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Vorschau: Ricky Burns vs Michael Katsidis

Jede Menge Spannung verspricht ein Leichtgewichtstitelkampf am Samstagabend in London. Im Kampf um den Interimstitel der WBO trifft der Schotte Ricky Burns auf den Australier Michael Katsidis.

Der 31-jaehrige Katsidis reist zum Kampf mit guten Erinnerungen an London, wo er seinen letzten groesseren Sieg feiern konnte. Im Mai 2010 besiegte er als leichter Aussenseiter dort Kevin Mitchell in gerade einmal drei Runden. Katsidis hatte sich zu diesem Zeitpunkt gerade wieder in die Topriege der Leichtgewichtler vorgekaempft. Nachdem er 2007 ebenfalls in London das erste Mal den Interimsguertel der WBO gegen Graham Earl gewonnen hatte und diesen daraufhin einmal verteidigt hatte, musste er in zwei aufeinander folgenden Kaempfen gegen Joel Casamayor und Juan Diaz den kuerzeren ziehen. Katsidis arbeitete sich zurueck nach oben mit guten Siegen ueber Vicente Escobedo und Jesus Chavez und feierte schliesslich den Sieg gegen Mitchell. Doch zum zweiten Mal behielt er seinen WBO-Interimstitel nicht all zu lange. Ein Spitzenkampf gegen Juan Manuel Marquez folgte, den Marquez in neun Runden durch KO gewann, und auch im naechsten Kampf musste der Australier wieder eine Niederlage hinnehmen, als ihn Robert Guerrero klar auspunktete. Vor dem nun anstehenden Kampf gegen Burns gelang Katsidis dann nur noch ein leichter Sieg gegen Aufbaugegner Michael Lozada.

Burns hingegen hatte zuletzt die besten beiden Jahre seiner Karriere. Nachdem er in neun Jahren im Profibereich sich auf dem Level der britischen Szene bewegt hatte, und aus zwei fruehen Niederlagen gelernt hatte, wagte er im September 2010 den Schritt auf WM-Niveau. In den Kampf mit dem hoch gelobten puertoricanischen WBO-Weltmeister im Superfedergewicht Roman Martinez ging Burns als klarer Aussenseiter, doch nachdem er gleich in der ersten Runde zu Boden musste, gelang es ihm Martinez fuer den Rest des Kampfes auszuboxen, und eine Punktentscheidung zu gewinnen. In der Folge goennte er sich eine leichte Regentschaft als WBO-Weltmeister und verteidigte gegen drei ueberforderte Herausforderer in Andreas Evensen, Joseph Laryea und Nicky Cook. Alle drei Kaempfe gewann Burns problemlos, zwei davon vorzeitig. Nun steigt der 28-jaehrige Schotte eine Gewichtsklasse auf um mit Michael Katsidis seinen erfahrensten Gegner zu boxen.

Und Katsidis ist Burns nicht nur in Sachen Erfahrung voraus. Der Australier besitzt im direkten Vergleich klare Vorteile, was Haerte, Ausdauer, Schlagkraft und Nehmerfaehigkeiten anbelangt. Michael Katsidis ist ein prototypischer Brawler, der auch gerne mal drei Schlaege kassiert um zwei landen zu koennen. Er ist alles andere als ein Filigrantechniker, aber im Infight fuer jeden Gegner unangenehm und dank seines Stils ein absoluter Publikumsliebling.

Ricky Burns hingegen ist ein purer Boxer, der vornehmlich aus der Distanz heraus agiert und seine langen Arme gut zu seinem Vorteil nutzt. Er ist technisch beschlagen und zudem psychisch tough, wie er gegen Martinez bewies, als er gut erholt nach dem fruehen Niederschlag den Kampf herum bog. Schon im Superfedergewicht war Burns jedoch nie ein wirklicher Puncher und er sollte es gegen Katsidis im Leichtgewicht gar nicht erst versuchen ihn in irgendeiner Art und Weise mit seiner Schlagkraft zu beeindrucken.

Burns Strategie wird es sein den Kampf lang zu halten und bloss nicht die Koerperlichkeit von Katsidis einen Faktor im Kampf werden zu lassen. Schnelle Haende und vor allem Beweglichkeit sind dafuer die wichtigsten Herausforderungen, und ein fokussierter Burns kann diesen Plan durchaus zwoelf Runden lang umsetzen. Katsidis hingegen wird ununterbrochen nach vorne gehen und den Infight suchen. Laesst sich Burns in diesen hinein ziehen, kann es eigentlich nur einen Ausgang geben, wenn der Australier ihn dort mit harten Serien zu Kopf und Koerper bearbeitet.

Die Gefahr, dass Burns irgendwann nicht mehr die Beine hat um den Kampf in der Nahdistanz zu entgehen, besteht definitiv, doch, auch wenn die Ansetzung insgesamt sehr ausgeglichen ist, glaube ich, dass Burns das Zeug dazu hat seinen Kampfplan konsequent durchzusetzen und, aehnlich wie Robert Guerrero, Michael Katsidis zwoelf Runden lang auf Distanz zu halten und ihn auszuboxen. Der eine oder andere wacklige Moment wird fuer den Schotten dabei sicherlich dabei sein, doch er hat gezeigt, dass er diese ueberstehen kann. Es besteht sogar die kleine Chance fuer Burns Katsidis zu stoppen, da dieser bekannterweise sehr cutanfaellige Haut besitzt und Burns die Art von schnellen Haenden hat, die leicht Cutverletzungen erzeugen, doch der sicherere Tipp ist sicherlich ein relativ knapper, aber verdienter Punktsieg fuer Ricky Burns.

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4 Kommentare

  1. ACTION#1
    5. November 2011 at 17:29 —

    Ich denke burns wird ein wenig überbewertet,technisch ist er ja ganz gut aber ich glaube er kann katsidis nicht über volle 12 runden auf distanz halten.

  2. ACTION#1
    5. November 2011 at 22:14 —

    für interessenten: die undercard von burns gegen katsidis läuft schon… zu sehen bei: sportstonightlive_com

  3. ACTION#1
    5. November 2011 at 23:55 —

    jetzt gehts los…..

  4. Nilda
    26. Februar 2012 at 14:52 —

    sagt:@Mina, Gruselkabinett habe ich mir auf meine Weihnachtswunschliste geacpkt. Bin sehr gespannt darauf. Denke du wirst John Sinclair mogen, wenn die GB gefallt. Fang am besten mit an. Die gehort chronologisch noch vor Folge 1.

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