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Wer beherrscht das Schwergewicht in 2020?

Wer beherrscht das Schwergewicht in 2020?

Auch im neuen Jahr haben erst einmal noch die „alten“ Fragen im Schwergewichtsboxen Bestand: Welchen seiner Titel wird Anthony Joshua zuerst verteidigen? Muss ‚AJ‘ vielleicht einen seiner Gürtel ablegen, weil die Verbände sich nicht über die Reihenfolge der Pflichtverteidigungen einigen können? Wird Joshua sogar – wie Frank Warren es sich wünscht – seine Gürtel aufgeben und auf den Sieger von Tyson Fury vs Deontay Wilder warten?

Zumindest die letzte Variante ist eher unwahrscheinlich. Warren misst dem Sieg von Anthony Joshua über Andy Ruiz jr keine große Bedeutung bei: „Joshua hat sich sehr gut geschlagen (…) aber er hat es gegen einen Gegner getan, der nicht mal trainiert hat!“ erklärte der 67 Jahre alte britische Boxpromoter in einem Interview. Trotzdem wecken Joshuas Titel Begehrlichkeiten und so hofft Warren, der Tyson Fury unter Vertrag hat, dass es 2020 zu einem Kampf zwischen Fury und Joshua kommt.

Joshua selber hat in einem Interview mit ‚BBC Radio 2‘ im vergangenen Dezember verlauten lassen, dass er 2020 mit Fury oder Wilder kämpfen wolle. Vermutlich hat ‚AJ‘ dabei vor allem den Gewinner des Rematches am 22. Februar 2020 im Sinn. Grundsätzlich muss man sich in diesem Zusammenhang natürlich fragen, ob es Sinn macht, dass der ‚Gypsy King‘ und Anthony Joshua – wie angekündigt – zusammen sparren.

Wie ‚AJ‘ erklärt hat, würde er Fury unterstützen, weil der im Falle eines Sieges eher gegen ihn antreten würde als Wilder. Doch auch Joshua`s Promoter Eddie Hearn hält das gemeinsame Sparring für keine gute Idee.

Ungeachtet dessen gibt es schon einen Schlachtplan für die Begegnung mit dem ‚Bronze Bomber‘. In einem Interview mit der britischen Tageszeitung „The Sun“ hat ‚AJ‘ erklärt, dass er versuchen würde, Wilder so früh wie möglich auszuschalten: „Ich würde da reingehen, um ihn auszuknocken!“

„This is a serious fight, so I ain’t going to go in there to try and outbox him for 12 rounds, because of his punching power as well.”

„Das ist ein ernster Kampf, also würde ich nicht reingehen und versuchen, ihn 12 Runden lang auszuboxen, auch wegen seiner Schlagkraft.“ erklärte Joshua im Interview mit „The Sun“. Darüber hinaus besteht der britische Schwergewichtler darauf, dass ein Fight gegen Wilder in Großbritannien stattfindet.

Aber auch einem Kampf gegen Cruisergewichtskönig Oleksandr Usyk scheint ‚AJ‘ nicht abgeneigt zu sein. Bei ‚Sky Sports‘ hat Joshua im Interview sinngemäß gesagt: „Er ist ein Herausforderer, den ich für Ende März / Anfang April ins Auge gefasst habe. Er hat sehr gute Beinarbeit und arbeitet gut mit seinen Händen. Er ist sehr schwer zu treffen und wenn du es versuchst, prallst Du an seiner Deckung ab.“

Usyk, der wie Joshua bei Eddie Hearn`s Matchroom Boxing unter Vertrag steht, wird aber auf eine Begegnung mit Joshua im Ring wohl noch warten müssen. Der 32-jährige hat als Profi im Schwergewicht bisher nur einen Kampf bestritten. Gegen den 38-jährigen Chazz Witherspoon gelang Usyk zwar ein Sieg, ob Usyk aber gegen bessere Gegner bestehen kann, muss sich noch herausstellen.

Man kann wohl davon ausgehen, dass Usyk in näherer Zukunft erst einmal gegen Dereck Chisora kämpfen wird. Eddie Hearn soll – unbestätigten Gerüchten zufolge, die im Dezember aufkamen – diesen Kampf bereits für Februar planen. Austragungsort: die Manchester Arena.

Großbritannien hat mit Daniel ‚Dynamite‘ Dubois vielleicht sogar auch schon einen legitimen Nachfolger für Anthony Joshua, wenn der sich – wie in einem TV-Interview angekündigt – nach weiteren 14 oder 15 Kämpfen zur Ruhe setzt. Dubois‘ Promoter Warren will seinen Schützling sobald wie möglich gegen WBA Gold Champion Joe Joyce, Dereck Chisora ​​oder Dillian Whyte antreten lassen. Der 22-jährige rangierte zuletzt bei der WBC auf #16, der IBF auf #12 und der WBO auf #5.

Warren hat nach Dubois‘ Sieg über Fujimoto Joyce-Manager Sam Jones ein Angebot gemacht. Angeblich lehnte Jones es ab. Möglicherweise, weil Joyce doch lieber gegen den zur Zeit verletzten Marco Huck um den Europameister-Titel der EBU boxen möchte.

Doch zurück zum Ranking von Dubois: die Ranglisten der Verbände sind nicht wirklich aufschlussreich: Vor der Niederlage gegen Dubois am 21. Dezember 2019 lag der Japaner Kyotaro Fujimoto auf #12 bei der WBA. Nun ist er nicht mehr unter den Top 15 zu finden. Merkwürdigerweise aber auch Dubois nicht, der den chancenlosen Boxer aus Tokio in Runde 2 KO schlug.

Wie dem auch sei: mit einem Sieg gegen Chisora oder Whyte könnte Dubois seine Ansprüche auf einen Platz in der ersten Reihe des Heavyweights untermauern. Der Londoner hat eine Bilanz von 14-0-0. Einen wirklichen Prüfstein weist die Bilanz von Dubois bislang aber nicht auf. Gegen den 39 Jahre alten Kevin ‚Kingpin‘ Johnson musste  der Londoner im Oktober 2018 sogar über die Runden gehen. Auch wenn Quervergleiche „hinken“: Peter Milas hatte Johnson ein paar Monate zuvor durch TKO 8 besiegt, Anthony Joshua schlug den ‚Kingpin‘ im Mai 2015 durch TKO2. Und so bleibt erst einmal abzuwarten, ob Dubois das Zeug dazu hat, sich einen Platz an der Spitze zu erboxen.

Natürlich ist es auch interessant, ob Andy Ruiz jr nach seiner desaströsen Vorstellung im Rematch gegen Anthony Joshua noch einmal ein Sprung an die Spitze gelingt. Wird Michael Hunter, dem durch eine Fehlentscheidung der Sieg über Alexander Povetkin genommen wurde, sich weiter nach oben boxen können? Gegen wen tritt Agit Kabayel bei seinem baldigen USA-Debüt an? Wie lange darf Mahmoud Charr noch kampflos WBA-Weltmeister bleiben? Und wer steht als nächstes mit Filip Hrgovic im Ring?

Antworten auf diese und viele andere Fragen wird uns hoffentlich das Boxjahr 2020 bescheren. Ich wünsche uns allen spannende Kämpfe und faire Urteile.

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2 Kommentare

  1. 1. Januar 2020 at 21:30 —

    Als ob es überhaupt dazu kommen wird, dass die top leute wirklich alle gegeneinander boxen werden. ob wilder fury wirklich stattfindet glaub ich noch nicht mal. falls es dann einen Sieger gibt glaub ich nicht, dass der noch in 2020 gegen Joshua oder seinen bezwinger boxen wird. ich hoffe zumindest dass der wbc champ zumindest gegen whyte boxt und Joshua gegen pulev und usyk verteidigt ohne einen titel ablegen zu müssen und dann kriegen wir den Showdown dann vielleicht 2021!

  2. 2. Januar 2020 at 01:14 —

    Ich glaube auch das es 2020 die Titelvereinigung im Schwergewicht nicht geben wird!
    Dubois, Ajagba, Joyce und auch Hrgovic werden in diesen Jahr vermutlich weiter gegen die 3. und evtl. untere Hälfte der 2. Reihe boxen!?
    Bei Dubois sehe ich allerdings die besten Voraussetzungen das er es in naher Zukunft in die erweiterte Weltspitze schafft!

    Bin auch mal gespannt welchen Herausvorderungen sich Kownacki 2020 stellen wird!?

    Und Usyk ist zwar ein sehr guter Boxer, aber im Schwergewicht muss er sich erst noch beweisen!

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