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Whyte stoppt Chisora in Runde 11

Ein Beitrag von FW

Whyte stoppt Chisora in Runde 11

In der O2 Arena in London Greenwich konnte Dillian Whyte seinen Gegner Dereck Chisora durch KO besiegen. Vorausgegangen war ein Kampf, in dem „Del Boy“ Chisora der aktivere Mann war und – bis zu seinem KO – auf 2 Punktezetteln vorne lag.
Der Kampf selber wird von den englischen Medien als unter anderem als „brutale Begegnung zweier Boxer, deren Stile brillant seien“ gefeiert, die britische Tageszeitung „The Guardian“ scheut nicht davor zurück, bei der Berichterstattung den „Thrilla in Manila“ zu erwähnen, also den Kampf zwischen Frazier und Ali, der aufgrund seiner hohen Intensität und der Begleitumstände in die Geschichte des Boxens einging.

Nun sind die britischen Boxfans ja dafür bekannt, gerne „die eigene Fahne hochzuhalten“ und dabei auch mal übers Ziel hinauszuschießen. Es sei ihnen gegönnt, ein wenig mehr Boxsporteuphorie würde auch uns in Deutschland mal wieder gut tun, doch alleine die Erwähnung dieses Marksteins in der Geschichte des Profiboxens im Zusammenhang mit dem Kampf zwischen Dillian Whyte und Dereck Chisora verbietet sich von selbst!

20.000 Boxfans feierten die Begegnung in der O2 Arena frenetisch, für Freunde des anspruchsvollen „Fechtens mit den Fäusten“ war es dennoch Schonkost, auch wenn sich Chisora mit einem T-Shirt mit der Aufschrift „WAR“ – laut „The Guardian“ Chisoras neuer Kampfname – bemühte, die Stimmung noch einmal anzuheizen.

 

„Ich bin kein Boxer, Mann. Ich kämpfe einfach.“ hatte Del Boy vor dem Fight verlauten lassen und „marschierte“ dann auch. Über weite Strecken des auf 12 Runden angesetzten Kampfes befand sich Dereck Chisora im Vorwärtsgang und Dillian Whyte ließ jene boxerische Klasse vermissen, die ihn zu einem Sieg über Joseph Parker beflügelt hatte. Whyte schien nicht auf die Idee zu kommen, mit seiner größeren Reichweite Chisora auf Distanz zu halten, stattdessen konnte sich Chisora immer wieder „heranwühlen“ und brawlen. Das hatte sich auch auf den Punktezetteln niedergeschlagen, wobei Chisora in den Runden 8 und 11 von Ringrichter Marcus McDonnell jeweils einen Punkt abgezogen bekam: erst  wegen eines Tiefschlags, dann wegen Einsatz des Ellbogens. In Runde 11 kam dann das Ende:  mit einer harten Linken konnte Whyte seinen Gegner auf die Bretter schicken.

KO-Sieg für Whyte, der lange eher als Verlierer nach Punkten ausgesehen hatte. Ob der „Body Snatcher“ mit seinem passiven Stil erreichen wollte, dass Chisora sich auspowert? Zumindest nach dem Kampfende behauptete Whyte genau das: „Die Hauptsache ist, den Kampf zu kontrollieren und sich Zeit zu nehmen. Ich wusste, es würde passieren! Aber so lange darauf zu warten, war hart für mich, denn ich bin ein Krieger.“
Dem geneigten Boxfan bleibt nun überlassen, das so zu glauben oder sich zu fragen, warum der Krieger erst in Runde 11 zutage kam. Natürlich forderte Whyte im Anschluss ein Rematch gegen Anthony Joshua, der als TV-Experte auch in der Arena war und der daraufhin am Ring wörtlich sagte „Wenn jemand einen Titelkampf verdient hat, dann ist es Dyllian!“

Auf der Undercard konnte sich Carlos Takam durch KO in Runde 7 gegen Senad Gashi durchsetzen. Auch David Price verbuchte einen Sieg: gegen seinen Freund und Sparringspartner Tom Little gewann der 35-jährige sehr zum Unwillen der anwesenden Boxfans, die Little vorne gesehen hatten, weil der Referee den Kampf nach einigen Treffern von Price abbrach.

Mit 118-110, 117-111 und 116-112 und einem damit einstimmigen Punktsieg holte sich darüber hinaus Charlie Edwards den WBC-WM-Titel im Fliegengewicht von Cristofer Rosales aus Nicaragua.

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7 Kommentare

  1. 23. Dezember 2018 at 19:25 —

    Wenn Chisora boxt wird es nicht langweilig, egal ob er gewinnt oder verliert. Chisora hat fast alles richtig gemacht was in seinen Möglichkeiten liegt, leider sollte es mal wieder nicht sein das er gewinnt, aber wenigstens gab es eine klare Entscheidung und nicht wieder ein Fehlurteil.

    Der Punktabzug für den Tiefschlag war völlig ok, konnte man auch in der Zeitlupe sehen, zumal ihn der Ringrichter vorher zwei mal deswegen ermahnt hatte, der zweite Punktabzug war eher ein schlechter Witz. Ging wohl darum das Whyte nicht verlieren sollte/durfte!?
    Der Volltreffer der zum Ko geführt hat war klasse, aber ich kann es drehen und wenden wie ich will, ich halte von Whyte nicht all zuviel.
    Kann mir auch beim besten Willen nicht vorstellen das er gegen Wilder oder in einen evtl. zweiten Kampf gegen Joshua WM werden könnte.

  2. Selbst die Bewegung eines auf dich zu fahrenden Zuges ist schwerer auszurechnen als Chisora. Der Typ könnte noch 15000 Jahre boxen und wäre auf dem gleichen Stand wie heute. Null weiterentwicklung. Einfach nur Marschieren und wie ein Dackel beißen ist der beste weg ins verderben.

    Whyte taugt aber auch nix. Der KO war astrein.

    • 26. Dezember 2018 at 23:11 —

      ich stimme dir zu. chisora kann sogut wie nichts. er ist sowas von eindimensional und seine Schlagkraft ist nicht vorhanden. er ist ein ehrlicher arbeiter mehr aber auch nicht. er hat nehmerfähigkeiten das wars dann auch schon. aber so konnte er whyte knapp 8 runden lang den schneit abkaufen. man konnte sehen dass er der bessere der beiden ist aber chisora machte die runden. hinten hinaus ging ihm aber die puste aus und er hätte auch runde 11 und 12 verloren und damit dann auch den kampf auch ohne den lucky Punch.
      von whyte halte ich auch nicht die welt. gegen Joshua braucht er so nicht antreten. gegen miller wäre interessant. zwei Hypes gegeneinander.

  3. 27. Dezember 2018 at 12:39 —

    @ Brennov

    In der Tat wäre ein Kampf von Miller gegen Whyte interessant. Verständlicherweise ist Whyte für AJ und seinen Promoter Eddie Hearn als Gegner ein Traum: Volle Halle, machbarer Gegner.
    Und Hearn bemüht sich ja schon, dem ganzen den Anstrich eines
    “Highlights” zu verpassen.

    • 27. Dezember 2018 at 14:17 —

      ja klar und auch verständlich. da fury und wilder nicht zur verfügung stehen bleiben eig. nur pulev, miller und eben whyte als Gegner. und miller ist vermutlich auch gebunden im kampf gegen bryan

    • 27. Dezember 2018 at 19:32 —

      Wenn Haye sich zweimal von Bellew vergewaltigen lässt,
      dann darf Whyte das auch von Joshua verlangen

  4. 5. Januar 2019 at 09:52 —

    @ Brennow

    Jennings kämpft nun wohl gegen Oscar Rivas.
    Für “Big Baby” ist noch kein Gegner benannt. Wird langsam eng.
    Vielleicht also doch Miller vs AJ?
    Hätte was.

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