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Vorschau: Sergio Gabriel Martinez vs Martin Murray

Die Vorherrschaft im Mittelgewicht steht auf dem Spiel, wenn am Samstagabend im argentinischen Buenos Aires WBC-Champ Sergio Gabriel Martinez vor heimischem Publikum seinen Titel gegen den Herausforderer Martin Murray verteidigt. Der ungeschlagene Brite sieht die Zeit gekommen den 38-jährigen Weltmeister und Pound-For-Pound-Boxer an der Spitze der Gewichtsklasse abzulösen. „Maravila“ Martinez hingegen will den Fans in seinem ersten Kampf in seiner Heimat seit mehr als elf Jahren eine gute Show bieten und seine Vormachtstellung unterstreichen.

Das erste Mal erschien Sergio Martinez so richtig beeindruckend auf der Boxlandschaft, als er im Jahr 2008 den Interimstitel der WBC im Halbmittelgewicht erlangte. In acht Runden dominiert und stoppte er Alex Bunema mit einer fantastischen Vorstellung, was den Bekanntheitsgrad des bis dahin eher unbeachteten Argentiniers schlagartig erhöhte. Nach einem Kampf gegen Kermit Cintron, den eigentlich durch KO und nach Punkten gewann, an dessen Ende er aber nur mit einem skandalösen Unentschieden da stand, und nach einer kontroversen Punktniederlage gegen Paul Williams mauserte sich Martinez zudem zum Publikumsliebling. Seitdem hat er sich jedoch auch als einer der besten Boxer der Welt gewichtsklassenübergreifend etabliert. Seit seinem Aufstieg ins Mittelgewicht, wo er Kelly Pavlik dessen Titel abnahm, ist er in sechs Kämpfen unbesiegt und feierte dabei imposante Siege unter anderem über Paul Williams, Sergey Dzinziruk oder Julio Cesar Chavez Jr.

Auf der anderen Seite ging Martin Murray einen recht typischen Weg für britische Boxer. Nach einigen Siegen in der konkurrenzstarken britischen Szene wagte er in den letzten Jahren den Schritt auf die europäische Bühne und schließlich in die Weltspitze. In seinem vierundzwanzigsten Profikampf forderte er Ende 2011 WBA-Weltmeister Felix Sturm heraus. Der Kampf endete in einem Unentschieden und brachte Murray, der als Außenseiter in das Duell gegangen war, weiteren großen Respekt ein. Seitdem fuhr der 30-Jährige wieder zwei Siege ein. Der letzte davon brachte ihm den Interimsgürtel der WBA ein, als er den zuvor ungeschlagenen Venezueler Jorge Navarro in sechs Runden stoppte.

Martin Murray ist ein technisch guter und rundum solider Boxer. Er ist hart im Nehmen, aktiv und aggressiv in seiner Vorgehensweise. Murray macht nicht viele Fehler im Ring und weist eine gute Deckungsarbeit auf, die sein starkes Kinn komplimentiert. Zudem wirkt er stets durch trainiert und hat eine exzellente Kondition. Zwar schlägt er nicht besonders hart, kann seine Gegner aber zermürben und arbeitet ordentlich zum Körper.

Sergio Martinez ist im Gegensatz zu Murray ein deutlich explosiverer Boxer. Er lebt von seinen sehr schnellen Händen, seinen starken Reflexen und seiner Schlagkraft. Zudem ist er schnell auf den Beinen, hat eine überragende Kondition und ist mit seinen oft tief hängenden Fäusten aus der Rechtsauslage schwer auszurechnen. Zwar kommt er mit 38 Jahren schon in ein fortgeschrittenes Boxeralter, doch bisher zeigte der Argentinier kaum Verschleißerscheinungen.

Martinez gilt zu Recht als deutlicher Favorit. Murray ist zwar ungeschlagen und hat gegen Felix Sturm bewiesen, dass er zur Weltklasse gehört, doch Martinez dürfte als Aushängeschild des Mittelgewichts noch eine Klasse darüber spielen. Vor allem seine Schnelligkeitsvorteile sollten den Ausschlag am Samstagabend machen. Aus der Distanz heraus dürfte es Murray schwer haben, und auf dem Weg in die Halbdistanz muss er vorsichtig sein nicht von Martinez hart geschlagenen Kontern gefällt zu werden. Murray wird hier und da seine Runden gewinnen können, doch am Ende gehe ich davon aus, dass Sergio Martinez seinen Titel nach Punkten erfolgreich verteidigen wird.

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1 Kommentar

  1. Tyson Lennox
    27. April 2013 at 09:05 —

    Martinez ist in einem Alter, in dem er nur noch Top-Kämpfe machen sollte, z.B. gegen GGG. Alles andere ist doch uninteressant. Jeder wahre Boxfan (und nicht GGG-Hasser), will ihn gegen Golovkin sehen, das wäre der größte Kampf im Mittelgewicht seit Pavlik vs. Taylor.

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