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Vorschau: Shawn Porter vs. Ray Robinson

Nur weil ein Boxer eine erste Profiniederlage hinnehmen musste, heißt das nicht zwangsläufig, dass er nicht mehr als Talent gelten kann, und nichts mehr erreichen kann. Ray Robinson unterlag in seinem letzten Kampf dem ungeschlagenen Brad Solomon und verlor damit seinen lupenreinen Kampfrekord. Am Freitagabend trifft er auf den ebenfalls noch ungeschlagenen Shawn Porter und hat damit die Chance sich wieder etwas ins Rampenlicht zu boxen.

Der 24-jährige US-Amerikaner mit dem großen Namen von „Sugar“ Ray Robinson war zuvor in elf Kämpfen ohne Makel und hatte kaum eine Runde verloren. Besonders stark war er im Kampf gegen den ungeschlagenen Darnell Jiles Jr., und, auch wenn er eindeutig weit weg war vom Talent des echten Ray Robinsons, so entstand schon der Eindruck, dass man ihn zumindest im Auge behalten sollte. Er verbindet eine hohe Workrate mit einem unangenehmen Rechtsauslegerstil und erinnert mit seinem lang gezogenen Körperbau etwas an den nochmals größeren Paul Williams. Solomon zeigte allerdings seine Grenzen auf, als er ihn acht Runden lang ins Leere laufen ließ und ihn boxerisch ausmanövrierte. Für den Kampf gegen Porter geht Ray Robinson das erste Mal ins Halbmittelgewicht hoch, nachdem sein bisheriges Höchstgewicht 146 Pfund war.

Shawn Porter gilt schon seit längerem als viel versprechendes Talent. Aufsehen bereitete er einerseits durch seine gute Amateurkarriere, in der er unter anderem Demetrius Andrade, Daniel Jacobs und Shawn Estrada schlug, und nur knapp die Olympiateilnahme 2008 verpasste, andererseits dadurch, dass er als Hauptsparringspartner für Manny Pacquiao in dessen Kampf gegen Miguel Cotto fungierte. Seine 15 Profikämpfe gewann Porter allesamt, meist ungefährdet. In seinem drittletzten Kampf enttäuschte er jedoch diesen Februar ein wenig, als er sich schwerer als erwartet mit dem durchschnittlichen Russell Jordan tat, und ihn nur nach Punkten schlug. Seitdem gewann der hart punchende 22-Jährige seine beiden Kämpfe wieder vorzeitig, so dass er nun bei 12 KO-Siegen in 15 Kämpfen steht.

Porter boxt aggressiv und nutzt seine Schnelligkeit und seine physische Stärke gut. Robinson kommt eine Gewichtsklasse hoch und, obwohl er größer ist als Porter, dürfte er diesem nicht physisch gewachsen sein. Robinson sollte versuchen aus der Distanz zu boxen, während Porter, wie gewohnt, konstant nach vorne geht. Shawn Porter ist für mich der bessere Boxer, aber Robinsons Aktivität könnte ihm Probleme bereiten und den Kampf eng machen. Porters Strategie sollte es sein früh zum Körper zu gehen und Robinson damit die Energie für die späteren Runden zu nehmen. Der Kampf ist auf zehn Runden angesetzt, und während Porter gegen Jordan bereits zehn Runden geboxt hat, ist Robinson erst einmal in seiner Niederlage gegen Solomon überhaupt acht Runden gegangen.

Porters physische Stärke und seine Punchingpower sollten sich im Verlauf des Kampfes bemerkbar machen und auszahlen. Anfangs erwarte ich einen engen Kampf, in dem Robinson aus der Distanz eifrig mitmischen kann, doch Porter sollte spätestens ab der fünften Runde immer mehr die Kontrolle übernehmen können und die Distanz verringern können. Ich glaube, dass es in den letzten Runden für Robinson nur noch darum gehen wird den Kampf auf den Beinen zu beenden, würde mich aber nicht wundern, wenn es ihm nicht gelingt, und Porter ihn etwa um die neunte Runde herum stoppt.

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