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Warteschleifenkönig gegen Underdog

Warteschleifenkönig gegen Underdog

So oder so ähnlich könnte man die Begegnung zwischen Dillian Whyte und Oscar Rivas auch betiteln. Über 615 Tage hat sich Whyte bislang gedulden müssen. Er wartete, als Luis Ortiz einen Titelkampf gegen den „Bronze Bomber“ bekam, dann war es Tyson Fury, im Anschluss Dominic Breazeale.

Währenddessen war Whyte die ganze Zeit die Nummer 1 der WBC und eigentlich hätte er mit Deontay Wilder im Ring stehen müssen.  “Ich denke, sie (der WBC) versuchen nur, mich so lange wie möglich einzufrieren, in der Hoffnung, dass ich älter und demotiviert werde”, vermutete Whyte im Interview mit ‚Radio 1 Newsbeat‘ und behauptete sogar, er habe darüber nachgedacht, mit dem Boxen aufzuhören, weil er ständig übergangen worden war,  wenn es um einen Weltmeisterschaftskampf ging. Rund zwei Jahre steht der „Body Snatcher“ nun auf Platz 1 der WBC – hinter Champion Deontay Wilder – ohne einen Titelkampf zu bekommen.

 

 

 

Jetzt hatte der WBC wohl endlich ein Einsehen: im Kampf gegen Rivas hat der Verband den Interimsweltmeistertitel ausgelobt, der Gewinner wird automatisch Pflichtherausforderer von Deontay Wilder. Dass der schon eine Titelverteidigung gegen Luis Ortiz am Jahresende und mindestens einen weiteren Kampf gegen Tyson Fury fürs Frühjahr 2020 geplant hat, lässt einen Kampf zwischen Whyte und Wilder allerdings erst einmal in weite Ferne rücken.

 

 

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Und dann ist da ja auch noch Oscar Rivas, den es für Whyte zu schlagen gilt. Ein risikoreicher Kampf für den Boxer aus Brixton, der am Samstag in der Londoner O2 Arena mehr verlieren als gewinnen kann.

Rivas war versierter Amateurboxer und Silbermedaillengewinner bei den Panamerikanischen Spielen. Im Laufe seiner Amateurkarriere konnte er zum Beispiel Siege gegen Andy Ruiz jr und Kubrat Pulev einfahren, bevor er 2009 Profi wurde. Rivas‘ letzter Kampf fand im Januar statt, als er im Turning Stone Resort Casino in Verona, New York, Bryant Jennings durch TKO bezwang.

Rivas Bilanz als Profi: 26 Kämpfe, 26 Siege, wie Whyte natürlich weiß: „Rivas ist ungeschlagen, erfahren und kennt das Gefühl nicht, verloren zu haben“ sagte Whyte bei ‚5 Live Boxing‘: „Er strotzt vor Selbstvertrauen und Stärke. Aber ich bin ganz schön herumgekommen und weiß, wie ich mit solchen Jungs umgehen muss.”

Whyte dürfte zwar als Favorit in diesen Kampf gehen, Oscar Rivas ist aber zuversichtlich, den Ring als Sieger zu verlassen, wie er im Interview mit dem ‚Daily Mirror‘ erklärte: “Ich habe jahrelang auf so eine Gelegenheit gewartet und jetzt ist sie da. Ich bin ein technischer Boxer, aber ich habe auch ein großes Herz und das macht mich zu einem besseren Boxer. Whyte ist ein wirklich starker Typ, aber ich denke mit meiner Technik, meiner Geschwindigkeit, meiner Kraft, meiner Erfahrung werde ich ihn besiegen. Ich weiß, dass Whyte versuchen wird, mich dazu zu bringen, meinen ersten Kampf zu verlieren, aber es wird nicht passieren. Ich gebe keine Vorhersagen, aber das kann ich sagen: ich werde der Mann sein, der am Ende noch steht.”

 

 

 

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2 Kommentare

  1. 18. Juli 2019 at 22:14 —

    Das Ding ist doch, dass Whyte absolut nichts Besonderes (im Maßstab der Top-15-HW) darstellt, auch von seiner Persönlichkeit nicht. Wilder ist der mad Mofo und durchgeknallte Trashtalker, Fury der Clown, AJ der Medienliebling und Ruiz der sympathische Underdog. Whyte ist nichts davon. Auch im Ring hatte er mehrfach Glück gegen Chisora und Parker am Ende als Sieger nach Hause zu gehen. Ein Kampf gegen Wilder wäre einfach langweilig, da eine vorzeitige Niederlage so gut wie feststeht. Insofern soll er nicht ständig herumjammern, sondern erstmal gegen Rivas seine Leistung bringen. Ich drücke dem Kolumbianer die Daumen!

    • 19. Juli 2019 at 15:01 —

      Mit Glück hatte der Sieg von Whyte gegen Parker nichts zu tun.

      Das war eine 1A von Hearn eingekaufte Referee-Leistung in bester Sauerland-Tradition.

      Was dem “Sieg” gegen Chisora im Nachhinein auch noch einen kräftigeren Beigeschmack mitgibt.

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