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WBC – 56. Convention in Kiew beendet

Bilder: WBC

Das diesjährige „Familientreffen“ des Weltverbandes WBC in Kiew ist zu Ende gegangen. Neben dem üblichen Programm mit mehr oder weniger wichtigen Vorträgen zu Gesundheits- und Ernährungsfragen, gab es auch ein paar Beschlüsse bei den Regularien und die Bekanntgabe einiger Kampfpaarungen, die der Verband angeordnet hat. Natürlich war das Ganze wie jedes Jahr auch ein lockeres Treffen von Boxern und Boxerinnen sowie WBC-Funktionären aus aller Welt.

Hier einige der Themen, die bei der 56. Convention in Kiew eine Rolle spielten:

Es wurde über das richtige Bewerten der Kämpfe durch die Punktrichter gesprochen. Insbesondere beim Bewerten der ersten Kampfrunden kommt es oft zu erheblichen Abweichungen. Die Punktrichter wurden aufgerufen, sich besser auf den Kampf zu konzentrieren und nicht durch die vorherige Berichterstattung in den Medien beeinflussen zu lassen.

Für künftige WBC-Kämpfe spielt die Gewichtskontrolle eine zunehmende Rolle. Man hat das System bereits vor einiger Zeit geändert und zusätzliche Kontrollen eingeführt. Das wurde jetzt noch einmal präzisiert um der Dehydrierung der Boxer entgegen zu wirken. Hier ein Zitat aus der entsprechenden WBC-Pressemitteilung:

Die WBC hat die dreißig, sieben Tage und vierundzwanzig Stunden vor dem Kampf bereits ins Wiegen gebracht. Vierzehn Tage vor dem Kampf wiegen wird eingeführt, plus ein anderes Gewicht am Tag des tatsächlichen Kampfes.

Dreißig Tage vor dem Kampf kann ein Boxer nicht mehr als zehn Prozent mehr wiegen als das Kontraktgewicht. Bei vierzehn Tagen kann es nicht höher als fünf Prozent sein. Nach sieben Tagen nicht mehr als drei Prozent. Nach dem offiziellen Wiegen muss der Kämpfer am Kampftag nicht mehr als zehn Prozent über der für diese Division festgelegten Gewichtsgrenze wiegen, was vierundzwanzig Stunden vor Beginn des Kampfes erreicht wurde.“

Außerdem wurde u.a. beschlossen, dass sich jeder Boxer einer jährlichen MRT-Untersuchung unterziehen muss.

Offenbar in Anspielung auf ein paar Vorkommnisse bei Pressekonferenzen und beim offiziellen Wiegen mahnte Präsident Sulaiman zur Einhaltung des „Code of Ethics“. Was da teilweise vor sich geht, nannte er einen Rückschritt und es würde riskiert, dass Kämpfe gestrichen werden müssen, weil sich die Boxer bereits vor dem Kampf verletzen könnten.

Man kann sicher davon ausgehen, dass die meisten Tumulte bei solchen Anlässen gespielt sind, wie man hier z.B. zwischen Wilder und Fury recht deutlich sehen kann:

Mauricio Sulaiman erklärte, dass es großes Interesse seitens des Verbandes gibt, den Boxsport im olympischen Programm zu belassen. Die Zusammenarbeit mit dem Olympischen Komitee und der AIBA soll intensiviert werden. Der Verband will ein eigenes Komitee gründen, dass eng mit der AIBA zusammen arbeiten soll. So wie sich Sulaiman da in Sachen Olympia ins Zeug legt, könnte man fast vermuten, dass er vor hat die finanziell und organisatorisch schwer angeschlagene AIBA auszubremsen, um dann mit eigenen WBC-Amateuren bei Olympia zu starten. Nicht so ganz umsonst dürfte Sulaimans Hinweis sein, dass das WBC Amateur Programm erfolreich läuft und das es allein in Mexiko im vergangenen Jahr über 180 Amateur-Turniere gab. Das er die AIBA bei Olympia tatsächlich durch WBC-Amateure ersetzen will, ist allerdings (noch) reine Spekulation.

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Am letzten Tag der Veranstaltung hatte Malte Müller Michaelis das Wort, der über Entwicklungen im WBC-Frauenboxen sprach. Unter Anderem gab er bekannt, dass der lang erwartete Kampf zwischen Claressa Shields und Christina Hammer abgesagt wurde. Grund dafür sei eine Darmerkrankung der Deutschen. Shields wird trotzdem um den WBC-Titel kämpfen. Hammer wurde zur „Weltmeisterin im Wartestand“ erklärt und kann nach ihrer Genesung die amtierende Weltmeisterin herausfordern. Ein Termin für die 3. WBC-Frauenbox-Convention wurde auch bekannt gegeben: 16. bis 20. November 2018 in Manilia / Philippinien.

Natürlich gab es während der Convention auch ein lockeres Beisammensein, bei dem einige der WBC-Akteure ihr mehr oder weniger vorhandenes musikalisches Talent zu Besten gaben.

Was die Boxfans allerdings viel mehr als die ganze Theorie interessiert, sind die Kampfpaarungen, die der Verband angeordnet hat. Es sind 7 Kämpfe, die die meisten Fans begeistern könnten, falls sie tatsächlich umgesetzt werden:

Gennady Golovkin vs Jermall Charlo (Kampf um den WBC – Interim. Danach womöglich ein Duell gegen Canelo)

Mikey Garcia vs Luke Campbell (Campbell hat den Eliminator gegen Yvan Mendy gewonnen und stand sowieso als Pflichtherausforderer fest)

Anthony Dirrell vs Avni Yildirim (WBC hat Weltmeister Benavidez wegen seiner Kokserei aufs Abstellgleis geparkt. Yildirim kommt so zu seiner WM-Chance. Benavidez bekommt sicher noch eine offizielle kleine Strafe und kann danach wieder gegen den dann amtierenden WM kämpfen)

Jorge Linares vs Adrian Broner (Eliminator im Superleichtgewicht. Der Sieger kämpft dann gegen Champ Jose Ramirez)

Gary Russell vs Leo Santa Cruz (WBC Champ Russel kämpft dann gegen WBC Diamond Champ. Santa Cruz trägt außerdem den WBA-Superchamp-Gürtel)

Shawn Porter vs Keith Thurman (Rematch, falls Thurman nach seiner Verletzungspause seinen nieder gelegten WBC-Titel zurück erobern will)

Julian Williams vs Erislandy Lara (Eliminator zwischen #1 und #2 im WBC Superwelter-Ranking. Der Sieger kämpft dann gegen Weltmeister Jermell Charlo)

Alle 7 Kampfansetzungen werden den Beifall der Boxfans finden. Zumindest 5 davon sind echte Kracher. Es wäre gut, wenn diese Kämpfe dann auch tatsächlich umgesetzt werden.

Über die formellen und politisch motivierten Ereignisse dieses Convents lohnt es sich nicht, weiter zu berichten. Nur so viel: Natürlich gab es ein grün-goldenes Gürtelchen für den ukrainischen Machthaber und der Kiewer Stadthalter zeichnete sein Brüderchen mit einem Ehrenweltmeistergürtel aus. Eine gute Geste des WBC: Der Verband spendete 10 000 Dollar an ein ukrainisches Kinderheim. Man kann nur hoffen, dass dieses Geld auch vollständig da ankommt, wofür es gedacht ist. 

Als mögliche Veranstaltungsorte für die WBC – Conventions der nächsten Jahre wurden Las Vegas, China, Kroatien und Indien genannt.

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