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Vorschau: Tim Coleman vs Vernon Paris

Zwei viel versprechende Halbweltergewichtler treffen am Freitagabend in Kalifornien aufeinander, und nur einer der beiden wird wohl nach dem Kampf weiter als heißes Talent gehandelt werden. Der ungeschlagene Vernon Paris trifft auf seinen Landsmann Tim Coleman, der in seiner Karriere bereits eine Niederlage erlitt.

Diese musste Coleman in seinem ersten schwereren Kampf hinnehmen, als er im Oktober 2008 auf den ebenfalls ungeschlagenen James De La Rosa traf. Coleman verlor einen knappen Kampf, der im Weltergewicht stattfand, nach Punkten, nachdem er De La Rosa körperlich klar unterlegen gewesen war. Danach wechselte er ins Halbweltergewicht, wo er die bislang besten Siege seiner Karriere feierte. Ende 2009 schlug er den stets gefährlichen Griechen “Mighty” Mike Arnaoutis knapp nach Punkten, und im Oktober 2010 stoppte er Patrick Lopez, der vor dem Kampf einen guten Lauf hatte, in drei Runden. Der Kampf gegen Lopez war zudem der erste Kampf, in dem Roger Mayweather als Trainer in seiner Ecke stand.

Colemans Gegner am Freitag wird aber sein bisher talentiertester sein. Der 23-jährige US-Amerikaner Vernon Paris galt schon früh als Boxer mit großer Zukunft, doch inzwischen bezweifeln viele diese. Das liegt nicht an fehlendem Talent, das ihm attestiert werden könnte, sondern an der mangelnden Einstellung und an der mangelnden Reife. Der Mann aus Detroit umgab sich lange Zeit mit den falschen Leuten, wurde bei einem Mordversuch 2006 mit drei Kugeln schwer verletzt und überlebte nur mit viel Glück. Anstatt dass diese Erfahrung ihn zum Positiven veränderte, scheint Paris sein offensichtliches Talent fürs Boxen jedoch immer noch nicht wirklich schätzen zu wissen. Drei seiner Siege seitdem wurden nachträglich zu No Contests gemacht, da Paris bei den Drogentests positiv auf Marijuana getestet wurde. Des Weiteren gibt es immer wieder Reporte, dass seine Trainingseinstellung nicht die beste sei, und hier und da tauchen Gerüchte auf, die Paris mit einem Sportartenwechsel hin zum MMA in Verbindung bringen. Währenddessen betont der selbstbewusste 23-Jährige immer wieder der beste Halbweltergewichtler der Welt zu sein ohne bisher für große Schlagzeilen im Ring gesorgt zu haben. Sein wahrscheinlich bester Sieg kam am 29. Januar dieses Jahres. Ursprünglich sollte er an diesem Tag bereits gegen Tim Coleman boxen, doch dieser musste wegen einer Verletzung absagen, so dass die Boxlegende Emanuel Augustus in seinem letzten Kampf einsprang. Paris schlug den 36-Jährigen recht ungefährdet nach Punkten.

Eine große Schlagzeile in diesem Kampf ist das Aufeinandertreffen der beiden Trainer. Colemans Trainer Roger Mayweather tritt das erste Mal gegen einen Schützling seines Bruders an, auch wenn Floyd Mayweather Jr. am Freitag nicht in der Ecke von Vernon Paris sein wird. Doch im Ring wird es fast nur auf die beiden Boxer ankommen, und ich denke, dass der Kampf zeigen wird, woraus die beiden gemacht sind. Beides sind gute technische Boxer mit schnellen Händen und einer durchaus guten Defensive. Paris vertraut viel auf seine starken Reflexe, während Colemans unzählige Sparringseinheiten mit den großen Stars des Sports ihn vor allem sehr clever boxen lassen. Vom Talent her ist Vernon Paris sicherlich überlegen, aber Talent alleine gewinnt keine Kämpfe. Ich habe das starke Gefühl, dass Paris nicht in der Lage sein wird wirklich alles aus sich heraus zu holen, wenn es darauf ankommt, während Tim Coleman bereits bei seiner Niederlage gegen De La Rosa bewiesen hat, dass er sich quälen kann und das Herz eines Kämpfers besitzt.

Ich denke, man kann davon ausgehen, dass der Kampf über die angesetzten zehn Runden geht, da beide ein recht gutes Kinn haben und Coleman, selbst wenn Paris Willenskraft angezweifelt werden kann, eigentlich nicht hart genug schlägt um einen Abbruch zu erzwingen. Daher halte ich einen Punktsieg für Coleman am wahrscheinlichsten, in dem es so aussieht, als wolle ihn der 28-Jährige einfach mehr und sei bereit mehr dafür zu geben. Vernon Paris kann mich gerne eines besseren belehren und mit seinen besseren Anlagen Coleman bezwingen, doch nach allem bisher Gezeigten habe ich einfach zu große Zweifel an seiner Hingabe zum Sport.

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