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Vorschau: Rico Ramos vs Efrain Esquivias

Ex-Superbantamgewichtsweltmeister Rico Ramos will am Samstagabend eine erfolgreiche Rückkehr feiern, nachdem er in seinem letzten Kampf nicht nur seinen Titel verlor, sondern auch seine bislang einzige Niederlage hinnehmen musste. In Kalifornien trifft der 25-jährige US-Amerikaner auf seinen ungeschlagenen, aber größtenteils ungetesteten Landsmann Efrain Esquivias.

Ramos stand vor einem Jahr in seinem zwanzigsten Profikampf zum ersten Mal in einem Titelkampf. Ungeschlagen, aber als Außenseiter trat er gegen den japanischen WBA-Weltmeister Akifumi Shimoda in den Ring, welcher den Titel zum ersten Mal verteidigte. Shimoda boxte Ramos lange Zeit aus, doch eine einzige Linke drehte in der siebten Runde den kompletten Kampf, als sie Shimoda nieder und KO schlug. Als frisch gebackener Weltmeister wurde Ramos keine leichte erste Titelverteidigung gegönnt. Anfang des Jahres stieg er mit dem Kubaner Guillermo Rigondeaux in den Ring, der Ramos nach Beliben dominierte und in sechs Runden stoppte.

Efrain Esquivias stand noch nicht einmal annähernd mit Gegnern von solchem Kaliber im Ring. Der ehemalige Topamateur wurde bislang recht langsam aufgebaut und stand in seinen sechzehn Kämpfen noch keinen Topleuten gegenüber. Sein bester Kontrahent war wohl der Mexikaner Fernando Beltran, der immerhin seit Jahren als guter Test für aufstrebende Talente gilt. In diesem Kampf tat sich Esquivias jedoch auch sehr schwer und entkam nach starken anfänglichen Schwierigkeiten noch mit einer Mehrheitsentscheidung.

Esquivias ist durchaus talentiert. Er ist technisch solide ausgebildet, besitzt sehr schnelle Hände und einen sehr guten Punch. Er ist eher ein Brawler als ein klassischer Boxer, und sorgt stets für zuschauerfreundliche Kämpfe, da er nach vorne geht und Druck ausübt.

Rico Ramos ist jedoch meiner Meinung nach noch ein wenig talentierter. Er besitzt ebenso wie Esquivias sehr schnelle Hände und hat durchaus auch Schlagkraft, wie er gegen Shimoda eindrucksvoll bewiesen hat. Ich halte ihn insgesamt für boxerisch überlegen, jedoch tendiert er dazu sich Auszeiten im Ring zu nehmen. Gegen Shimoda gab er beispielsweise viele Runden ab, da er einfach zu vorsichtig und zaghaft agierte, und auch in anderen Kämpfen ließ er seine Fäuste oftmals einfach nicht genug fliegen.

Ramos und Esquivias kennen sich gut. Als Amateure traten die beiden drei Mal gegeneinander an, wobei Ramos zweimal und Esquivias einmal gewann. Zudem haben beide seitdem sie Profis sind miteinander gesparrt und wissen daher wo die Stärken und Schwächen des anderen liegen. Beide sind davon überzeugte das Zeug zu besitzen um den anderen zu schlagen. Während Ramos darauf baut, dass er bei den Amateurkämpfen schon die Oberhand behalten hat, beharrt Esquivias darauf, dass er sich als Profi genug weiterentwickelt hat, und dass Ramos noch genau so wie damals boxt.

Der Kampf verspricht Hochspannung und ist meiner Meinung nach sehr offen und ausgeglichen. Ramos ist vielleicht etwas talentierter und hat zudem definitiv mehr Erfahrung auf höherem Niveau, doch Esquivias Profistil liegt ihm sicherlich nicht all zu sehr. Während der Ausgang schwer voraus zu sagen ist, gehe ich doch davon aus, dass es zumindest ein sehr unterhaltsamer Kampf werden wird. Esquivias boxt eigentlich immer sehr zuschauerfreundlich, und ich denke nicht, dass Ramos sich den Schlagabtauschen zu oft entziehen wird. Er wird jedoch deutlich aktiver sein müssen als das häufig der Fall war um sich nicht von Esquivias den Schneid abkaufen zu lassen. Ich denke, dass Ramos das Zeug dazu besitzt Esquivias auch als Profi zu besiegen, doch muss er dafür wirklich an seine Leistungsgrenze heran. Und, auch wenn es für Ramos ein absolut richtungweisender Kampf ist, der seine direkte Zukunft als Boxer bestimmt, bin ich mir nicht so sicher, dass er das kann. Daher tippe ich ohne wirkliche Überzeugung auf Efrain Esquivias, freue mich jedoch vornehmlich auf einen hoffentlich höchst unterhaltsamen Kampf.

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