Vorschau: Robert Stieglitz vs Henry Weber

Im enorm stark besetzten Supermittelgewicht ist Robert Stieglitz ohne Frage wohl derzeit der schwächste Titelträger. Dass er sich trotzdem mit den Besten messen will und seinen Titel im April gegen Ex-Weltmeister und Pflichtherausforderer Mikkel Kessler verteidigen will, ehrt ihn und rechtfertigt in einem gewissen Maße auch einen Warmhaltekampf gegen Henry Weber. Dass der Kampf gegen den ungeschlagenen Deutschen allerdings als Titelverteidigung bei der WBO durchgeht, mutet schon sehr merkwürdig an.

Der 23-jährige Weber hat fünfzehn seiner sechzehn Profikämpfe gewinnen können, das einzige Unentschieden kam 2009 gegen Jürgen Doberstein zustande. Allerdings waren die Gegner in all diesen Kämpfen äußerst limitiert und handgepickt. In seinem letzten Kampf reichte es nur zu einer knappen Split Decision über Stjepan Bozic, der kurz zuvor als Kanonenfutter für Arthur Abraham hatte herhalten müssen, und nach zwei Runden aufgrund einer Handverletzung hatte aufgeben müssen.

Robert Stieglitz hingegen genoss zuletzt sehr viel Erfolg und ist nun in den letzten neun Kämpfen ungeschlagen. In der Zeit gewann er den WBO-Titel von Karoly Balzsay und verteidigte ihn vier Mal erfolgreich gegen Ruben Acosta, Eduard Gutknecht, Enrique Ornelas und Khoren Gevor. Diese gute Serie brachte ihm auch den wohl lukrativsten Kampf seiner Karriere ein. Am 14. April wird er in Kopenhagen mit Mikkel Kessler in den Ring steigen, wo er jedoch als klarer Außenseiter gelten muss. Da Stieglitz letzter Kampf im April 2011 stattfand, und er dann gegen Kessler von einer einjährigen Pause zurückkehren würde, schob er diesen Kampf gegen Henry Weber dazwischen um Ringrost zu vermeiden und sich fit zu halten.

Die Favoritenrolle ist klar verteilt, und es gibt wirklich keine Anzeichen, warum Robert Stieglitz ihr nicht gerecht werden sollte. Stieglitz ist boxerisch in allen Belangen überlegen und hat zudem eine Unmenge mehr an Erfahrung. Henry Weber stand noch nie mit einem Gegner im Ring, der annähernd das Niveau von Stieglitz hat und wird kaum auf ihn vorbereitet sein. Sogar die immer vorhandene „puncher’s chance“, die Chance auf einen Glückstreffer zum KO-Sieg ist ungemein gering, da Weber so gut wie keine nennenswerte Schlagkraft besitzt. In seinen 16 Kämpfen konnte er gerade einmal drei vorzeitig gewinnen, wobei diese drei Gegner zusammengenommen gerade einmal einen Sieg in ihrem Kampfrekord hatten.

Zusammengefasst kann man den Kampf beinahe nur als glorifizierte Sparringseinheit sehen, bei der alles andere als ein KO-Sieg für Robert Stieglitz schon sehr überraschen würde. Dass bei dieser ein WM-Titel auf dem Spiel steht, ist nur schwer verständlich und nachvollziehbar. Mikkel Kessler sollte sich zumindest keine all zu großen Sorgen machen, dass Robert Stieglitz im April den Titel nicht mit nach Dänemark bringt, wenn es zum eigentlichen WBO-Titelkampf kommt.

6 Gedanken zu “Vorschau: Robert Stieglitz vs Henry Weber

  1. das war ja wohl mehr wie bloß eine sparringseinheit für stieglitz.ich war ehrlich überrascht von weber,hut ab.
    aber wenn stieglitz nicht mal weber durch ko bezwingen kann dann wird er seinen titel mit 100% im april gegen kessler verlieren.
    mein respekt geht auf jeden fall zu weber,der hat mich voll überrascht mit seinem herz und seiner courage und er kann was einstecken…

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