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Wegen Niederlage gegen Bösel – Krasniqi reicht Klage ein

Wegen Niederlage gegen Bösel – Krasniqi reicht Klage ein

Nun geht das Ganze vor Gericht. Schon unmittelbar nach dem Kampf gegen Dominic Bösel am 9. Oktober 2021, war der entthronte IBO-Champion mit der Entscheidung der drei Punktrichter nicht einverstanden: mit 115-114 und 116-112 für Dominic Bösel und 114-115 für Krasniqi hatte sich SES-Boxer Bösel einen knappen Sieg über den enttäuschten Robin Krasniqi gesichert, der sich seinerseits als Sieger sah: „Es ist einfach sehr traurig für das deutsche Boxen. Die ganze Welt hat gesehen, dass ich gewonnen habe. Ich fühle mich verarscht!“

Die Folge: das Team des unterlegenen Ex-Champions legte noch im Oktober offiziell Protest gegen das Kampfurteil ein. Die neunseitige Begründung ging an IBO und BDB. Bemängelt wurde unter anderem eine „beabsichtigte Fehlbeurteilung des Wettkampfes durch die Kampfrichter”, die „keinesfalls auf Grundlage einer objektiven Beurteilung ergangen” sei. Darüber hinaus wurde die Zusammensetzung, Qualifizierung und eine mögliche Befangenheit des Kampfgerichtes bemängelt. Auch Karoline Pütz, die Tochter von BDB-Präsident Thomas Pütz, war als Punktrichterin im Einsatz.

Der Protest, der eine Neubewertung des Kampfes forderte, wurde allerdings von der IBO abgelehnt. Pütz erklärte gegenüber der Bildzeitung: „Die IBO ist relativ verschnupft, da man sich nicht an die Formalien gehalten hat.“

Im vergangenen Dezember führte dann das Team von Robin Krasniqi die Begegnung auf einer Großleinwand fünf aktiven und in Deutschland lizenzierten Punktrichtern vor und ließ diese den Kampf neu bewerten. Alle fünf sahen den Ex-Champ vorne. Timo Hoffmann: 116:112, Tengis Sade: 116:112, Sergej Kovalenko: 115:114, Mathias Eichler: 115:113 und Jens Kluge: 115:113 für Robin Krasniqi. Krasniqis Anwalt sah in dieser Bewertung eine „gesicherte Erkenntnis“, auf deren Grundlage sein Mandant „den BDB eV in Anspruch nehmen“ könne.

Und das wird nun geschehen. Robin Krasniqi hat Klage gegen den BDB erhoben. Die Verantwortlichen des BDB hätten außergerichtlich weder die diversen Verstöße gegen die geltenden sportlichen Regeln des BDB aufgeklärt, geschweige denn die fehlerhafte Wertung des Kampfes revidiert, so Krasniqis Rechtsanwalt René-Dirk Hundertmark in einer Pressemitteilung, die das Management des Boxers heute versandt hat.

Ein weiterter Vorwurf betrifft die angeblich vom BDB nicht erklärten Abweichungen von den verbandseigenen Dopingbestimmungen. Trotz mehrfacher Anfragen, sei zum Beispiel weder der Befund der Dopingproben mitgeteilt worden, noch deren Verbleib.

Ob am Ende die Gerechtigkeit siegt, bleibt abzuwarten. Robin Krasniqi würde jedenfalls auch noch einmal gegen Bösel kämpfen: „Ich glaube an die Justiz und hoffe auf ein faires und aussagekräftiges Urteil. Ich bin jederzeit bereit, gegen Dominic Bösel wieder anzutreten und werde ihn auch ein drittes Mal besiegen!“

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