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Vorschau: Yonnhy Perez vs. Abner Mares

Die Erwartungen für den Hauptkampf zwischen Israel Vazquez und Rafael Marquez sind hoch, doch es könnte sein, dass der Vorkampf den Hauptkampf sogar übertrifft. Mit Yonnhy Perez und Abner Mares treffen zwei der besten Bantamgewichtler der Welt aufeinander, die beide noch ungeschlagen sind, und versprechen einen hervorragenden Kampf dank ihrer Klasse und ihrer jeweiligen Boxstile.

Yonnhy Perez gelang es zuletzt zwei große Siege in Folge einzufahren. Erst stoppte er den erfahrenen Silence Mabuza in 12 Runden in einem Eliminator der IBF, daraufhin nahm er Joseph Agbeko, der gerade aus dem besten Sieg seiner Karriere gegen Vic Darchinyan kam, den Titel ab. Der Kampf war einer der besten des letzten Jahres und ging verdient und relativ klar nach Punkten an den Kolumbianer, der sich damit innerhalb von nur fünf Monaten zu einem der besten Bantamgewichtler der Welt mauserte. Perez war ein sehr guter Amateur mit weit über 200 Kämpfen, wechselte aber erst mit 26 Jahren ins Profilager und ist dort noch ungeschlagen. Doch Abner Mares könnte sein vielleicht schwerster Gegner bisher werden.

Die beiden kennen sich aus Amateurzeiten, in denen sie drei Mal aufeinander trafen. Zwei Mal behielt der sieben Jahre jüngere Mexikaner Mares dabei die Oberhand, und während dieser Zeit wurden die beiden zu Freunden und lebten sogar eine Zeit lang zusammen im selben Haus. Mares wechselte sogar etwas früher als Perez zu den Profis, nachdem er bei den olympischen Spielen 2004, in deren Qualifikation er seinen dritten Kampf gegen Perez gewonnen hatte, in der ersten Runde ausgeschieden war. Aufgrund seines jungen Alters wurde Mares aber bei den Profis langsamer aufgebaut und macht nun gegen Perez einen großen Schritt nach oben, was die Qualität seiner Gegnerschaft angeht. Bisher hatte er kaum Probleme mit seinen durchschnittlichen Gegnern, was auch zu erwarten war, gilt er doch als eines der größten Talente der unteren Gewichtsklassen.

Mares hat sehr schnelle Hände, gute Technik und hat sich zudem stetig weiterentwickelt unter der Anleitung seines berühmten Trainers Nacho Beristain. Selbst Yonnhy Perez gibt zu, dass Mares talentierter ist als er selbst, doch der Kolumbianer plant die Vorteile von Mares mit seinen eigenen Qualitäten zu neutralisieren.

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Denn Yonnhy Perez ist ein absolutes Arbeitstier. Er ist immer in überragender körperlicher Verfassung und ist in der Lage über 12 Runden ein mörderisches Tempo zu gehen. Zudem besitzt er ein sehr ordentliches Kinn, sehr gute Schlagkraft, und ist der größere Boxer mit dem Reichweitenvorteil. Er ist sehr selbstbewusst und stets relaxet im Ring, was immer gut ist und hilft ein hohes Tempo aufrecht zu halten. Vor allem seine letzten beiden Kämpfe geben ihm außerdem den Erfahrungsvorteil, da er bereits mit zwei Weltklassegegnern im Ring stand, während Mares im Profibereich noch nicht auf diesem Level agiert hat.

Dass die beiden Boxer gute Freunde sind, sollte sich im Kampf kaum bemerkbar machen. Beide sind hungrig nach Erfolgen und werden alle freundschaftlichen Gefühle für die 12 Runden beiseite legen. Es liegt nahe, dass Abner Mares versuchen wird seine Schnelligkeit und seine Beweglichkeit auszuspielen, während Perez sich auf seine hohe Workrate konzentrieren wird. Aus der Distanz sollte Perez mit seinen längeren Armen einen leichten Vorteil haben, in der Halbdistanz Mares mit seinen schnelleren Händen. Trotzdem denke ich, dass Yonnhy Perez nach vorne gehen wird um Mares niederzuringen, ähnlich wie er es gegen Agbeko und Mabuza tat.

Meiner Meinung nach täte Mares gut daran von Anfang an Perez abzukontern. Besonders beim Jab neigt Perez dazu teilweise ihn etwas zu langsam zurück zu bringen, so dass sich rechte Geraden als Konter anbieten würden für den schnelleren Mares. So könnte er Perez dazu bringen etwas zögerlicher seine Fäuste fliegen zu lassen, wenn er die Konter fürchten muss, was zum großen Vorteil für Mares wäre.

Abner Mares ist jedoch auch nicht gerade unmöglich zu treffen. Perez sollte den Druck auf Mares den gesamten Kampf hindurch hoch halten, da Mares zwar boxerisch Perez etwas überlegen ist, aber nicht bevorzugt aus dem Rückwärtsgang boxt und sich dort teilweise zu offen zeigt. Yonnhy Perez kann auch seinerseits als Konterboxer agieren, doch Mares könnte zu schnell für ihn sein, so dass sich diese Möglichkeit nicht unbedingt anbietet.

Die Ansetzung ist sehr ausgeglichen und garantiert eigentlich Action. Beide sind hochklassige Boxer, die jedoch verschiedene Qualitäten haben. Es würde mich nicht überraschen, wenn sich beide die meiste Zeit in der Mitte des Rings gegenüber stehen und Schlag für Schlag abtauschen. Perez dürfte dabei den Vorteil haben, dass er mehr und härtere Schläge abfeuern dürfte, von Mares erwarte ich die klareren Treffer aufgrund seines Schnelligkeitsvorteils. Das spricht für einen engen, interessanten Kampf, und ich denke, dass es über die Runden gehen wird, und dass das Urteil darauf hinauslaufen wird, was die Punktrichter bevorzugen. Dementsprechend wäre eine Split Decision nicht überraschend, aber ich habe das Gefühl, dass Abner Mares, der allgemein als Außenseiter gilt, da ihm schlicht und ergreifend noch die Erfahrung fehlt, für eine kleine Überraschung sorgen kann, und den Kampf knapp nach Punkten für sich entscheiden kann.

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