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Vorschau: Roman Gonzalez vs Omar Salado

Roman Gonzalez ist einer der spektakulärsten und talentiertesten Boxer der unteren Gewichtsklassen, aber weiterhin ein eher unbekannter Name gemessen an seinem Talent und an dem, was er bereits im Ring erreicht hat. Am Samstag trifft er auf der Undercard von Juan Manuel Marquez Kampf gegen Likar Ramos auf Herausforderer Omar Salado, wenn er seinen WBA-Titel im Halbfliegengewicht verteidigt.

So richtig machte der inzwischen 24-jährige Nicaraguaner im September 2008 auf sich aufmerksam, als er den hoch angesehenen langjährigen Minimumgewichtsweltmeister Yutaka Niida etwas überraschend in vier Runden in dessen Heimat KO schlug. „Chocolatito“ bewies schnell, dass er keine Eintagsfliege war indem er den WBA-Titel drei Mal erfolgreich verteidigte unter anderem gegen den unterschätzten Ex-Titelträger Katsunari Takayama. Da kaum Geld in die niedrigen Gewichtsklassen investiert wird, schien ein großer Vereinigungskampf für Gonzalez von Anfang an wenig wahrscheinlich, und so stieg er Ende 2010 ins Halbfliegengewicht auf, wo sich immerhin mit Ivan Calderon und Giovanni Segura zwei große Namen zu diesem Zeitpunkt aufhielten. Dort schlug er im Kampf um den Interimsgürtel der WBA Francisco Rosas, der Gonzalez 2009 noch einen harten Kampf über 12 Runden geliefert hatte. Im Rückkampf brauchte der Mann aus Nicaragua keine zwei Runden. Als Juan Carlos Reveco daraufhin den regulären WBA-Titel aufgab, wurde Gonzalez dieser zugesprochen, und der in 28 Kämpfen ungeschlagene Nicaraguaner verteidigte diesen im März durch einen Punktsieg über Manuel Vargas zum ersten Mal.

Für Omar Salado heißt es am Samstag aller guten Dinge sind drei. Bereits zwei Mal scheiterte er in Titelkämpfen, doch diese Serie will er brechen. Im August 2006 forderte der damals ungeschlagene 26-Jährige Ulises Solis, der inzwischen den IBF-Titel zum zweiten Mal hält, heraus und musste sich am Ende mit einem Unentschieden zufrieden geben. In den folgenden zwei Jahren fand Salado den Weg auf die Siegerstraße wieder, doch zuletzt setzte es drei Niederlagen in sechs Kämpfen. Zuerst stoppte Julio Cesar Miranda ihn in einem Eliminator in fünf Runden bevor Salado auch seinen zweiten Titelkampf nicht für sich entscheiden konnte. Luis Concepcion stoppte ihn in der zwölften Runde im Kampf um den Interimstitel der WBA im Fliegengewicht. Am beunruhigendsten ist jedoch seine letzte Niederlage vom 19.06. letzten Jahres, als er gegen den völlig unbekannten Aufbaugegner Francisco Marquez KO ging. Auch die drei Siege zwischen diesen Niederlagen kamen ausschließlich gegen Aufbaugegner, so dass man stark bezweifeln darf, ob Salado bereit für einen Kampf gegen Gonzalez ist.

Salado ist eigentlich ein guter Boxer. Er kann durchaus hart schlagen, fällt aber eher durch sein boxerisches Können auf. Er ist beweglich und technisch gut geschult. Seine Hände sind nicht besonders schnell, aber er boxt clever genug um das auszugleichen. Vor ein paar Jahren war er noch relativ schwer zu treffen, doch das scheint sich zu seinem Pech zuletzt geändert zu haben. Und da Roman Gonzalez der wohl beste Puncher ist, der Salado seit Julio Cesar Miranda gegenüber stand, dürfte das einige Probleme für Salado bedeuten. Roman Gonzalez hat sich in den letzten Jahren stets boxerisch verbessert, überzeugte aber vor allem von Anfang an als sehr hart schlagender Pressurefighter. Er übt sehr intelligenten Druck aus und nutzt mit einem exzellenten Auge jede Defensivlücke des Gegners aus. Vor allem gelingt es ihm dabei immer wieder sehr gut den Ring abzuschneiden und so in Schlagdistanz zu gelangen.

Salado hat den Vorteil eigentlich der physisch stärkere Mann sein zu sollen. Der 31-Jährige hat noch vor kurzem im Fliegengewicht geboxt, während Gonzalez das Minimumgewicht nur aus Mangel an guten Kämpfen verließ und kein großer Halbfliegengewichtler ist. Allerdings sind sonst alle Vorteile auf der Seite des Nicaraguaners. Er ist schneller, technisch besser, er schlägt härter und hat wohl auch die besseren Nehmerfähigkeiten. Gonzalez versprach im Vorfeld dem Kampf, der an seinem 25. Geburtstag stattfindet, ein frühes Ende bereiten zu wollen. Während Salado noch durchaus das Können besitzt Gonzalez für ein paar Runden das Leben schwer zu machen, sollte man trotzdem davon ausgehen, dass der Titelverteidiger am Samstag tatsächlich nicht bis in die zweite Kampfeshälfte gehen muss. Gonzalez ist einfach eine Klasse besser und sollte sobald er Salado das erste Mal anklingeln kann in der Lage sein ihn zu stoppen. Salados Defensivlücken lassen laute Alarmglocken ringen in Anbetracht von dem vielseitigen Schlagarsenal, das Roman Gonzalez besitzt.

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