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Vorschau: Saul Alvarez vs. Jose Miguel Cotto

Saul Alvarez gilt als derzeit vielleicht größtes Boxtalent Mexikos, und am Samstagabend trifft der ungeschlagene 19-Jährige mit Jose Miguel Cotto auf seinen bislang besten Gegner. Auf der Undercard des Kampfes zwischen Floyd Mayweather Jr. und Shane Mosley bestreiten die beiden Weltergewichtler einen 10-Runder.

Alvarez, der trotz seines jungen Alters bereits seinen dreiunddreißigsten Profikampf bestreitet, ist unheimlich reif für sein Alter und wirkt im Ring sehr abgeklärt und ruhig. Er kann gleichermaßen boxen und punchen, und ist schon rundum gut ausgebildet. Physisch wirkt er außerdem auch sehr weit für sein Alter, und er dürfte dem aus dem Leichtgewicht kommenden Cotto körperlich klar überlegen sein. Dieser ist jedoch ein klarer Schritt nach oben in der Qualität seiner Gegnerschaft, hatte „Canelo“ doch in seinen sieben Kämpfen im Jahr 2009 und in seinem bislang einzigen 2010 stets relativ leichtes Spiel gegen mehr oder weniger limitierte Gegner. Sowohl bei der WBC als auch bei der WBA und der WBO ist Alvarez innerhalb der Top 10 im Weltergewicht geführt, und laut seinem Promoter Oscar De La Hoya soll im Falle eines Sieges ein Titelkampf als nächstes für ihn her.

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Den würde bei einem Sieg allerdings auch Jose Cotto bekommen, der bereits zwei Mal um einen Titel boxen durfte. 2006 verlor er klar nach Punkten gegen Leichtgewichtsweltmeister Juan Diaz, ein Jahr später reichte es nur zu einem höchst schmeichelhaften Unentschieden gegen Prawet Singwancha im Kampf um den inzwischen vakanten Leichtgewichtstitel. Der ältere Bruder des Superstars Miguel Cotto trat danach kurzzeitig vom Sport zurück, kehrte jedoch 27 Monate später in den Ring zurück, und bestritt seitdem drei erfolgreiche Kämpfe zwei Klassen höher im Weltergewicht gegen schwache Gegner. Zu seiner besten Zeit war der inzwischen 32-Jährige ein technisch sehr guter Boxer mit ordentlicher Schlagkraft und guter Arbeit zum Körper. Allerdings ist es fraglich, wie viel er davon noch besitzt, nachdem er zwei Jahre lang die Handschuhe an den Nagel gehängt hatte, und nun in einem Limit boxt, in dem er seinen Gegnern, und vor allem Saul Alvarez, körperlich unterlegen ist.

Eigentlich scheint alles für Alvarez zu sprechen. Er sah in seinen letzten Kämpfen wie ein zukünftiger Weltmeister aus, und hat eigentlich gegen Jose Cotto alle Trümpfe in der Hand. Cottos einzige Hoffnung dürfte sein, dass der Kampf für den noch blutjungen Mexikaner möglicherweise etwas zu früh kommen könnte, und dass der Außenseiter aus Puerto Rico seine deutlich größere Erfahrung ausspielen könnte. Doch so abgeklärt und clever wie Alvarez bisher wirkte, kann ich da nicht dran glauben.

Cotto ist ein guter Test für ihn, und sollte dank seiner Klasse in der Lage sein den Schlussgong zu erleben, aber er ist ein Test, den Alvarez bestehen sollte. Zwar hat der Mexikaner noch etwas Verbesserungsbedarf, was seine Defensive angeht, und Cotto dürfte in der Lage sein seinerseits auch gute Aktionen zu setzen, doch das Offensivpotenzial von Alvarez dürfte mehr als genug sein um den Kampf zu gewinnen. Des Weiteren neigt Cotto dazu sich ab und zu Auszeiten zu gönnen, was gegen seinen hart arbeitenden Gegner zum Problem werden könnte. Alvarez wird wohl mit der höheren Aktivität und auch mit den härteren und besseren Treffern den Kampf nach Punkten einigermaßen deutlich für sich entscheiden.

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