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Vorschau: Roman Gonzalez vs Omar Soto

Halbfliegengewichtsweltmeister Roman Gonzalez, der das nötige Talent besitzt ein Star zu werden, boxt am kommenden Samstag zum ersten Mal in seiner Karriere in den vereinigten Staaten. In seinem USA-Debüt verteidigt er seinen WBA-Gürtel gegen Omar Soto direkt im berühmten MGM Grand Casino in Las Vegas.

Der 24-jährige Nicaraguaner gilt seit einigen Jahren als einer der talentiertesten Boxer der unteren Gewichtsklassen, doch noch fehlen ihm die richtigen Gegner um sein Können komplett beweisen zu können. Vor drei Jahren feierte er seinen bislang größten Sieg, als er den amtierenden WBA-Minimumgewichtsweltmeister Yutaka Niida in vier Runden stoppte. Seitdem häufte Gonzalez drei erfolgreiche Titelverteidigungen an ehe er letztes Jahr eine Gewichtsklasse aufstieg und sich den Halbfliegentitel der WBA gegen Francisco Rosas holte. Diesen verteidigte er zwei Mal erfolgreich gegen Manuel Vargas und Omar Salado. Er hat alle seine 29 Profikämpfe gewonnen, 24 davon durch KO, sucht aber noch vergeblich nach lukrativeren Kämpfen gegen größere Namen. Besonders Gerüchte um einen Kampf gegen Pound-For-Pound-Boxer Giovani Segura stehen immer wieder im Raum, doch der Kampf, der bei den Stilen der beiden Boxfanherzen wohl höher schlagen lassen würde, hat sich bislang noch nicht materialisiert. Ursprünglich war für Samstag zudem ein Kampf gegen Ex-Weltmeister Gilberto Keb Baas geplant, der jedoch noch relativ kurzfristig absagte. Stattdessen verteidigt „Chocolatito“ nun gegen Omar Soto.

Omar Soto Perez, wie er mit vollem Namen heißt, und welcher nicht mit Omar Soto Cabrera, der in den letzten zwei Jahren bereits drei Titelkämpfe im Halbfliegen verlor, zu verwechseln ist, geht als klarer Außenseiter am Samstag in den Ring. Der 31-jährige Mexikaner war in der Vergangenheit immer gut genug um die Leute aus der zweiten Reihe zu besiegen, zog gegen die Elite aber stets den Kürzeren. So unterlag er 2002 in seinem zwölften Profikampf dem heutigen Weltmeister Ulises Solis, 2004 dem späteren kurzzeitigen Weltmeister Jose Lopez, und 2006 in seinem ersten Titelkampf Muhammad Rachman. Danach folgten noch Niederlagen gegen Gilberto Keb Baas, Omar Narvaez, Cesar Seda und Brian Viloria, die mit Ausnahme von Seda allesamt zu einem Zeitpunkt ihrer Karriere mal Weltmeister waren. Zuletzt sammelte Soto drei Siege in Folge gegen schwächere Gegner, die ihm die erneute Titelchance einbrachten.

Sotos größtes Problem ist seine schwache Defensive, und genau das dürfte ihm zum Verhängnis gegen Gonzalez werden. Zwar kann er ordentlich boxen, doch wenn man zu leicht zu treffen ist, sieht man sich einem überragenden Offensivboxer gegenüber Schwierigkeiten ausgesetzt. Und Roman Gonzalez ist offensiv einer der stärksten Boxer der unteren Gewichtsklassen. „Chocolatito“ kombiniert schnelle Hände und gute Technik mit einem exzellenten Auge und sehr guter Schlagkraft. Er ist trotz hoher KO-Quote nicht wirklich ein Puncher, sondern eher ein boxerisch starker Pressure Fighter, der seine Gegner mit Druck, Schlagfrequenz und vor allem Präzision ausknockt.

Seine letzten Gegner haben es vermehrt versucht den Kampf zu verschleppen und die Runden irgendwie zu überstehen ohne sie zu gewinnen, was Gonzalez teilweise ein paar Probleme bereitet hat. Sollte Soto eine ähnliche Taktik wählen könnte es einige Runden dauern bis Gonzalez der KO gelingt, stellt Soto sich dem Kampf ist auch ein früher KO sehr möglich, da Gonzalez bei seinem US-Debüt sicherlich einen guten Eindruck hinterlassen will. Alles andere als ein KO-Sieg für Roman Gonzalez wäre zumindest eine kleine Überraschung, da der Nicaraguaner eindeutig in einer anderen Liga spielt als Omar Soto.

Nachtrag:

Omar Soto wog am Samstagmorgen deutscher Zeit mit 112 Pfund am Fliegengewichtslimit ein. Die Kommission gab ihm zwei Stunden Zeit die nötigen vier Pfund zu verlieren. Es bleibt abzuwarten, ob dies Soto gelingt, und ob der Kampf ansonsten wie geplant stattfindet. Sollte Soto die vier Pfund noch abschwitzen, vermindert dies seine Chancen sicherlich noch einmal mehr.

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