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Vorschau: Suriyan Sor Rungvisai vs Nobuo Nashiro

Bangkok ist am Freitag der Schauplatz des Kampfes um den WBC-Titel im Superfliegengewicht. Der vor zweieinhalb Monaten frisch gekrönte Weltmeister Suriyan Sor Rungvisai verteidigt vor heimischem Publikum seinen Gürtel gegen den japanischen Ex-Weltmeister Nobuo Nashiro.

Der 22-jährige Rungvisai wird vom Ring Magazine als viertbester Superfliegengewichtler der Welt gehandelt, während Nobuo Nashiro sich auf Platz Sechs wieder findet. Vor ein paar Jahren war der Japaner dabei durchaus noch weiter vorne in der Rangliste vertreten. 2006 gewann er in seinem erst achten Profikampf den WBA-Titel mit einem KO-Sieg über Martin Castillo. In seiner zweiten Titelverteidigung unterlag er dann Alexander Munoz, bevor er ein Jahr später den vakanten Titel erneut gewann. In seiner zweiten Titelverteidigung entkam er dieses Mal mit einem Unentschieden gegen Hugo Fidel Cazares, doch im direkten Rückkampf zog er den Kürzeren und war seinen Titel erneut los. Diesen Februar probierte er sich dann am WBC-Titel, doch der damalige Weltmeister Tomas Rojas war zu viel für ihn, und Nashiro verlor knapp nach Punkten.

Ein halbes Jahr später war es dann Rungvisai, der Rojas den Titel abnahm. Der junge Thailänder war ein Jahr zuvor noch an Fliegengewichtschamp Pongsaklek Wonjongkam in seinem ersten Titelkampf gescheitert, doch Rojas besiegte er in einem starken Kampf knapp nach Punkten. Vor dem Kampf gegen Wonjongkam wurde Rungvisai noch als schwacher Gegner für Wonjongkam angesehen, doch nach dem starken Kampf und danach dem Sieg über Rojas dürfte jedem klar sein, dass Rungvisai durchaus ein talentierter Boxer ist, dessen drei andere Niederlagen auf seine Unerfahrenheit zurückzuführen sein dürften, da er schon mit 17 Jahren das erste Mal einen Profiboxring betrat.

Gegen Wonjongkam glänzte Rungvisai vor allem mit seiner Schnelligkeit, gegen Rojas zeigte er für sein Alter ungewöhnlich gute Defensivarbeit. In allen anderen Bereichen scheint er gut, aber nicht überragend zu sein, seine Schlagkraft hingegen ist eher unterdurchschnittlich. Zudem ist er eher klein für die Gewichtsklasse, was gegen Nashiro zum Problem werden könnte. Denn der 30-jährige Japaner ist ein sehr physischer Boxer. Er agiert sehr aggressiv und geht mit hoher Deckung aggressiv in den Mann um dort Kombinationen abzufeuern. Zwar ist auch er nicht mit ungeheurer Schlagkraft gesegnet, aber sein Stil ist auch mehr darauf angelegt den Gegner aufzureiben und zu zermürben.

Stilistisch ist es keine leichte erste Titelverteidigung für Rungvisai, aber Nashiro hat mit seinem körperlichen Stil und den vielen Schlachten trotz erst 19 Profikämpfe und 30 Jahren seinen Zenit meiner Meinung nach schon leicht überschritten. Trotzdem bleibt er mit seiner zähen Art ein unangenehmer Gegner, und Rungvisai wird sich eine Strategie ausdenken müssen um sich Nashiro möglichst lange vom Hals zu halten. Die erste Kampfeshälfte sollte dem Titelverteidiger mit den schnelleren Händen gehören. Er sollte anfangs noch in der Lage sein den ganzen Ring zu nutzen, seine Treffer zu setzen und gleichzeitig mit seinen guten Meidbewegungen den Schlägen von Nashiro zu entgehen um dann wieder auf Distanz zu gehen. Doch je mehr der Kampf voran schreitet, desto mehr erwarte ich, dass Nashiro aufkommt. Rungvisai hat schon gegen Rojas ganz zum Schluss ein wenig nachgelassen, auch wenn er es sich dort erlauben konnte. Nashiro wird den Druck bis zum Ende hin hoch halten und sollte in der Lage sein die Kontrolle zum Schluss zu gewinnen. Dass er sich bis dahin aber schon genug Runden gesichert hat um den Kampf nach Punkten noch drehen zu können, ist eher fraglich. Ich erwarte eher, dass Nashiro schon zu weit zurückliegt, wenn er zum Endspurt ansetzt und sich Rungvisai somit wieder die letzten paar Runden eine kleine Auszeit erlauben kann, und dennoch mit einem knappen Punktsieg davon kommt.

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