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Wie geht`s weiter im Schwergewicht?

Wie geht`s weiter im Schwergewicht?

Nachdem nun feststeht, dass der britische Megafight zwischen Tyson Fury und Anthony Joshua erst einmal nicht stattfindet, sieht die Reifenfolge der kommenden Titelverteidigungen bekanntermaßen so aus: WBC-Champ Tyson Fury wird am 24. Juli in Las Vegas seinen Titel gegen ‚Bronze Bomber‘ Deontay Wilder verteidigen und für Anthony Joshua steht der Kampf gegen seinen WBO-Herausforderer Oleksandr Usyk an.

Doch ganz so einfach scheint das Ganze nicht über die Bühne gehen. Es sieht wohl so aus, dass Usyk eine größere Börse für den Kampf haben will. In einem Video – wir hatten es bereits in einem anderen Artikel gezeigt – sagt der Ukrainer: „Hallo Eddie, ich möchte Geld. Mehr Geld.”

Darüber hinaus hat WBC-Interimschampion Dillian Whyte erklärt, er wolle nun gegen ‚AJ‘ antreten. Usyk ist – wie Whyte auch – zwar bei Eddie Hearn unter Vertrag, soll jedoch weder in den USA noch in Großbritannien sonderlich populär sein. Bei DAZN hat Hearn erklärt, es gäbe es eine ganze Reihe von interessanten Gegnern, selbst Andy Ruiz jr habe ihn wegen eines dritten Kampfes gegen Anthony Joshua kontaktiert. Zurzeit liege der Fokus aber auf einem Kampf gegen Usyk.

Wie Hearn es etwas „kryptisch“ formulierte: „In einer idealen Welt ist das der nächste Kampf, wenn wir mit Oleksandr Usyk einen guten Deal machen können. Aber ich würde im Moment kein Szenario für Anthony Joshua ausschließen.“ Heißt unterm Strich: will Oleksandr Usyk zu viel Geld, ist er weg vom Fenster. Was in Folge bedeuten würde, dass Anthony Joshua seinen WBO-Gürtel abgeben müsste.

Grundsätzlich stellt sich aber die Frage: will Eddie Hearn überhaupt, dass Joshua in Großbritannien kämpft? Die Coronavirus-Pandemie sorgt nach wie vor dafür, dass auf der Insel nicht vor großem Publikum geboxt werden kann. Eine Begegnung zwischen zwei britischen Heavyweights ließe sich in den USA, wo Live-Zuschauer mittlerweile wieder erlaubt sind, aber nicht gut verkaufen. Es könnte also durchaus sein, dass Anthony Joshua erst einmal in den USA antritt … gegen einen US-Amerikaner.

Fraglich ist aber auch, ob es denn überhaupt noch zum Kampf zwischen dem ‚Gypsy King‘ und ‚AJ‘ kommt. Beobachter der Szene befürchten, dass Fury den dritten Kampf gegen Deontay Wilder verlieren könnte.

Der britische Sportjournalist Steve Bunce hält das durchaus für möglich: „Wann fängt Fury an, sich auf Wilder vorzubereiten? Er hat nicht für (einen Kampf gegen) Wilder trainiert, er trainiert seit ungefähr Dezember für einen ganz anderen Mann.“

Bunce stellt auch Tyson Furys Trainingsfleiß generell in Frage: „Wenn Fury tatsächlich so viel trainiert und in Las Vegas so hart im Fitnessstudio arbeitet, warum fliegt er dann ständig mit dem Jet nach Texas oder Miami? Es ist nur ein winziger Jet, es gibt keinen Boxring in diesem Jet. Er scheint die letzten drei Wochen damit verbracht zu haben, in Jets in ganz Amerika herumzufliegen und sich zu sonnen!“

Wilder – so befürchtet Bunce – nähme die dritte Begegnung ernster: „Er wird anders aussehen, er wird schneller und schlanker sein.”

Was glauben die Leser von Boxen.de? Zieht Eddie Hearn einen US-amerikanischen Gegner für Anthony Joshua aus dem Hut? Und kritisiert Steve Bunce den ‚Gypsy King‘ zu Recht?

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3 Kommentare

  1. 26. Mai 2021 at 09:42 —

    Das Nervige ist, dass die Jungs sich da an der Spitze wohl nicht so ganz einig sind, wie und wo und überhaupt wer den nächsten Schritt machen will oder soll oder kann.

    Machen wir uns nichts vor, das Ziel ist doch eigentlich immer noch, eines Tages einen Unified Champion zu haben. Man hat das Gefühl, es will keiner den “falschen” Schritt machen und so sitzen es alle aus, inklusive der Promoter.

    Wie sagte mal jemand Weises: “Don’t talk the talk, just walk the walk”.

  2. 27. Mai 2021 at 15:36 —

    Die ebu hat joyce vs. huck zum purse bid am 14.6. freigegeben.

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