Top News

Vorschau: Ricky Burns vs Nicky Cook

Seit er vor knapp einem Jahr überraschend den WBO-Titel von Roman Martinez gewann, genießt Superfedergewichtstitelträger Ricky Burns seine Regentschaft in allen Zügen. Dass er das so lange tun kann, liegt auch an den eher schwachen Gegnern, die ihm seitdem vorgesetzt werden, und zu denen sich am Samstag auch Herausforderer Nicky Cook gesellt.

Burns ging als riesengroßer Außenseiter in seinen Titelkampf mit Roman Martinez, der zu diesem Zeitpunkt als vielleicht bester Boxer der Gewichtsklasse galt. Der Schotte machte zu diesem Zeitpunkt einen gewaltigen Sprung vom britischen Level zur Weltklasse, und das nachdem er 2006 und 2007 bereits auf nationalem Level zwei Niederlagen hatte hinnehmen müssen. Doch Burns überraschte alle und schlug den ungeschlagenen Martinez nach Punkten. Seitdem hat er den Titel gegen Andreas Evensen und Joseph Laryea verteidigt, die beide weit außerhalb der Top Ten des Superfedergewichts vorzufinden waren.

Nicky Cook lässt sich als Gegner vor allem darum verkaufen, weil er den WBO-Titel auch schon mal in seinen Händen hielt. Der Engländer war 2007 noch Steven Luevano in seinem ersten Titelkampf im Federgewicht unterlegen gewesen, doch schlug daraufhin den Schotten Alex Arthur im Kampf um den Superfedergürtel. Nur einen Kampf später war es dann Roman Martinez, der Cook per KO innerhalb von vier Runden entthronte.

Nicht nur aufgrund des Quervergleiches mit Martinez gilt Ricky Burns am Samstag als klarer Favorit. Burns ist trotz schwacher Gegnerschaft ein wenig in den Titel hinein gewachsen. Die beiden Titelverteidigungen hat er völlig ungefährdet gewonnen und sah dabei besser aus als noch vor seinem Titelgewinn. Es ist oft der Fall, dass ein Titelgewinn einen Boxer noch einmal einen Sprung nach oben machen lässt, was zumindest ein wenig bei Burns auch der Fall ist. Er ist ein guter Distanzboxer mit schnellen Händen aber wenig Schlagkraft. Er boxt intelligent und weiß seinen Gameplan gut umzusetzen.

Nicky Cook hat eigentlich seit dem Titelverlust überhaupt nichts im Ring gezeigt, was ihn für einen Titelkampf qualifizieren würde und seine einzig wirklich gute Vorstellung kam bei seinem Titelgewinn über Arthur. Cook boxte dort gut hinter seinem Jab aus der Distanz heraus, profitierte jedoch auch von einer schwachen Leistung vom dehydrierten Arthur. Am Samstag wird Cook in einem Kampf zweier Boxer, die eher aus der Distanz agieren, auch wenn Cook auch passabel Druck ausüben kann, der deutlich kleinere sein und zudem noch der langsamere. Ähnlich wie Burns hat Cook nicht gerade die größte Schlagkraft, aber im Gegensatz zum Schotten kann Cook auf kein gutes Kinn vertrauen. Seine Nehmerfähigkeiten sind meiner Meinung nach sogar so fraglich, dass man durchaus auch einen KO-Sieg für Burns in Betracht ziehen muss. Zudem Nicky Cook angeblich in letzter Zeit mit einem Kokainproblem zu kämpfen hatte, was seine Leistungsfähigkeit weiter in Frage stellt. Zu allem Überfluss stand der 31-Jährige in den letzten 28 Monaten nur einmal in Ring, als er sechs Runden mit einem absoluten Aufbaugegner ging.

Alle Zeichen sprechen für Ricky Burns, der mit 28 Jahren auf dem Höhepunkt seiner Leistungsfähigkeit zu sein scheint. Er ist Cook in fast allen Bereichen überlegen und zudem vielmehr in seinem Rhythmus mit sechs Kämpfen seit Cooks vorletztem Kampf. Ich erwarte, dass Burns ähnlich leichtes Spiel mit Cook haben wird wie er es mit seinen letzten beiden Herausforderern hatte. Cooks schlechtes Kinn eröffnet zudem noch die Möglichkeit eines KOs zumal Burns, wie es mir scheint, zuletzt durch verbesserte Schlagtechnik ein wenig an Schlagkraft zulegen konnte. Ein deutlicher Punktsieg für Burns ist also die sichere Wette, aber auch ein KO-Sieg in der zweiten Kampfeshälfte würde mich keineswegs überraschen. Ein Sieg für Cook, der diese Chance unverdient geschenkt bekommt, hingegen schon.

Voriger Artikel

Vorschau: Roman Gonzalez vs Omar Salado

Nächster Artikel

Vorschau: Juan Manuel Marquez vs Likar Ramos

Keine Kommentare

Antwort schreiben