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Willie Monroe – Tod mit 73

Willie Monroe – Tod mit 73

Schon am vergangenen Sonntag ist Willie „The Worm“ Monroe an den Folgen seiner Alzheimer-Erkrankung in seinem Haus in Sicklerville, New Jersey, verstorben. Die Boxlegende aus Philadelphia wurde 73 Jahre alt.

Monroe wurde 1946 als dreizehntes von insgesamt 17 Kindern seiner Eltern John und Plessie Monroe in Alabama geboren. Sein Vater ermutigte ihn, mit dem Boxen zu beginnen. Monroes Vorbilder waren unter anderem die erfolgreichen Faustkämpfer Ray Robinson, Kid Gavilan und Bob Foster.

Nach einer Amateurkarriere mit einer Bilanz von 43-0-0, davon 37 KO-Siege, wurde Monroe Profi. Sein Coach Yank Durham, bei dem auch Joe Frazier trainierte, verpasste ihm wegen seines schlanken Körperbaus und seiner geschmeidigen Bewegungen den Namen „The Worm“. Nach Durhams Tod wurde Monroe von Eddie Futch betreut.

40 Profikämpfe absolvierte Monroe, insgesamt dreimal stand der Mittelgewichtler aus Philadelphia mit „Marvelous“ Marvin Hagler im Ring, einmal konnte Monroe nach Punkten gewinnen, zweimal musste er sich durch TKO geschlagen geben.

Angeblich gibt es keinerlei Filmaufnahmen von dem Sieg Monroes über Hagler. Monroes ehemaliger Promoter, J. Russell Peltz, erkärte dazu, es hätte in dieser Nacht einen Schneesturm gegeben, der nicht nur dafür sorgte, dass wenige Zuschauer ins Philadelphia Spectrum kamen, sondern der auch die Anreise eines Filmteams verhinderte.

Im Bezug auf seinen Sieg gegen Hagler sagte Monroe später im Interview: „Er (Hagler) hatte noch nie gegen einen wie mich gekämpft. Er wusste nicht, was er mit mir anfangen sollte. Etwas Gutes hatte das aber für ihn: er hat nie wieder verloren, bis zum Kampf gegen Leonard.“

Monroe war kein großer Puncher, sondern boxte klug und war immer bereit, sich mit den Besten zu messen. So kämpfte Monroe zum Beispiel gegen Eugene “Cyclone” Hart und Bobby “Boogaloo” Watts, den Kampf gegen Billy “Dynamite” Douglas, den Vater des zukünftigen Weltschwergewichts-Königs James „Buster“ Douglas, konnte „The Worm“ 1974 für sich entscheiden.

Monroe war in den 1970er-Jahren zusammen mit Bennie Briscoe, Watts und Hart einer von vier Mittelgewichtlern aus Philadelphia, die zu den Top 10 der Welt zählten.

Boxfans kennen Willie „The Worm“ Monroe vielleicht auch aus dem Dokumentarfilms „Thrilla in Manila“ aus dem Jahr 2007. Marvis Frazier, der hier ausführlich über den dritten Kampf zwischen seinem Vater Joe und Muhammad Ali berichtet, erzählt, dass Monroe verzweifelt versucht habe, Fraziers Ecke zu signalisieren, was er mitbekommen hatte: Ali war kurz davor aufzugeben.

1983 hängte Monroe seine Boxhandschuhe an den Nagel, kehrte später jedoch als Referee wieder zurück in den Ring. Der Name Willie Monroe wird dem Boxsport allerdings erst mal erhalten bleiben: Der 32-jährige Supermittelgewichtler Willie Monroe Jr. ist ein Großneffe von “The Worm”.

Interessanterweise hatte Monroe ein viel herzlicheres Verhältnis zu Marvon Hagler als zu seinen weiter weg wohnenden Verwandten. „Um ehrlich zu sein, kenne ich meinen Neffen kaum“, sagte Monroe mal in einem Interview: „Das Gleiche gilt für seinen Vater Willie Lee Monroe, der im Supermittelgewicht geboxt hat. Sie waren da und ich war hier. Ich habe nach allen drei Kämpfen viel Zeit mit Marvin verbracht. Er und ich haben großen Respekt voreinander. “

Ruhe in Frieden, Willie Monroe.

 

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7 Kommentare

  1. 28. Juni 2019 at 22:53 —

    RIP
    Gut geschriebener Artikel .
    Danke

  2. 28. Juni 2019 at 23:13 —

    Dankeschön.

  3. 29. Juni 2019 at 13:36 —

    R.I.P. Willie

    Monroe war ein Guter, wenn auch eher einer aus der 2. Reihe!

  4. 29. Juni 2019 at 13:51 —

    Damals konnten Boxer noch verlieren, ohne dass sie gleich abgeschrieben wurden. Das scheint aber wohl ein typisch deutsches Problem zu sein.

    • 29. Juni 2019 at 21:14 —

      Ich habe überhaupt kein Problem damit wenn ein Boxer mal verliert, kommt halt immer darauf an auf welchen Level der Sieger normalerweise kämpft!!
      Es wurde in früheren Zeiten auch viel öfter geboxt als heutzutage, da waren die Gegner nicht immer top!
      Aber Willie Monroe hat auch niemals die Chance bekommen um die WM zu kämpfen, das wird wohl einen Grund gehabt haben!?
      Sein bester Sieg war, wie im Bericht schon erwähnt, der erste Kampf gegen M. Hagler!

  5. 29. Juni 2019 at 21:19 —

    Nicht um eine WM boxen zu können, kann tausend Gründe haben. Und um eine WM boxen zu können, auch. Wenn immer alles mit rechten Dingen zuginge, wäre der Diamondboy nie Weltmeister geworden.

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