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Vorschau: Raymond Serrano vs Emmanuel Taylor

In New York treffen sich am Freitagabend zwei junge Boxer am Scheideweg. Sowohl der 23-jährige Raymond Serrano als auch der ein Jahr jüngere Emmanuel Taylor mussten in der jüngeren Vergangenheit ihre ersten Profiniederlage hinnehmen und brauchen nun einen Sieg gegen den jeweils anderen damit ihr Boxweg weiter nach oben zeigen kann. Dem Verlierer droht unterdessen der Absturz in die Bedeutungslosigkeit des Halbweltergewichts.

Raymond Serrano gilt unbestritten als größeres Talent der Beiden. Der Mann aus Philadelphia gewann bei den Amateuren die Golden Gloves und legte mit 18 Siegen am Stück einen exzellenten Start in die Profikarriere hin. Vor allem sein Sieg über Kenny Abril im Februar 2012 brachte ihn durchaus auf die Landkarte von vielen Boxfans. Auch deswegen trat er drei Monate später gegen den ebenfalls ungeschlagenen Karim Mayfield an. Dieser erwies sich jedoch als zu stark und stoppte Serrano in fünf Runden.

Emmanuel Taylor kassierte seine bislang einzige Niederlage Ende 2011. Nachdem er seine ersten vierzehn Profikämpfe gewonnen hatte, unterlag er mit Prenice Brewer einem Mann aus der höchstens dritten Reihe der Gewichtsklasse. Die Niederlage war jedoch etwas unglücklich, und obwohl er gute Argumente für einen Sieg hatte, verlor er per Split Decision. Ansonsten mangelt es an Prüfsteinen in Taylor bisheriger Karriere, auch wenn er sich zuletzt mit einem knappen Punktsieg zurück meldete, der jedoch wieder gegen einen kaum bekannten Novizen zu Stande kam.

Taylors Karriere ist noch jung und mit 22 Jahren steckt er noch tief in seiner boxerischen Entwicklung, und er hat durchaus ein wenig vorhandenes Potential, auch wenn er nicht weitläufig zu den aufkommenden Talenten gezählt wird. Er ist athletisch begabt mit recht schnellen Händen und durchschnittlich guter Schlagkraft. Zudem weiß er sich gut im Ring zu bewegen und ist defensiv besser als viele junge Boxer. Er ist allerdings noch sehr unerfahren und seine bisherigen Gegner werden ihn kaum auf einen Gegner wie Serrano vorbereitet haben.

Der 23-jährige Serrano grundsätzlich wohl noch talentierter als Taylor. Schnelle Hände paart er mit einer guten Technik und einem unangenehmen Stil. Er wechselt häufig und relativ flüssig die Auslage, was ihn unberechenbarer macht und boxt mit einer ordentlichen Defensivarbeit aus der Distanz heraus. Das große Fragezeichen liegt bei ihm auf seinen Nehmerfähigkeiten. Vor dem Mayfield-Kampf sah Serrano oft spektakulär gut aus, doch die KO-Niederlage gegen Mayfield ließ Alarmglocken erklingen, inwieweit sein Kinn härter schlagenden Gegnern standhalten kann.

Zum Glück für Raymond Serrano ist Emmanuel Taylor nicht unbedingt der härteste Puncher, auch wenn er immerhin schon zehn KOs in seinen sechzehn Kämpfen erzielt hat. Allein diese Tatsache macht für mich Serrano zum Favoriten in diesem Kampf. So lange Taylor nicht genug Schlagkraft besitzt um Serrano ernsthaft zu beeindrucken sehe ich die Vorteile bei Serrano, der mir boxerisch leicht überlegen zu sein scheint. Vor allem hat er sein Können schon gegen bessere Gegner bewiesen, und ich denke, dass er auch am Freitagabend den Ring als Sieger verlassen sollte, vermutlich nach einem einigermaßen umkämpften ansehnlichen Kampf nach Punkten.

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