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Vorschau: Silvio Branco vs Juho Haapoja

Mit fast 47 Jahren boxt Silvio Branco am Samstagabend zum dritten Mal in Folge um den vakanten Silbergürtel der WBC im Cruisergewicht. In seiner Heimat Lazio trifft der erfahrene Italiener auf den Finnen Juho Haapoja, der stets einen unterhaltsamen Kampf verspricht.

Silvio Branco steht schon seit 1988 als Profi im Ring, und während seine Karriere langsam ans Ende kommen dürfte, sind seine Leistungen immer noch sehr respektabel. Als Mittelgewichtler angefangen versuchte er sein Glück später im Supermittelgewicht, wo er im Titelkampf an Sven Ottke scheiterte, im Halbschwergewicht, wo er sich überraschend gegen Mehdi Sahnoune zum Weltmeister krönte, und nun seit drei Jahren im Cruisergewicht. Dort lieferte er sich zuletzt zwei hart umkämpfte Duelle mit seinem 43-jährigen Landsmann und Ex-WBC-Champion Giacobbe Fragomeni. Zunächst trennten sich die beiden Italiener mit einem umstrittenen Unentschieden, den Rückkampf entschied dann Fragomeni hauchdünn für sich nach Punkten.

Juho Haapoja hingegen ist erst seit 2006 Profi – ein Zeitpunkt zu dem Branco mit 40 Jahren bereits Ex-Weltmeister war – hat jedoch bereits eine erstaunliche Transformation hingelegt. Der Finne startete als Schwergewichtler und brachte in seinem ersten Profikampf, den er übrigens verlor, 238 Pfund auf die Waage. Bis Ende 2010 versuchte er sich in der Königsklasse, doch nahm kontinuierlich ab und brachte schließlich das Gewicht für das Cruisergewicht, wo er seitdem deutlich mehr Erfolg hatte. So reichte es gleich in seinem dritten Kampf in der neuen Gewichtsklasse zum Titel der europäischen Union und wenig später zu einem EM-Kampf gegen Mateusz Masternak, in dem er jedoch chancenlos blieb. Dies bleibt jedoch bislang seine einzige Niederlage im Cruisergewicht, der sieben Siege gegenüberstehen.

Haapoja ist ein absoluter Publikumsliebling dank seines zuschauerfreundlichen Stils. Er ist bei weitem nicht der größte Techniker, doch wirft stets alles, was er zu bieten hat, in die Waagschale. Und das ist allen voran ein exzellentes Kinn, ein riesiges Kämpferherz und gute Schlagkraft. Er boxt sehr aggressiv, bevorzugt die Halbdistanz und geht keinem Schlagabtausch aus dem Weg. Dabei ist er allerdings nicht all zu schwer zu treffen.

Silvio Branco hingegen stellt einen interessanten stilistischen Kontrast dar. Er boxt am liebsten aus der Distanz, fast ausschließlich im Rückwärtsgang und konzentriert sich auf die Arbeit mit dem Jab sowie darauf Konter zu setzen. Er ist technisch ordentlich ausgebildet und ist normalerweise eher nicht für zuschauerfreundliche Kämpfe bekannt, da er eher risikoavers agiert. Branco besitzt allerdings ebenso wie Haapoja ein sehr gutes Kinn, so dass er auch durchaus in der Lage ist brenzlige Situationen in der Halbdistanz erfolgreich zu überstehen, und kann zudem auch ordentlich zulangen.

Die Ansetzung ist stilistisch sehr interessant. Hapooja will in die Halbdistanz, Branco will den Kampf lang halten. Hapooja wird unermüdlichen Druck aufbauen, Branco wird sich kontinuierlich im Rückwärtsgang befinden. Der Wille des Finnen trifft auf die Technik des Italieners. Silvio Branco präsentiert sich immer in absoluter fantastischer Verfassung, doch mit fast 47 Jahren ist es fraglich, ob er immer noch zwölf Runden lang ein mörderisches Tempo mitgehen kann. Schon gegen Fragomeni ließ er zuletzt nach gutem Beginn in der Schlussphase des Kampfes ein wenig nach. Der logische Kampfverlauf wäre ein guter Beginn des Italieners, der seine boxerischen Qualitäten anfangs ausspielt und sich einen Punktevorsprung herausboxt. Juho Haapoja hingegen sollte immer besser in den Kampf finden je länger er andauert, da sich sein Druck zunehmend mehr bemerkbar machen sollte. Wie früh der Finne allerdings anfängt die Runden zu gewinnen ist die entscheidende Frage, und ob dies dann am Ende reicht, zumal es schwer für ihn sein wird in Italien einen Sieg bei knappen Kampfverlauf zugesprochen zu bekommen. Ich denke allerdings, dass es Hapooja am Ende machen dürfte und traue ihm sogar einen vorzeitigen Sieg in den hinteren Runden zu. Hapoojas Druck, Schlagkraft und unermüdlicher Wille sind meiner Meinung nach zu viel für einen Branco, der mit seinem fortschreitenden Alter über seinen Zenit hinaus ist.

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1 Kommentar

  1. Arthur Abraham trägt 8oz!!!
    6. Juli 2013 at 10:40 —

    Meine P4p liste!!!

    Schwergewicht David Haye natürlich.
    Cruisergewicht Marco Huck.
    Halbschwergewicht Bernard Hopkins.
    Supermittelgewicht Andre Ward.
    Mittelgewicht Martínez oder GGG.
    Halbmittelgewicht Floyd Mayweather.
    Weltergewicht Manny Pacquiao.
    Juniorfliegengewicht Denies Lebedev oder Rakhim Chakhkiev.
    Minimumgewicht die klitschko Nu.tt.en.

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