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WBA setzt Superwelter-Eliminator an

WBA setzt Superwelter-Eliminator an

Wie die World Boxing Association gestern bekanntgegeben hat, habe man „im Konsens mit allen Beteiligten und unter Berücksichtigung der Statuten eine Lösung für den Titel im Superweltergewicht gefunden.“

Demnach soll zuerst Michel Soro, in der Rangliste die Nummer 1 und WBA Gold-Champion, am 20. Juli gegen Magomed Kurvanov um den regulären Titel boxen. Danach – am 31. August – geht es beim Kampf zwischen der Nummer 2, Erislandy Lara, und Ramon Alvarez am 31. August um den Interim-Titel. Im Anschluss sollen dann die Sieger aus beiden Kämpfen gegeneinander um den Supertitel antreten.

So weit, so gut. Wirft man jedoch einen Blick auf die offizielle Rangliste der WBA, dann fällt einem auf, dass dort Julian Williams als WBA Superwelter Super-Champion geführt wird. Julian Williams bekam den WBA Super Champion-Status, als er im Mai 2019 den bis dahin in 23 Kämpfen unbesiegten Jarrett Hurd klar nach Punkten schlagen konnte.

Der reguläre WBA-Titel war bis Mitte vergangenen Monats in den Händen des Argentiniers  Brian Castano. Dann entzog die WBA ihm den Gürtel, angeblich weil Castano versäumt habe, den Vertrag für eine Pflichtverteidigung gegen Michel Soro zu unterzeichnen.

Die Gründe dafür – so berichtet zumindest das Lager des Argentiniers, seien auch  finanzieller Natur gewesen: es habe Streit gegeben, weil Soros Team sich geweigert habe,  Castanos Börse auf ein Treuhandkonto einzuzahlen. Zudem soll auch Castanos Wunsch nach Drogentests durch die Voluntary Anti-Doping Association (VADA) abgelehnt worden sein.

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Darüber hinaus muss man sich in diesem Zusammenhang überhaupt fragen, wie das WBA-Ranking zustande kommt. Den 23 Jahre alten Magomed Kurbanov (17-0-0) nahm die WBA lange Zeit überhaupt nicht zur Kenntnis, selbst als Shane Mosley 2017 lieber seine Handschuhe an den Nagel hängte, als gegen Kurbanov anzutreten.

Erstaunlicherweise ist der Usbeke Israil Madrimov im WBA-Ranking einen Platz vor Kurbanov. Wenn man sich Madromovs Bilanz von 3-0-0 ansieht, muss man sich zwangsläufig fragen, ob das Ranking des Verbands auf nachvollziehbare Art und Weise ermittelt und durchgeführt oder eher ausgewürfelt wird. Ähnliches gilt auch für die Vergabe von Titelkämpfen bzw. Aberkennung von Titeln.

Wirft man das zusammen mit dem „Franchise“-Titel-Gewurschtel der WBC in einen Topf, dann muss man zwangsläufig wieder einmal zu einem Ergebnis kommen, dass Boxverbände eher kontraproduktiv als sinnvoll sind, unter anderem, weil es in keiner anderen Sportart so viele Verbände gibt, wie beim Boxen.

Interessanterweise haben die Verantwortlichen der Verbände eine ganz andere Sicht der Dinge. Nicht anders ist es wohl zu erklären, dass die WBA noch bevor der Amateurbox-Weltverband AIBA von den Olympischen Spielen 2010 ausgeschlossen wurde, seine Unterstützung angeboten hatte. Man biete “jegliche Erfahrung auf, um das Boxturnier in Tokio 2020 zu organisieren”, ließ die WBA verlauten.

Erfreulicherweise ist das IOC nicht auf diesen Vorschlag eingegangen. Stattdessen hat die IOC-Vollversammlung die AIBA von den Olympischen Sommerspielen 2020 ausgeschlossen und übernimmt diesen Part selber.

Ein Umstand, von dem man im Profiboxen nur träumen kann.

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1 Kommentar

  1. 10. Juli 2019 at 17:45 —

    Oje oje…wie immer, ein heilloses Chaos bei der WBA, man kann die WBA einfach nicht mehr ernst nehmen….Super-Champ, regulärer Champ, Interims-Champ, Golden-Champ, bin ja mal gespannt was als nächstes kommt!?

    Da ist mir die IBO x-mal lieber, die haben wenigstens eine anständige Rangliste in der nichts gemauschelt werden kann, da sie ähnlich funktioniert wie bei BoxRec!

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