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Warrington vs Lara trennen sich Unentschieden – Taylor erzielt glanzlosen Sieg über Han

Die beiden Hauptkämpfe der Veranstaltung in Leeds waren sicher nicht ganz das, womit man gerechnet hätte. Der erhoffte grandiose Fight zwischen Warrington und Lara endete bereits frühzeitig und der Kampf um die Gürtelsammlung Taylors war weniger spektakulär, als man hätte erwarten können. Letztendlich wurde die Entscheidung zwischen Warrington und Lara vertagt und Taylor hat eine gute Gegnerin mehr „abhaken“ können.

Im Federgewicht sollte es zwischen Warrington und Lara in einem Rematch um die Chance auf einen Titelkampf gehen. Den ersten Kampf hatte Lara klar für sich entschieden. Offenbar hatte Promoter Hearn weder Kosten noch Mühe gescheut, um seinem Boxer ein Rematch zu beschaffen, wobei er diesmal besser wegkommen sollte. Gewiss nicht aus Zufall fand die Veranstaltung in Leeds, der Heimatstadt von Warrington, statt. Mit dem heimischen Publikum im Rücken und der Motivation aus der Niederlage im ersten Kampf sollte diesmal nichts schief gehen.

Gleich in Runde 1 wollte Warrington seinem Gegner und dem Publikum zeigen, dass er von Beginn an auf Sieg boxen wird. Schließlich war das ein wichtiger Kampf für seine weitere Karriere. Die Runde ging an ihn. Lara war zwar nicht besonders beeindruckt von Warringtons Performance, erreichte aber nicht sofort 100% Betriebstemperatur für diesen Kampf. Das sollte sich in Runde 2 ändern. Durch einem unabsichtlichen Kopfstoß hatte der Mann aus Mexiko City einen schweren Cut über dem linken Auge erlitten. Er wusste scheinbar sofort, dass er damit keine 12 Runden zu Ende boxen kann und setzte jetzt alles daran, Warrington unter Druck zu setzen. Vielleicht hatte er seinen TKO-Sieg im ersten Kampf im Hinterkopf und wollte diesen Erfolg wiederholen? Diese Runde ging jedenfalls an den Mexikaner.

In der Pause sah man dann erst einmal das Ausmaß der Verletzung. Der Ringarzt sah sich das Auge an und empfahl den Abbruch. So kam es dann, dass der mit größter Spannung erwartete Fight bereits nach 2 Runden vorbei war. Nach eingehender Beratung kam das Kampfgericht zu dem Schluss, ein TD zu geben. Etwas anderes wäre auch kaum angemessen gewesen. So sollte klar sein, dass es eine dritte Auflage dieser Begegnung geben wird.

Über volle 10 Runden ging es zwischen Katie Taylor und Jennifer Han um die komplette Gürtelsammlung der Irin. So sehr sich die Amerikanerin auch abmühte: es gelang ihr einfach nicht, die Weltmeisterin vom Sockel zu holen. Bestenfalls in einer oder zwei Runden schien sie auf gleichem Level zu liegen. Man hätte ihr vielleicht „ehrenhalber“ die zweite Runde zuschreiben können. In Runde 8 ging sie runter auf den Ringboden. Das wurde als Niederschlag gewertet, obwohl sie angab, ausgerutscht zu sein. Han war jedenfalls nicht „angeklingelt“ und konnte den Kampf ganz normal fortsetzen.

Weder die Schlagkraft noch das boxerischen Können der Herausforderin reichten aus, um der Weltmeisterin den Sieg zu nehmen. Allerdings hatte Taylor wohl einen besonderen Bonus: sie schlug ihrer Gegnerin nach Belieben ins Genick. Dafür wurde sie zwar ermahnt, aber das hielt sie nicht davon ab, es immer wieder zu tun. Normalerweise hätte das mal einen Punktabzug verdient. Sie hatte offenbar bei Ref. Mark Lyson „Narrenfreiheit“. Zum Schluss gab es dann das Jubelurteil von 3x 100:89. Sieht man richtig hin und beachtet alle Umstände realistisch, wäre es ein 97: 92 gewesen. Am Sieg von Taylor gab es keinen Zweifel, aber man sollte sie nicht unnötig in den Himmel heben. Spätestens wenn sie irgend wann Amanda Serrano gegenüber steht, wird sie ganz sicher wissen, wie sich der Boden der Realität anfühlt.

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