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Vorschau: Ricky Burns vs Raymundo Beltran

Der Schotte Ricky Burns gilt als einer der besten Leichtgewichtler der Welt. Am Samstagabend verteidigt der 30-Jährige, der seit mehr als sechs Jahren ohne Niederlage ist, seinen WBO-Gürtel gegen den mexikanischen Herausforderer Raymundo Beltran. Mit einem Sieg will Burns seine Stellung ganz oben in der Gewichtsklasse bestätigen und Wiedergutmachung für seinen letzten schwachen Kampf betreiben.

Carl Johanneson war es im Februar 2007, der Ricky Burns seine letzte Profiniederlage zufügen konnte. Damals stand noch der britische Superfedergewichtstitel auf dem Spiel, doch 21 Siege später ist der 30-jährige Schotte WBO-Weltmeister in zwei Gewichtsklassen. Nachdem er 2010 den Superfedergewichtstitel gegen Roman Martinez gewann und diesen in der Folge drei Mal erfolgreich verteidigte, stieg er 2011 ins Leichtgewicht auf. Dort etablierte er sich schnell mit starken Siegen über Michael Katsidis, Paulus Moses und Kevin Mitchell. Zuletzt verteidigte er seinen Titel gegen den unbekannten aber ungeschlagenen Puertoricaner Jose A. Gonzalez. Burns enttäuschte dabei auf ganzer Linie, wurde lange Zeit klar ausgeboxt, ehe Gonzalez nach neun Runden und nach Punkte vorne liegend mit einem verletzten Handgelenk aufgab.

Raymundo Beltrans Profikarriere ist hingegen von mehr Aufs und Abs geprägt. In dem Kampfrekord des 32-jährigen Mexikaners sind regelmäßige Niederlagen – insgesamt sechs – zu finden, denen 28 Siege gegenüberstehen. Zwar kamen drei dieser Niederlagen recht früh in seiner Karriere, während er die anderen drei gegen gute Boxer wie Ammeth Diaz sowie die ungeschlagenen Talente Sharif Bogere und Luis Ramos Jr. erlitt, doch bis vor kurzem sah es nie wirklich so aus, als hätte Beltran das Zeug einmal um einen WM-Titel zu boxen. Aber drei starke Siege in Folge bringen ihm nun doch diese Gelegenheit ein. Zuerst besiegte er letztes Jahr überraschend Publikumsliebling Henry Lundy, dann ließ er Siege über den südkoreanischen Puncher Ji-Hoon Kim und den Mexikaner Alejandro Rodriguez folgen, was ihm immerhin Platz 8 der Welt in der Rangliste des Ring-Magazins einbrachte.

Beltran ist ein rundum sehr solider Boxer, der technisch ordentlich ausgebildet ist, einen guten Punch hat und sehr präzise schlägt. Er boxt aggressiv und bevorzugt die Halbdistanz, wo er seine harten Treffer am effektivsten unterbringen kann. Zudem agiert er clever im Ring und ist sehr relaxt. Er ist allerdings nicht immer aktiv genug und offenbart defensive Lücken sowie ein ordentliches, aber längst nicht überragendes Kinn.

Ricky Burns hingegen ist eher ein klassischer Boxer, der die Distanz bevorzugt und seine schnellen Hände sowie langen Arme ausnutzt. Er kann jedoch auch aggressiver boxen und mit seiner hohen Workrate unterlegene Gegner zermürben. Er hat zudem eine gute Deckung und ein starkes Kinn, und seine größte Stärke ist wohl sein großes Kämpferherz, das es ihm auch zuletzt ermöglichte gegen Gonzalez lange genug im Kampf zu bleiben um diesen schließlich aufgeben zu sehen. Allerdings fehlt es ihm an wirklicher Schlagkraft, und gegen Gonzalez bewies er, dass es ihm schwer fällt den Kampf zu machen, wenn sein Gegner beweglich ist und eine gute Defensive besitzt.

Gegen Beltran wird Burns jedoch definitiv nicht vor die gleichen Probleme gestellt werden, die Gonzalez ihm bereitete. Der Mexikaner wird leicht zu stellen sein und dürfte den offenen Schlagabtausch weit mehr bevorzugen als der bewegliche Gonzalez. Burns größter Vorteil dürfte in diesem Kampf seine hohe Aktivität sein, mit der er sich viele enge Runden, die durchaus zu erwarten sind, sichern können dürfte. Beltran wird es ihm, meiner Meinung nach, jedoch 12 Runden lang sehr schwer machen und sollte ein ernster Prüfstein sein. Er ist boxerisch gut genug um Burns Fehler auszunutzen und schlägt hart genug um dem Schotten Respekt einzuflößen. Am Ende ist Burns Kinn jedoch wohl gut genug um nicht KO zu gehen, während er selber nicht hart genug schlägt um Beltran zu stoppen. Daher sollte es wohl über die volle Distanz gehen, und ich denke, dass Burns sich relativ knapp vor heimischem Publikum in Glasgow durchsetzen sollte.

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