
    Ohne Zuschauer wird das schwer finanzierbar sein, bzw. da können die Promoter nicht groß abkassieren und solange die Fallzahlen von Covid19 besonders in den USA und Großbritanien, wie auch in vielen anderen Ländern, so rasant steigen….sehe ich den Kampf nicht in naher Zukunft!

  2. 6. Oktober 2020 at 00:43 —

    @ Marv Hagler

    Na ja … andere Kämpfe – auch im HW – werden ja auch durchgeführt: Pulev vs Joshua, Dubois vs Joyce. Da muss man sich als Promoter oder Profisportler halt mal “lang machen”. In vielen Berufen gibt es Einnahmeverluste wegen Corona.

    • 6. Oktober 2020 at 16:21 —

      @ Schreiberling

      Mit deiner Meinung bin ich ganz bei dir, allerdings an die von dir erwähnten Kämpfe glaube ich erst wenn die jeweiligen beiden Boxer im Ring stehen und boxen wollen!

    • 7. Oktober 2020 at 08:17 —

      Schreiberling, leider geht diese Rechnung bei Fury vs Wilder nicht auf. Die garantierten Börsen lassen sich ohne Zuschauer- und PPV Einnahmen nicht finanzieren. Hinzu kommt noch, dass der PPV Markt mehr oder weniger tot ist. Im 2. Kampf hatte man trotz einer sehr gelungenen Promotion es nicht geschafft, die Mio. Grenze zu knacken (850.000). Die Leute sind einfach nicht mehr bereit USD 100,00 zu zahlen, stattdessen streamen sie illegal. Die Nr. mit “lang machen” zieht bei ESPN und Fox nicht. Deshalb hofft man, dass sich die Lage in den kommenden Monaten wieder normalisiert.

      • 7. Oktober 2020 at 15:48 —

        es ist nur die frage ob die boxer nicht auf einen teil der börse verzichten sollten. schon allein aus eigennutz. denn kämpfen sie lange gar nicht bekommen sie gar keine börse. weitere lukrative kämpfe können sie also auch nicht machen. es ist einfach ein unding, dass diese “sportler” nur noch bereit sind für hunderte mio dollar zu kämpfen. das ist genau das woran der sport krankt!

        • 7. Oktober 2020 at 19:06 —

          @ Brennov

          Siehe Canelo und DAZN.

          • 8. Oktober 2020 at 09:39

            So wie ich mitbekommen habe, möchte Canelo nicht nur aus dem DAZN Vertrag sondern auch Golden Boy verlassen. DAZN muss sich einfach eingestehen, dass Canelo nicht der Crossover Superstar a la Pretty Boy oder Pacman ist.

        • 7. Oktober 2020 at 19:23 —

          @ Brennov

          Es geht hier weniger um die Boxer….die Promoter wollen sich die Taschen voll machen, die Boxer sind nur die Ware die für einen kleinen Zeitraum Kohle ran schaffen können und je nach dem welchen Hai du unterschrieben hast…..bekommst du zwar die Kämpfe aber lange nicht die Kohle die zugesichert war!

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