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Vorschau: Yuri Foreman vs. Miguel Angel Cotto

Der absolute Topkampf des Wochenendes findet am Samstagabend im Yankee Stadium in New York statt. Yuri Foreman, Halbmittelgewichtsweltmeister der WBA trifft dabei auf den Superstar und ehemaligen Halbwelter- und Weltergewichtsweltmeister Miguel Angel Cotto.

Cotto probiert sich in einer neuen Gewichtsklasse nachdem er seinen WBO-Weltergewichtstitel letzten November an Manny Pacquiao verlor. Der philippinische Superstar dominierte ihn über weite Strecken bis er ihn in der zwölften Runde stoppte. Doch auch zuvor hatte Cotto schon Probleme in seinen Kämpfen gehabt. Im Juni gewann er nur hauchdünn und etwas glücklich gegen Joshua Clottey nach Punkten, während er im Juli 2008 seine erste Profiniederlage hinnehmen musste, als er von Antonio Margarito Prügel bezog. Dem Sieg Margaritos bleiben nach dessen späterer Suspendierung aufgrund von illegalen Substanzen in seinen Handbandagen Zweifel angehaftet, doch die Schäden, die Cotto aus der brutalen Niederlage mitnahm, sind wohl zweifellos. Eine Niederlage gegen Pacquiao ist nichts für was man sich schämen muss, aber bereits im Sieg gegen Clottey zeigte Cotto schon ein paar Anzeichen, dass er nicht mehr ganz auf dem Niveau ist, auf dem er vor dem Margarito-Kampf war. Ob ein erneuter Gewichtsklassenaufstieg da das richtige Rezept ist um erneut Erfolg zu finden, bleibt abzuwarten.

Zumal er mit Yuri Foreman dort einem ungeschlagenen Weltmeister gegenübersteht, der ihm vom Stil her nicht unbedingt entgegenkommen dürfte. Auf der Undercard des Kampfes zwischen Pacquiao und Cotto holte sich Foreman in seinem neunundzwanzigsten Profikampf den WBA-Titel, indem er den zuvor lange inaktiven Weltmeister Daniel Santos deutlich auspunktete, und damit der erste israelische Boxweltmeister wurde. Uncharakteristischerweise gelangen ihm dabei trotz eher wenig Punch sogar zwei Niederschläge. Für Foreman war es der eindeutig beste Sieg seiner Karriere, auch wenn Santos aufgrund seines Alters, seiner Inaktivität, und seiner Probleme das Gewicht zu bringen alles andere als in bester Verfassung war.

Foreman ist ein sehr mobiler Boxer, der stets den ganzen Ring nutzt, und sich auf die Schnelligkeit seiner Beine und Fäuste verlässt. Er schlägt ziemlich präzise und besitzt ein sehr gutes Timing. Allerdings fehlt es seinen Schlägen oft an Schlagkraft, was auch an seinem beweglichem Stil liegt, der es ihm selten erlaubt volle Kraft in seine Schläge zu legen. Technisch ist er gut ausgebildet, und neben einem guten linken Jab, den er oft benutzt, besitzt er auch eine schnelle präzise rechte Gerade, die er hinter dem Jab oder auch unvorbereitet schlagen kann. Er ist etwa zehn Zentimeter größer als Miguel Cotto und besitzt zudem einen Reichweitenvorteil und ungefähr 13 Zentimetern, der ihn bei seiner Art beweglich aus der Distanz zu boxen sehr entgegen kommen dürfte.

Miguel Cottos Aufgabe wird es sein die Distanz gut zu überwinden. Der Puertoricaner boxt normalerweise einen aggressiven Stil, ist aber an sich ein ziemlich kompletter Boxer. Er hat schnelle Hände, gute Beinarbeit, starke Technik, und sehr ordentliche Schlagkraft, wobei es abzuwarten bleibt, wie gut diese auch in der neuen Gewichtsklasse noch ist. Zudem arbeitet er exzellent zum Körper, was auch gegen Foreman unbedingt nötig sein wird, um dessen Beweglichkeit einzudämmen.

Miguel Cotto ist an sich der bessere und komplettere Boxer. Jedoch boxt er bereits in seiner dritten Gewichtsklasse und hat körperliche Nachteile gegenüber Foreman. Außerdem scheint er nicht mehr ganz der Alte zu sein seit seiner Niederlage gegen Antonio Margarito, und kassierte auch zuletzt gegen Manny Pacquiao einiges an Prügel. Daher birgt der Kampf viel Spannung.

Foreman wird versuchen 12 Runden lang die Distanz zu wahren und Cotto von außen mit Hilfe seines Reichweitenvorteils und seines Jabs auszupunkten. Cotto wird nach vorne gehen und die Halbdistanz suchen um seine überlegene Schlagkraft und Infighttechnik auszuspielen. Dabei wäre er gut beraten schon früh viel zum Körper zu schlagen um Foreman die Kondition für die späteren Runden zu nehmen. Doch die entscheidende Frage wird sein wie gut es ihm überhaupt gelingt nahe an Foreman heran zu kommen. Foreman hat wirklich schnelle Beine und bewegt sich sehr gut zu beiden Seiten hin. Besonders in den ersten Runden wird Cotto damit wohl seine Probleme haben. Gelingt es ihm danach besser an Foreman heran zu kommen, so hat er gute Chancen mit seinen härteren Schlägen den Kampf zu seinen Gunsten zu drehen und Foreman möglicherweise sogar zu stoppen. Kann Foreman sich ihm allerdings weiterhin entziehen wird es für Cotto schwierig werden die nötigen Runden einzufahren um nach Punkten zu gewinnen.

Ich persönlich glaube, dass Cotto durch seine oftmals unterschätzten boxerischen Fähigkeiten und seinen wirklich guten Jab einige Runden gewinnen werden kann, aber im Endeffekt Foreman knapp nach Punkten unterliegen wird. Foreman gilt zwar als leichter Außenseiter in diesem Kampf, aber ich glaube, dass er mit seiner Schnelligkeit den Kampf für sich entscheiden kann und ein Ausrufezeichen setzen können wird. Es wird zwar nicht leicht für ihn werden, aber ich habe das Gefühl, dass er sich der Situation gewachsen zeigen wird und eine enge, aber verdiente Punktentscheidung gewinnt.

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1 Kommentar

  1. Robert L.
    6. Juni 2010 at 03:26 —

    hi Benjamin,

    sehr ordentliche und präzise Kommentare die du schreibst ich mag deine Kommentare. Für mich als hobby Sportwetter sind sie zumal sehr nützlich. Du hast recht es bleibt abzuwarten wie sich Cotto in der Gewichtsklasse zeigen wird. Vom Gefühl her denke ich Cotto wird gewinnen, aber du hast die Vorteile von Foreman schon aufgezeigt. Aber ich denke der aggresivere Boxer Cotto wird sich durchsetzten. Ich bin gespannt wie der Kampf ausgeht.

    lieben Gruß Robert

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