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Vorschau: Steve Cunningham vs. Troy Ross

Das Cruisergewicht ist derzeit etwas identitätslos, und der wohl beste Boxer der Gewichtsklasse ist derzeit ohne offiziellen Titel. Das soll sich am Samstag ändern, wenn Steve „USS“ Cunningham, der vor kurzem zum Sauerland-Boxstall wechselte, in Neubrandenburg auf Troy Ross trifft. Der vakante IBF-Titel steht dabei auf dem Spiel.

Cunningham gilt als Nummer Eins im Cruisergewicht, nachdem Tomasz Adamek, der ihn in einem der besten Cruisergewichtskämpfe der letzten Jahre knapp nach Punkten schlug, die Gewichtsklasse Richtung Schwergewicht verließ. Er hat in seinem Kampfrekord Siege gegen alle anderen derzeitigen Weltmeister der Gewichtsklasse. WBA-Weltmeister Guillermo Jones bezwang er 2005 nach Punkten, WBC-Champ Krzysztof  Wlodarczyk schlug er 2007 in einem Rückkampf nach einer umstrittenen Niederlage im ersten Kampf, und WBO-Weltmeister Marco Huck knockte er Ende 2007 aus. Allerdings war er in letzter Zeit etwas inaktiv, und bestritt sowohl 2008 als auch 2009 nur jeweils einen Kampf. Inzwischen sind es bereits wieder 11 Monate, dass er das letzte Mal im Ring stand.

Im Vergleich dazu boxte Troy Ross sechs Mal im Jahr 2009, wenn auch gegen deutlich schwächere Gegner. Der 34-jährige Kanadier wird vom Ring Magazine, das Cunningham auf Platz 1 hat, an Platz 5 im Cruisergewicht gerankt, aber die großen Siege fehlen ihm noch. Seine Bekanntheit stammt vor allem aus der Boxserie „The Contender“, deren vierte Staffel er gewann. Insgesamt enttäuschte er aber bisher als Profi eher, vor allem da er ein guter Amateur war, der zweimal Kanada bei den olympischen Spielen vertrat. Am Samstag hat er die größte Chance seiner Profikarriere, und kann mit einem Kampf alle Zweifel, die es bisher gab, ausräumen.

Doch Steve Cunningham muss als deutlicher Favorit gelten den Weltmeistertitel mit nach Hause zu nehmen. „USS“ ist ein athletischer, schneller Boxer mit guter Technik und recht hoher Workrate. Er besitzt wahrscheinlich gegen Ross alle Vorteile mit Ausnahme der Schlagkraft. Doch Cunningham kann auch gut Schläge wegstecken, wie er unter anderem gegen Tomasz Adamek bewies. Zu seinen boxerischen Vorteilen kommt außerdem noch der körperliche Vorteil deutlich größer zu sein und längere Arme zu haben. Obwohl er auch in der Nahdistanz boxen kann, ist Cunningham eigentlich aus der Distanz am besten und als der schnellere und cleverere Boxer der beiden sehe ich nicht, wie er es Ross erlauben wird nahe genug heran zu kommen um überhaupt zu guten Treffern zu kommen. Cunninghams Inaktivität in den letzten zwei Jahren ist sicherlich ein Problem, und möglicherweise braucht er ein paar Runden um seinen Rhythmus zu finden, aber, wenn er annähernd in Topform ist, sollte er Ross deutlich schlagen können, vermutlich nach Punkten, aber möglicherweise auch vorzeitig.

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